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„Das Glück auf unserer Seite“ - Juve besiegt die Spurs

London. Über weite Strecken spielerisch unterlegen, aber am Ende siegreich: Im Champions-League-Viertelfinale gegen Tottenham Hotspur setzt sich das erfahrene Juventus Turin durch. Nach dem Spiel ist dem Team um Weltmeister Sami Khedira die Erleichterung anzumerken.

Die Juventus-Fans in Wembley feierten das 2:1 (0:1) gegen Tottenham Hotspur noch lange nach Abpfiff. Bei den Spielern herrschte Freude und Erleichterung.

„Wir hatten das Glück auf unserer Seite“, gab Sami Khedira gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu. Drei Minuten genügten dem deutschen Fußball-Nationalspieler und seinem erfahrenen Team, um die Partie gegen die spielerisch über weite Strecken überlegenen Spurs zu drehen und nach dem 2:2 aus dem Hinspiel das Champions-League-Viertelfinale zu erreichen.

Die Londoner hatten dem Tabellenzweiten der Serie A alles abverlangt. Immer wieder waren Englands Stürmerstar Harry Kane und der frühere HSV- und Leverkusen-Profi Heung-Min Son vor dem Juve-Tor aufgetaucht und durch Son (39. Minute) verdient in Führung gegangen. Es war, „was man erwarten konnte von einem Champions-League-Achtelfinale“, sagte Khedira, der sein 100. Pflichtspiel für Juve bestritt. „Es war unheimlich intensiv, es wurde nicht leichter nach dem 1:0. Aber wir haben große Mentalität gezeigt und eine tolle Mannschaftsleistung.“

Die italienische Presse schwärmte am Donnerstag: „Löwen von Wembley. Juve fantastisch, Tottenham k.o.“ titelte die „Gazzetta dello Sport“ überschwänglich. Die Tageszeitung „La Repubblica“ nannte das Erfolgsrezept: „Verteidigung auf italienische Art und argentinische Tore“. Khedira hatte per Kopf die Vorlage für Gonzalo Higuaíns (64.) Ausgleichstreffer gegeben. Drei Minuten später versetzte Paulo Dybala (67.) die mitgereisten Juve-Fans in Ekstase.

In der Schlussphase stockte den rund 84 000 Zuschauern im Stadion noch mal der Atem, als Kane mit der letzten Chance für den Vierten der Premier-League-Tabelle in Richtung Tor köpfte. Der Ball rollte auf der Linie entlang, überquerte sie aber nicht. „In dem Moment war mein Gedanke nur "bitte, bitte nicht in der letzten Sekunde"“, gestand Khedira. Andrea Barzagli konnte den Ball klären und Torwart Gianluigi Buffon schrie seinen Jubel heraus.

Für den 40 Jahre alten Torwart-Veteran und italienischen Weltmeister von 2006 geht der Traum also weiter, seine Karriere mit dem bisher fehlenden Champions-League-Titel zu krönen. Nach dem Verpassen seiner sechsten WM-Teilnahme mit den Azzurri wäre das ein versöhnlicher Ausklang seiner wohl im Sommer endenden Profi-Laufbahn. Darüber sprechen wollte Buffon nicht. Wortlos eilte er nach dem Spiel an den Journalisten vorbei und stoppte nur für ein paar Selfies mit Fans. Vielleicht war er in Gedanken schon bei seinem verstorbenen Kollegen Davide Astori, an dessen Trauerfeier er am Donnerstag teilnahm.

Abwehrspieler Giorgio Chiellini machte sich in London nicht unbedingt Freunde, als er sagte, Tottenham „fehlt immer etwas am Ende“. Wie sehr jedoch alle bei Juve froh waren, die Hürde genommen zu haben, zeigte ein Bild, dass Sami Khedira auf Instagram postete. Darauf zu sehen ist die Mannschaft kurz nach dem Abpfiff beim Jubeln in der Kabine. „Wir stehen im Viertelfinale. Was für ein Abend in Wembley“, schrieb der 30-Jährige dazu. Auf den ersten Blick sieht es auf dem Foto so aus, als hätte Juventus die Champions League schon gewonnen.

Dass der Titel noch weit weg ist, weiß natürlich auch Khedira. „Man hat es letztes Jahr gesehen, dass die Ziele immer wieder neu gesteckt werden müssen“, sagte er, nachdem er im vergangenen Jahr mit Juventus das Endspiel erreicht hatte, dort aber mit 1:4 gegen Real Madrid verlor. „Wir wollen ins Finale“, stellte Khedira klar. „aber jetzt freuen wir uns einfach auf ein schönes Viertelfinale, egal wer kommt, und hoffen, dass wir dann noch mal eine Runde weiterkommen.“

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