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Dämonen am Teich

INNENSTADT Die Lichtoper Korona hat ihre Premiere auf dem Hammerteich gefeiert. Licht- und ausdrucksstark überzeugten Set-Up und Ensemble.

von Von Martin Schreckenschläger

, 02.10.2007
Dämonen am Teich

Ein Nachen zieht auf dem Teich vorüber.

Was die Dozenten des "art department" der WerkStadt mit 60 Jugendlichen aus Wittener Schulen auf die Naturbühne stellten, waren starke Impressionen.

 "Szenisches Tanztheater für nächtlichen Waldsee, Jugendliche und Percussion" wäre eine selbsterklärende Bezeichnung.

Moderne Rhythmen, rasante Bewegungen und effektvolle Erscheinungen ließen den Betrachter nicht ahnen, dass als Sujet quasi ein Mysteriendrama ersonnen wurde.

Leuchtend in Szene gesetzt

Schon die abendliche Landschaft war mit farbigem Licht in Szene gesetzt. Gaukler und Markthändler empfingen die Besucher in "Koronas Welt", dem Foyer auf der Wiese. Spannungsvolle Erwartung stieg auf, als das drängende Publikum an der Brücke auf Einlass wartete.

220 Menschen fanden auf den Tribünen am Ufer des Hammerteichs zu beiden Seiten der Bühne Platz, saßen sich Auge in Auge gegenüber, während die Handlung zwischen Wasser und bewaldetem Bergrücken über diesen zentralen Schauplatz hin und her wogte.

    Zu den archaischen Klängen der Musik des Kompositions-Studenten Daniel Jatzkowski zog ein Nachen mit leuchtender Besegelung vorüber. Schlüsselszenen wie die, in der das Mädchen "Korona" (Franziska Bieling) dem See als neugeborene Wittenerin entstieg, blieben den meisten Zuschauern verborgen.  

  Doch ihr Ringen um ihre seelische Mitte im bizarren Tanz mit den schwarzen Geschöpfen des Waldes zu dumpfen Trommelrhythmen und im schwebenden Wirbel mit lichten Elfengestalten zu metallischem Klingeln, war in faszinierende Choreographien auf der Hauptbühne gut zu erkennen. Der moderne Bewegungstanz der Jugendlichen mischte sich mit Elementen des klassischen Balletts der Solistin.

Gespentisches Treiben im Wald

Der bange Ruf eines Käuzchens krönte die gespenstischen Szenen im Wald und den bedrohlichen Tanz dämonischer Gestalten auf der in Schwarzlicht getauchten Bühne hoch oben am Berg. Die Musiker auf einer Plattform oberhalb der Seebühne erzeugten nicht nur Klänge auf ihren Cellos, Didgeridoos und verschiedensten Schlaginstrumenten, sondern spielten auch schwarzes Theater: In der Dunkelheit leuchteten nur die weißen Handschuhe der Trommler.

War Korona gerade dem König der Dunkelheit entronnen, so näherte sich über den See die Königin des Lichts in gleißendem Weiß. Auch vor ihrem Sog wich das Mädchen entsetzt zurück. Mit sich allein auf der Bühne, ließ Regisseur Gabriel Schunck sie letztlich in etwas flachen Lichtspielereien die Welt der Farben entdecken. Es war wohl der Übergang vom mystischen Kindheitserleben in die so banale Realität.