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Das Studentenmagazin «Unicum» wird 25 Jahre alt

Bochum (dpa) «Unsere Zeitschrift ist geistiges Studentenfutter», sagt Hermann-Josef Billstein. Er gibt gemeinsam mit Manfred Baldschus das bundesweite Campus Magazins «Unicum» heraus.

Das Studentenmagazin «Unicum» wird 25 Jahre alt

In der Unicum-Redaktion in Bochum arbeiten die Redakteure an der nächsten Ausgabe. (Bild: dpa)

Einmal im Monat liegt das kostenlose Magazin an allen deutschen Unis aus. Mit der November-Ausgabe feiert die Zeitschrift mit Hauptsitz in Bochum 25. Geburtstag. «Wir sehen uns als Anwalt studentischer Interessen», so Billstein. Gleichzeitig soll «Unicum» aber auch die studentische Lebenssituation widerspiegeln. So bietet das Magazin Informationen rund um das Studium: zum Beispiel die aktuellen Änderungen beim BAFÖG, die Verteilung der Studiengebühren, aber auch Tipps, wie Studenten Schreibblockaden abbauen und kurz vor Beginn des Semesters noch eine Wohnung finden können. Und für den gestressten Studenten gibt es Seiten zur Entspannung mit Kolumnen und Rätsel.

Geboren wurde die Idee des kostenlosen, durch Werbung finanzierten Studentenmagazins im Jahr 1983. «Während des Studiums haben wir festgestellt, dass es nur sehr politische Medien gab, aber nichts überparteiliches. Diese Marktlücke haben wir genutzt», sagt Baldschus. Im November 1983 erschien die erste Ausgabe in Nordrhein-Westfalen mit dem Titelthema «Examen für die Ablage? Der Klimmzug in die Arbeitswelt». Dabei gab es Tipps, die Suche nach dem Job nicht erst nach den Abschlussprüfungen zu beginnen, sondern sich während des Studiums Gedanken um Qualifikationen für später zu machen.

Was für die beiden Herausgeber als Hobby und «netter Zusatz im Lebenslauf» begann, entwickelte sich bis heute zum meistgelesenen Studentenmagazin mit einer Auflage von 415 000 und einer geschätzten Leserschaft von 600 000 - laut einer Allensbacher Werbeträger-Analyse. Aber nicht nur das Konzept des Studentenmagazins, sondern auch die «Kultur der Kostenlosigkeit» war 1983 eine Neuheit. «Vor 25 Jahren wurde das noch als unseriös empfunden», sagt Billstein. Heute ist es gerade das, was die Zeitschrift bei Studenten so beliebt macht.

«1985 haben wir uns gedacht 'Ganz oder gar nicht', den Verlag gegründet und das Hobby zum Beruf gemacht», sagt Baldschus. Bereits seit 1984 erschien «Unicum» in ganz Westdeutschland, unmittelbar nach dem Fall der Mauer auch in Ostdeutschland. Neben dieser rasanten Entwicklung sehen die beiden die Höhepunkte der 25-jährigen Geschichte insbesondere in der Verbreiterung des Leserkreises und darin, dass sie aus einer Zeitung eine Zeitschriftenfamilie mit fünf Zeitschriften gemacht haben. Neben «Unicum» gibt es noch «Unicum Abi», «Unicum Beruf» sowie «Uniking» und «Uniqueen», ein Frauen- und ein Männermagazin, die sich mehr als «Lifestyle»-Magazine sehen, weg vom Ernst des Studienalltags. Außerdem war «Unicum» die erste deutsche Zeitschrift in neuer deutscher Rechtschreibung. Die Duden-Redaktion las die August-Ausgabe 1996 Korrektur.

In der Redaktion von «Unicum» zeigen Redaktionsleiter Armin Mende und Redakteur Oliver Baentsch auf eine Deutschlandkarte. Dort geben über 100 orangefarbene Punkte die Standorte der freien Mitarbeiter an. «Das sind Studenten, aber auch Journalisten, die Vorschläge schicken, Artikel schreiben, Fotos machen und als Korrespondenten arbeiten.» So sei «Unicum» schon des Öfteren zum Sprungbrett für junge Journalisten geworden. «Jochen Leffers, der heute beim 'Spiegel' arbeitet, Claus Peter Simon von 'Geo' und der Gründer des TV-Kanals center.tv, Andre Zalbertus, haben unter anderem bei uns angefangen», so Baldschus.

Zwar ist die Finanzkrise auch an «Unicum» nicht spurlos vorübergegangen, trotzdem sehen die beiden Herausgeber positiv in die Zukunft: «Unser Unternehmen verändert sich von einem Print- zu einem Medienhaus. Die Kombination aus Print und Online ist ideal. Ohne unser Online-Angebot könnten wir zum Beispiel die Studienplatztauschbörse und die Praktikabörse nicht bieten. Denn gedruckt würden die unseren Rahmen sprengen», sagt Billstein.

Das Internetangebot von «Unicum» kommt auch bei Studenten gut an: «An 'Unicum' finde ich besonders die Informationen rund um Praktika und Auslandssemester gut, besonders auch beim Internet-Auftritt», sagt Jennifer Stritzke (23), Studentin der Kommunikationswissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Jonathan Heuer (22), der an derselben Uni Mathematik und Musik auf Lehramt studiert, schaut öfter mal auf «unicum.de» vorbei, seitdem es die neue Rubrik «Reporter» gibt. Dort können Leser selber schreiben.

Das Studentenmagazin im Netz: www.unicum.de

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