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Ab ins neue Leben

Darum geht Familie Braarvig auf Weltreise

DORTMUND Hanne Marie und Thor Braarvig wollen raus, frei sein. Ihr Haus in Dortmund-Scharnhorst haben sie verkauft, dazu einen Großteil ihres Hab und Guts. Am Samstag starteten die beiden ihre einjährige Weltreise. Ihre vier Kinder kommen mit. Wie man auf so eine Idee kommt und welche Orte auf dem Reiseplan stehen, das verraten wir hier.

Darum geht Familie Braarvig auf Weltreise

Die Sachen sind gepackt, die Übergangs-Wohnung fast leer, heute geht’s für Hanne Marie und Thor Braarvig von Dortmund in die weite Welt. Ihre Kinder (v.l.) Lydia (9), Aaron (5), Filippa (3) und Amy (8) kommen mit.

Lange Zeit dachte Hanne Marie Braarvig (31), dass es doch ein bisschen zu verrückt sei, mit Kindern, und dann gleich mit Vieren, die Welt zu erkunden. Doch der Gedanke ließ sie und ihren Mann Thor (32) nicht los. Zu verlockend war die Vorstellung, Dortmund zu verlassen, sich dem Familienleben und der Natur hinzugeben, nicht zu wissen, was der nächste Tag bringt.

Angst vor Abenteuern, Angst davor, die Heimat zu verlassen, haben Hanne Marie und Thor Braarvig ohnehin nicht. Aufgewachsen sind sie in einem kleinen Dorf an der Küste Norwegens. 2004 heiraten sie, wollen für drei Monate nach Deutschland, um dort ehrenamtlich zu arbeiten.

Buch gab den Anstoß zur Weltreise 

Sie engagieren sich in Kirchengemeinden, helfen Kindern in der Nordstadt bei den Hausaufgaben, Gründen den Verein Connected. Erst kommt Lydia zur Welt, dann Amy, dann Aaron, zuletzt Filippa – sie bleiben. Bis jetzt. Es war ein Buch, das bei Thor Braarvig den Wunsch auslöste, auf Weltreise zu gehen. „Meine Arbeit“, sagt er, „kann ich doch überall mithinnehmen.“ Er arbeitet als Übersetzer, nebenbei als Musiker.

Er singt, mit sanfter, klarer Stimme Liebeslieder auf seine Familie. Das kann er auch in Thailand. Oder Australien. Oder Amerika. Und als seine Frau Hanne Marie von einer Familie las, die sogar mit einem behinderten Kind auf Weltreise war, wusste sie: Dann schaffen wir das auch. Eineinhalb Jahre haben die Braarvigs Pläne geschmiedet. Die Kinder finden das bevorstehende Abenteuer großartig.

„Ich freue mich auf die schönen Länder und darauf, andere Kinder kennenzulernen“, sagt Amy. „Und ich freue mich auf die vielen Tiere. Wir wollen Käfer und Spinnen essen“, sagt Lydia. Aaron will Koalas sehen und schnorcheln. Und Filippa, die Kleinste? Die fühle sich überall wohl, solange ihre Geschwister und Eltern da seien. Mama und Papa hingegen sind auf der Suche nach Inspiration, nach Denkanstößen. Die größte Herausforderung für die Braarvigs ist die Schule. Lydia würde jetzt in die fünfte Klasse, Amy in die dritte kommen. Beide sind beurlaubt. Schulbücher sind mit im Gepäck. „Wir werden die beiden in Mathe und Deutsch unterrichten“, sagt Thor Braarvig.

Haus schon seit drei Monaten verkauft

Die Mädchen sollen viel lesen und Tagebuch schreiben, Englisch würden sie unterwegs ohnehin lernen. Das Haus ist seit drei Monaten verkauft. „Wir wollen ganz frei sein“, sagt Hanne Marie. Auf ihrem rechten Arm hat sie ein Tattoo. „She who is brave is free“ steht da. Die, die mutig ist, ist frei. Die Übergangswohnung im Loh ist jetzt auch leergeräumt, behalten haben sie nicht viel. Nur das, was in fünf Rucksäcke – davon vier ziemlich kleine – passt. Leben mit dem Allernötigsten. Am Samstag geht der Flieger nach Norwegen, in die Heimat.

Fünf Wochen bleiben die Sechs zunächst in Norwegen, „auf einem Hof mitten im Wald“, sagt Hanne Marie Braarvig. Sie lächelt. „Da ist ganz viel Natur“. Die hat sie vermisst, hier in Dortmund, der Stadt, die sie lieben gelernt hat. Im August hebt der Flieger nach Bangkok ab, von dort geht die Reise weiter auf die thailändische Insel Ko Chang, danach steht Laos auf dem Plan. „Weihnachten wollen wir in Australien verbringen“, sagt Thor Braarvig. Seine Schwester lebt auf einer Ranch in Tasmanien. Mehr ist noch nicht geplant.

Optimistische Menschen

„Wenn es uns an einem Ort gefällt, bleiben wir länger“, sagt Thor Braarvig. Sie wollen sich nicht hetzen und sich nicht an einen festen Zeitplan halten. Nur zusammen sein. Allzu viele Sorgen machten sie sich nicht. Sie seien optimistische Menschen. Nur eines gibt die Mama zu bedenken: „Es wird nicht so viel Luxus geben“, sagt Hanne Marie. „Doch“, sagt Lydia. „Den Strand.“

Die Reiseziele der Familie Braarvig:

Thor Braarvig singt Liebeslieder auf seine Familie: 

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