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"Das war unsere Musik"

INNENSTADT Mit einem ebenso farbigen wie energiegeladenen Auftritt eröffnete die Theatergemeinde Volksbühne die neue Saison: bei der "Jahrhundert-Revue" gab es unvergessliche Evergreens und eine Prise Gesellschaftssatire.

von Von Dietmar Bock

, 08.10.2007
"Das war unsere Musik"

Die 30er: Hornung, Zinsmeister, Siebers, Hentschel, Kroneberger und Boiteau (v.l.).

Vom Chopins "Trauermarsch" über "Tutti Frutti", "Yesterday" und "Da Da Da" bis hin zu "We are the World" boten die Schlossfestspiele Ettlingen und das Theater im Rathaus Essen unter der Tourneeleitung der Konzertdirektion Landgraf einen bunten, äußerst gelungenen Mix des letzten Jahrhunderts. Unvergessliche Evergreens, das echte "Flower Power"-Feeling, Erinnerungen an die Beatles sowie an die "Neue Deutsche Welle" ließen den staunenden Betrachter und klangverliebten Zuhörer in Erinnerungen schwelgen. "Das war unsere Musik", war beim Pausengespräch vielfach zu hören.

Bunt und informativ

Der imposante, gefühlsechte Reigen war nicht nur bunt, sondern ebenso informativ. Zum Beispiel gab es die Schlagzeilen der wichtigsten Geschehnisse aus Politik, Sport und Gesellschaft von 1900 bis 2000. Auch bissige Partien und Satire kamen nicht zu kurz. Vor allem das "Dritte Reich" nahm die Inszenierung gekonnt auf die Schippe. Die eingängigen, allseits bekannten Klangwelten reichten von den Melodien kurz nach 1900 ("Das macht die Berliner Luft") über die Gassenhauer der 20er ("Veroniker der Lenz ist da") und 30er Jahre ("Das gibt's nur einmal"), bis hin zu den Bestsellern in den 80er ("Ein bisschen Frieden") und 90er ("Es geht mir gut") Jahren. Unter der einfühlsamen Regie und Choreographie von Ralf Rossa sowie der glänzenden musikalischen Leitung von Hans Christian Petzoldt boten die acht Akteure Unterhaltung vom Feinsten.

Ausgebildete Sänger

Maryse Boiteau, Katja Hentschel, Susanna Hirschler, Evelyn Hornung, Adrian Kroneberger, Marcus Seimel, Klaus Siebers und David Daniel Zinsmeister, denen allesamt ihre umfangreiche Gesangs- und Musicalausbildung anzumerken war, boten eine Glanzleistung, die zu Recht mit Minuten langem, stehendem Applaus honoriert wurde. Zuvor hatten junge wie erfahrenere Semester zu "Rock around the Clock" und "Jailhouse Rock" gerockt und sich an der humorvollen, teils nachdenklichen Vorführung erfreut. Überragend dabei die Verbindung von Politik und Musik. Die deutschen Einheit geht Hand in Hand mit dem Carat-Hit "Über sieben Brücken musst Du gehn". Die Brücke zum begeisterten Publikum hatten die "Jahrhundert"-Künstler sofort geschlagen. Sie klatschen mit, sie tanzten mit und sie sangen mit - vom ersten Song an.