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Das sagt die neue Schulleiterin Sabine Schmidt-Strehlau

Bert-Brecht-Gymnasium

Für Lehrerin Sabine Schmidt-Strehlau beginnt am Mittwoch ein neues Kapitel am Bert-Brecht-Gymnasium. 21 Jahre unterrichtet sie hier zwar schon, am Mittwoch aber stellt sie sich Kollegen und Schülern offiziell als neue Schulleiterin vor. Wir haben sie in ihrem neuen Büro getroffen.

KIRCHLINDE

, 30.08.2017
Das sagt die neue Schulleiterin Sabine Schmidt-Strehlau

Sabine Schmidt-Strehlau freut sich auf ihre neue Aufgabe am Bert-Brecht-Gymnasium. Heute stellt sie sich ihren Schülern offiziell als Schulleiterin vor.

Ziemlich wuselig ist es am vorletzten Ferientag am Bert-Brecht-Gymnasium (BBG). Die Lehrer konferieren, planen das neue Schuljahr und kommen bei vielen Fragen zu ihrer neuen Chefin Sabine Schmidt-Strehlau. Die nimmt sich Zeit und hilft. Dann schiebt sie aus einem der angrenzenden Räume einen Stuhl in ihr neues Büro. Das hat zwar frische Möbel und einen neuen Wandanstrich, nur Sitzgelegenheiten sind vorerst Mangelware. Macht aber nix. Reden klappt auch auf den Aula-Stühlen. Redakteur Michael Nickel hat mit der neuen Schulleiterin gesprochen. In seinem Tornister hat er ein paar Behauptungen mitgebracht und Schmidt-Strehlau gebeten, etwas dazu zu sagen.

Die neue Aufgabe bedeutet für mich eine große Herausforderung.

"Ja, weil sie mit mehr Verantwortung verbunden ist, ich an der obersten Spitze stehe und die Entscheidungen hier verantworten muss. Nein, weil ich seit acht Jahren Stellvertreterin bin und schon häufig Schulleitungsaufgaben mit übernommen habe. Trotzdem habe ich jetzt keinen Mann mehr hinter mir, bei dem ich das ganz Unangenehme ablegen kann (lacht). Ich stehe da jetzt in der Pflicht, deswegen ist es eine große Herausforderung."

Ich werde alles anders machen als mein Vorgänger.

Nein, ich werde ganz, ganz vieles von dem, was an dieser Schule gut läuft, belassen. Ich bin schon so lange hier und habe das, was hier existiert, zum Teil mitgestaltet. Mein Vorgänger Wolfgang Hardering und ich haben auch immer gleiche Ziele verfolgt. Ich werde eher Dinge ausschärfen, vielleicht Schwerpunkte weiter in den Fokus rücken. Aber im Grunde stehe ich für die Kontinuität vieler Sachen, die das BBG auszeichnen. Also hohe Kollegialität, gutes und wertschätzendes Miteinander, gute Stimmung.

Mit solchen Kollegen kann sowieso nichts schief gehen. 

Ja, das stimmt. Wir treffen uns regelmäßig mit den Koordinatoren. Die Kollegen, die hier in solchen Positionen sind, wollen Schule mitgestalten. Und wir machen das als Team. Ich verstehe mich als diejenige, die diese Prozesse steuert und manchmal auch anregt, aber auch aufnimmt, was von den anderen kommt. Auch wir, die im weitesten Sinne Schulleitung machen, sind ja nicht alleine Bestimmer. Es ist das Kollegium, aus dem Wünsche und Bedürfnisse geäußert werden. Da ist es uns ganz wichtig, dass wir die Anregungen aufnehmen und damit möglichst zufriedene Kolleginnen und Kollegen hier haben. Zufriedene Lehrer haben in der Regel zufriedene Schüler. 

Aber die Schüler können sich warm anziehen.

Nein, das brauchen sie nicht. An dieser Schule gibt es Regeln. Wir überreglementieren nicht alles, aber das, was wichtig ist, ist geregelt und muss auch eingehalten werden. Wenn diese Regeln nicht eingehalten werden oder Schüler sich untereinander oder Lehrern gegenüber nicht angemessen verhalten, macht mich das schon sehr wütend. Mir ist ganz wichtig, dass wir ein respektvolles Miteinander haben. Wenn so etwas passiert, können sie sich tatsächlich warm anziehen. Das müssen sie aber nicht tun, weil ich hier durch die Gänge gucke und alle stramm stehen müssen (lacht). Ich habe schon als Stellvertreterin ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Schülern gehabt – das soll auch so bleiben.

