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Gassigehen - ja oder nein?

Dating-App "Tindog" will Hunde zusammenbringen

NRW Wer nach links wischt, der mag nicht, wer nach rechts wischt, der mag Gassi gehen. Oder auch mehr? Die Dating-App "Tindog" will Hundefreunde zusammenbringen und orientiert sich dabei am Vorbild "Tinder". Aber können Hunde-Profile ihren Herrchen und Frauchen wirklich dabei helfen, den richtigen Partner zu finden?

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Alleine Gassi gehen ist oft langweilig. Tindog will darum Hundehalter zueinander führen - die sich am besten auch noch verlieben.

Wenn sich die Hunde mögen - dann mögen sich vielleicht auch die Halter - so die Intention von Tindog.

Wer ein "Match" hat, kann eine Nachricht senden - oder trotzdem weiter suchen.

Das eigene Profilbild muss niemand ausfüllen. Irgendein Foto sollte allerdings schon vorhanden sein.

Manche Profile, wie dieses hier, sind ein offensichtlicher Fake.Ein Herz sagt "mag ich", das Kreuz "mag ich nicht".

Wenn der Hund muss, dann muss er. Auch wenn eine Sintflut vom Himmel stürzt oder gerade die zweite Halbzeit vom BVB bei Juventus Turin begonnen hat. Und auch dann, wenn Herrchen gerade erst von der Arbeit nach Hause gekommen ist und eigentlich nur in die Pantoffeln will. Wie schön wäre es da, nicht allein hinaus zu müssen? An der einen Hand die Leine, an der anderen den Liebsten oder die Liebste - die Idee ist gut. Was aber, wenn der Partner fehlt?

Die große Liebe muss auch den Hund mögen

Hundelieb soll er oder sie sein, natürlich. Der Hund ist schließlich oft wie ein Kind, und das soll ja auch gemocht werden. Dating-Portale gibt es zuhauf. Aber eins, das auf Hundebesitzer abzielt, das ist neu. Tindog heißt das Teil. Eine App, angelehnt an das in diesem Jahr durch die Decke gegangene Tinder. Hier "matchen" sich Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann.

"Das ist schon ein Ableger der Tinder-App. Aber wir haben uns bewusst für ein Hunde-Netzwerk entschieden", sagt Verena Wahlandt. Sie ist Sprecherin von Rocket Communications, die die Pressearbeit der Tindog-Erfinder übernimmt. Tindogs Erfinder sind die Betreiber der Plattform Holidog, die online Tiersitter und -Besitzer vermittelt. "Die App sehen wir auch als Möglichkeit, die Holidog-Community zu stärken." Tindog gibt's für Android und iPhones.

Je nachdem, ob der Mensch am Smartphone nach links - will ich nicht - oder nach rechts - will ich! - wischt, könnte sich ein "Match", also ein "ihr mögt euch beide" ergeben. Wenn's doppelt gefunkt hat, kann drauf los geschrieben werden. Der Funke muss hier allerdings schnell überspringen, anhand weniger Bilder und ein bisschen Infotext. Ob man mit Hunden kann ist da gar nicht so unwichtig.

Liebe zu Hunden als Gemeinsamkeit

Nun schreibt in seinen Infotext aber nicht jeder rein, ob er oder sie Hunde mag. Bei Tindog kann sich der User jedoch sicher sein: Hier sind Hundefreunde, meinesgleichen, wir haben etwas gemeinsam. Darauf lässt sich natürlich prima aufbauen. "Hallo, wie heißt dein Hund?", wäre doch ein leicht gemachter Einstieg in ein Gespräch, oder vielleicht: "Der ist aber süß, wie heißt denn dein Kleiner?", oder: "beißt der?"

"Tindog ist eine unterhaltsame Alternative zu herkömmlichen Dating-Apps, speziell für Tierfreunde", sagt auch Verena Wahlandt. "Es ist auch ein Vorteil für Hundebesitzer, sich hier mit anderen Hundebesitzern zu vernetzen, da man quasi auf der gleichen Wellenlänge ist."

