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Darts-Stars spielen im Schalke-Stadion - „Meilenstein“

Gelsenkirchen. Wenn die Pfeile fliegen, geht die Party los. Darts füllt in Deutschland die großen Hallen. Und jetzt sogar ein Fußball-Stadion. Kennt der Aufstieg des früheren Kneipensports noch Grenzen?

Darts-Stars spielen im Schalke-Stadion - „Meilenstein“

Max Hopp trifft gleich in der ersten Runde auf van Gerwen. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa-Zentralbild

Laut, bunt, bierselig: Trotz fehlender eigener Weltklassespieler kennt die Darts-Begeisterung in Deutschland keine Grenzen.

Die neueste Stufe der Party-Ekstase heißt Fußballstadion: Rund 20.000 Darts-Fans werden an diesem Freitag (14.45 Uhr) in der Gelsenkirchener Arena erwartet. Nach Veranstalterangaben könnten es auch mehr werden. So oder so wäre dies Weltrekord.

Die bisherige Bestmarke stammt noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg: 1939 kamen mehr als 14.000 Fans zu einem Turnier in die britische Hauptstadt London. Der Rekord nach 1945 wurde allerdings nicht etwa im Darts-Mutterland England, oder in den ebenso pfeile-verrückten Niederlanden ausgestellt, sondern im Februar in Berlin. Mehr als 12.000 Zuschauer pilgerten in die größte Hauptstadt- Arena, um die Stars der Szene zu sehen.

Beim Darts kommen die Zuschauer in skurrilen Kostümen. Sie recken begeistert selbst beschriftete Schilder hoch, tanzen auf den Tischen und trinken öfter mal mehr als ein Bier. Diese Mischung kommt an in Deutschland und füllt große Hallen - und jetzt halt auch ein Stadion.

Eine Premiere für Darts. „Ein eigenes Event im Fußballstadion gab es in der Form noch nicht“, sagte der Chef des europäischen Verbands PDC Europe, Werner von Moltke, der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist sicherlich ein weiterer Meilenstein, der die Entwicklung des Darts dokumentiert.“

Von Moltke begleitet den Sport in Deutschland seit mehr als zehn Jahren. Bei der ersten Übertragung eines Turniers aus Deutschland im englischen TV - 2008 in Frankfurt - waren 20 Zuschauer in der Halle, erzählt er. Heute tauscht der Verband kleinere gegen größere Hallen aus, weil immer mehr Zuschauer die Präzisionsschützen, die sie aus dem Fernsehen kennen, einmal live sehen und natürlich die Party drumherum selbst erleben wollen.

Darts spielen im Stadion ist ein neues Level. Davor haben die lärmpegelerprobten Profis Respekt. „Keine Frage, 20.000 Leute die kann man nicht einfach ausblenden. Das wird so laut werden, dass wir es uns jetzt wahrscheinlich noch gar nicht vorstellen können“, sagte die deutsche Nummer eins, Max Hopp, dem TV-Sender ProSieben MAXX. Hopp tritt als einer von achten Deutschen beim German Darts Masters an, er trifft gleich zum Start auf Ranglisten-Primus Michael van Gerwen.

Die Deutschen haben schwere Aufgaben vor sich. In der ersten Runde trifft jeder von ihnen auf einen internationalen Topstar. Angekündigt haben sich unter anderen van Gerwen, Weltmeister Rob Cross oder der bei den Fans beliebte und für seine schrillen Frisuren bekannte Schotte Peter Wright.

Von dieser Weltelite ist Hopp, der nach einigen Rückschlägen im April mit dem Sieg bei den stark besetzten German Open aufhorchen ließ, noch weit entfernt. Als bester Deutscher liegt der 21-Jährige in der Weltrangliste auf Rang 40. Vor einigen Jahren hatte Werner von Moltke noch gemeint, es brauche einen „Darts-Boris-Becker“ für einen Hype. Damit lag er wohl falsch, wie er lachend zugibt. Einen deutschen Darts-Vorzeige-Spieler gibt es nicht, den Boom sehr wohl.

Diese Entwicklung bleibt den weltbesten Profis nicht verborgen. „Darts wächst in Deutschland ungemein und wird immer größer und größer“, sagt der Niederländer van Gerwen. Mit Blick auf das Turnier in der Schalker Arena, bei der neben den Spielern unter anderem die Musikband Culcha Candela auftreten wird, erklärte der Darts-Primus: Musik, Unterhaltung und Darts, das passe doch gut zusammen.

Auf Hallen-Feeling müssen Profis und Zuschauer auch nicht ganz verzichten: Das Dach der Arena wird für das Turnier geschlossen. Beii Regen oder Wind leidet die Präzision der Sportler, die die Pfeile zielgenau in winzige Doppel- und Triple-Felder werfen müssen. Das Stadion-Turnier müsse kein einmaliges Event bleiben, sagt von Moltke. „Aber es wird nicht so sein, dass wir jetzt permanent unsere Turniere in den großen Stadien spielen.“

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