Ich werde weiterhin unterrichten.

Ja, natürlich werde ich weiter unterrichten. Deswegen bin ich ursprünglich Lehrerin geworden. In diesem Jahr mache ich tatsächlich nur zwei Kurse: einen in Deutsch in der achten Klasse und einen Reli-Grundkurs in der Einführungsphase. Wenn es mit unserem Team so klappt wie ich glaube, würde ich bis auf drei Kurse aufstocken. Mehr ist schlecht, weil man ja doch recht viele Aufgaben hat, die dann in Kollision mit dem Unterricht stehen. Aber ohne Unterricht kann ich mir das nicht vorstellen. Außerdem ist mein Ideal von Schulleitung, dass er oder sie möglichst viele Schüler kennen sollte. Bei 1000 wird es schwierig, da kann man nicht alle kennen. Aber ich kenne viele. Und die, die man kennen sollte, kenne ich auf jeden Fall (lacht). Es gehört auch dazu, dass man nach Möglichkeit in den Pausen im Lehrerzimmer ist und ansprechbar bleibt.

Ich kann mir keine andere Schule zum Arbeiten und Lehren vorstellen.

Ja, das stimmt tatsächlich (lacht). Wenn man sich entscheidet, den Weg zu gehen, Schulleiterin zu werden, gibt es zwei Varianten. Entweder ich möchte es werden – egal an welcher Schule. Oder wie es bei mir der Fall war: Ich kann es mir nur an dieser Schule vorstellen. 

Ich bin BVB-Fan.

Ja, aber lange nicht so begeistert wie meine Söhne.

Meine Antrittsrede habe ich schon fertig.

Ja (lacht). Am Sonntag habe ich sie geschrieben. Ich musste mich ja vorher unter anderem bei der Stadt vorstellen. Jetzt am Mittwoch ist es aber eine andere Situation, ein bisschen lockerer, Schüler werden auch da sein. Das Schreiben hat etwa eineinhalb, zwei Stunden gedauert.

Eigentlich wollte ich schon immer Lehrerin werden. 

Das wollte ich tatsächlich seit der Grundschule. Und es hat sich nie etwas daran geändert. Es war wirklich immer mein Berufswunsch und ich bin gerne Lehrerin. Mit der Idee, dass ich Schulleiterin werden will, habe ich mich aber erst befasst, als ich mich um die Stelle der stellvertretenden Schulleiterin beworben habe. Das war eine Weichenstellung. Vorher war ich kommissarisch Oberstufen-Koordinatorin, das hat mir auch sehr viel Spaß bereitet. Dann habe ich mir Gedanken gemacht: In der Schulleitung kann man mehr anstoßen und mitgestalten. 

Ich habe schon so einige Projekte geplant. 

Ja, ich habe zumindest Schwerpunkte im Auge, die mir wichtig sind. Ich habe an dieser Schule mit vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen den Bereich der Nachhaltigkeit angestoßen. Die Stadt Dortmund zeichnet uns seit Jahren als umweltbewusste Schule aus – das liegt mir weiter am Herzen. Wir haben schon im vergangenen Schuljahr Fahrrad-Aktionstage veranstaltet, um mehr Schüler aufs Rad zu bekommen. Dann auch die Förderung leistungsstarker Schüler, da passiert schon was an unserer Schule, ich würde es aber gerne noch weiter festzurren und ergänzen. Und natürlich Lehrergesundheit, für die ich mich verantwortlich fühle. 

Am BBG lernen die Schüler auch noch was fürs Leben. 

Auf jeden Fall. Das ist das Wichtigste. Wenn man sich überlegt, was man aus der Schulzeit behält: Aktionen, bei denen man sich engagiert hat, Lehrer, die einen beeindruckt haben und sehr authentisch die Begeisterung für ihr Fach vermitteln konnten. Das bleibt hängen und motiviert junge Menschen. Ich denke, in dem Bereich versuchen wir viel zu machen. Das kann nicht alles sein, klar. In der Schule muss auch gelernt werden. Aber um für das Leben zu lernen, ist beides wichtig. Vor allem, ein politisches Bewusstsein zu schaffen und zu zeigen, dass es Sinn ergibt, sich zu engagieren. Natürlich soll man gutes Wissen mitbringen nach dem Abitur, aber die andere Seite ist ebenfalls wichtig. Der Schule kommt da eine ganz große Bedeutung zu, gerade in Zeiten von Facebook und Fake News.