Twitter sieht's ironisch

Christina, die sich die App vor wenigen Tagen heruntergeladen hat, schrieb als erstes: "Who Let The Dogs Out?", ein bekannter Liedtitel. Ihre Luna hatte Lena "gematcht", beides schwarze Französische Bulldoggen. Lena antwortete, allerdings nur mit einem lachenden Smiley. Ernüchternd, findet Christina. "Die App ist nichts", sagt sie, "hier sind auch kaum Hunde in der Nähe". Und auch im Sozialen Netzwerk Twitter wird über Tindog eher ironisch diskutiert.

Ich habe eben Tindog entdeckt. Hoffentlich geht die Welt bald unter.

— Sushi Su (@StereoSushisu)

 

#Tindog, das #Tinder für Hunde. Wer braucht es nicht?! https://t.co/LczDrBlJNe via @LEAD_digital#dating#apps

— Yasmin Kirzeder (@kirzeder)

 "Tindog, ein Datingdienst für Hundehalter und ihre Lieblinge" Jetzt weiß ich auch nicht mehr.— wolke (@wolke1900)

 

Tinder wie auch Tindog zeigen Menschen, beziehungsweise Hunde in einem bestimmten Radius an. Offensichtlich waren am Mittwoch in und um Bochum, wo Christina wohnt, noch nicht viele Vierbeiner angemeldet. "Etwa 130 Nutzer haben wir in NRW", sagt Verena Wahlandt. Rund 800 User habe die App insgesamt in Deutschland.

"Hundehalter sind analoge Menschen"

Doch wer Tiersitter ist, hat oft keinen eigenen Hund, und wer keinen eigenen Hund hat, ist vermutlich nicht bei Tindog. So fungiert die App doch eher als Plattform für einsame Hundehalter, die jemanden zum Spazierengehen - und vielleicht ja auch für mehr finden. Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen hält das für Quatsch. "Hundehalter gehen sowieso raus, auf die Straße, in den Wald, auf die Wiese", sagt er.

Eine App sei unnötig. "Studien haben ja auch schon mehrmals bewiesen, dass ein Hund ein ganz großer Flirt-Faktor ist. Menschen mit Hunden kommen sowieso leichter ins Gespräch", sagt Kopernik. Hundebesitzer seien grundsätzlich eher "analoge Menschen". Sie müssten raus - "und wen treffen sie dort? Andere Hundebesitzer". 

Und die Haustiere selbst, sagt Kopernik, die fänden sich sowieso leichter ohne eine App. "Bei denen geht das über Duftstoffe, über den Geruch." Da helfe es nicht, wenn in dem Infotext etwas über Farbe, Größe oder auch Spieltrieb und Fressverhalten steht. "Diese Beschreibungen", ergänzt er lachend, "die sind ja schon beim Menschen schwierig. Wie soll das da erst bei Hunden funktionieren?"

Die Hunde mögen sich - also auch die Menschen?

Da ist was dran. Vermutlich haben noch nie zwei geheiratet, nur weil sie beide Lasagne mögen oder gerne Turmspringen schauen. Und auch Größe, Gewicht oder Augenfarbe sollten keine Argumente für oder gegen eine Beziehung sein, welcher Art auch immer. Dass sich über die App also zwei Hunde als Spielgefährten finden, sei laut Kopernik nur wenig wahrscheinlich.

Tindog-Sprecherin Verena Wahlandt hofft aber genau darauf. "Wenn sich die Hunde gut miteinander verstehen, ist die Chance auch größer, dass es zwischen den Besitzern funkt", sagt sie. Nutzer können sowohl Hundefotos als auch Bilder von sich selbst einstellen. Und auch Platz für zwei Infotexte gibt es.

Es geht nur um das Eine

Auch Kathi aus Köln hat die App heruntergeladen. Ihr Profil zeigt Mischlingshündin Ruby, den Umkreis, in dem Tindog suchen soll, hat sie auf 70 Kilometer eingestellt. "Trotzdem sind da nur zehn andere", sagt sie. Enttäuschend. Viele würden sich als Pärchen mit Hund anmelden, es gehe offensichtlich also doch meist um das Eine - das Gassigehen.

User, die es dann doch nicht gibt, also Fake-Accounts, gebe es auch hier, sagt Kathi. Genau wie beim Original, Tinder. Die App konnte sie nicht überzeugen. Zu einem Date ist es weder bei ihr noch bei Christina gekommen. Schlimm ist das aber nicht. Draußen, auf der Wiese, im Wald, auf der Straße, treffen sie sowieso andere Hundefreunde.

 

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