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Das Nebelhaus

Berlin. Fünf Freunde trafen sich einst auf einer Insel, um dort zu feiern. Dabei geschah Fürchterliches - und die Vergangenheit holt sie nun Jahre später wieder ein. Zumindest in einem Sat.1-Thriller.

Das Nebelhaus

Im Thriller „Das Nebelhaus“ spielt Felicitas Woll die Journalistin Doro Kagel. Foto: Patrick Seeger

Der Sturm tost, das Gewitter tobt, das alte Haus knarzt bedrohlich im Blitzlichtgewitter. Unter der knarrenden Haustür kommt eine Blutlache zum Vorschein. So atmosphärisch beginnt der TV-Thriller „Das Nebelhaus“. Er ist an diesem Dienstag (20.15 Uhr) auf Sat.1 zu sehen.

Szenenwechsel: In einem Berliner Büro will Redakteurin Doro Kagel (Felicitas Woll) endlich Feierabend machen, als sie auf alte Artikel stößt und einen unverhofften Anruf erhält. Sie eilt daraufhin ans Krankenbett ihrer ehemaligen Klassenkameradin Leonie Korn (Jasmin Schwiers), die im Sterben liegt. Von der Anruferin, Leonies Mutter (Lina Wendel), erfährt sie, dass ihre Tochter einst im „Nebelhaus“ auf einer Insel in der Nordsee war, das Philipp (Matthias Weidenmüller) gehörte und wo sie mit anderen Freunden gefeiert hat.

Dazu gehörten auch Yasmin (Oona von Maydell), Timo (Lucas Prisor) und Philipps Freundin Vev (Nadeshda Brennicke). Sie schlief damals mit Timo, in den Leonie heimlich verliebt war. Mit ihrer Waffe wurden schließlich drei Menschen getötet und Leonie als amoklaufende Mörderin beschuldigt. Seit der Tatnacht vor fünf Jahren liegt sie im Koma.

Das Drehbuch für die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Eric Berg schrieben Sven Poser und Britta Stöckle; Regisseurin Claudia Garde (51, „Eine gute Mutter“, „Bankraub für Anfänger“) hat den Film inszeniert. Zwar knarren einige Türen, oder schlagen ganz plötzlich zu, und gerannt wird auch viel. Allein, für atemlose Spannung reicht das leider nicht aus - dazu ist zum einen die Handlung zu verwirrend, denn es geht auch um ungesühnte Gräueltaten der Familie von Yim Nan (Hyun Wanner) aus Kambodscha. Und zum anderen agieren die Schauspieler (abgesehen von Lucas Prisor) nicht überzeugend genug - da wird zu viel chargiert, und die Ab- und Beweggründe der von ihnen gespielten Figuren bleiben im Dunkeln.

Felicitas Woll (37, „Nackt. Das Netz vergisst nie“, Sat.1; „Ein Taunuskrimi“, am 2./3.1. im ZDF) sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Doro handelt so gewissenhaft und mutig, weil sie selbst involviert ist, oder sich zumindest mitschuldig fühlt. Das treibt sie an. Für mich ist guter Journalismus, wenn man kritisch ist und doch klar und neutral bleibt. Wenn man kluge und phantasievolle Fragen stellt und weder die Wahrheiten noch die Köpfe versucht zu verdrehen, nur weil es die bessere Schlagzeile ergibt.“

Immerhin sorgen verschiedene Zeitebenen, mit denen das Geschehen nacherzählt wird, für einige spannende Momente - insbesondere zum Ende hin. Doch es gibt so manchen nicht logischen Sprung in der Handlung, die viel zu spät richtig in Gang kommt. Da nützt auch der viele Regen nichts, in dem das Haus mehr steht als im Nebel.

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