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Dauerstreit: Dietrich tadelt Schröder - «Unsachlich»

Bielefeld (dpa) Den verbalen Konter hat der knorrige Trainer von Frauenfußball-Meister Turbine Potsdam, Bernd Schröder, mit seiner harschen Kritik am DFB und der Häme für die Konkurrenz geradezu herausgefordert. Und der ließ auch nicht lange auf sich warten.

Dauerstreit: Dietrich tadelt Schröder - «Unsachlich»

Siegfried Dietrich kritisiert Potsdams Trainer Bernd Schröder. Foto: Marius Becker

Ligasprecher Siegfried Dietrich reagierte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa empört auf einige Aussagen Schröders nach dem vierten Titelgewinn der Brandenburgerinnen am Pfingstmontag.

«Die Tugend, ein guter Gewinner zu sein, erhöht den Respekt der Konkurrenz», meinte der Manager des Rivalen 1. FFC Frankfurt süffisant beim EM-Qualifikationsspiel der deutschen Elf gegen Rumänien (5:0) in Bielefeld. Schröders Kritik am DFB, dem er beim Bundesliga-Rückzug des Frauen-Teams vom Hamburger SV Untätigkeit vorgeworfen hatte, tadelte Dietrich als «sehr unangemessen und unsachlich».

Auch der Frankfurter Manager wertet es als «kein gutes Zeichen», wenn ein vergleichsweise reicher Männer-Bundesligist sein jahrelang erfolgreiches Frauen-Team nicht einmal ein Jahr nach der Heim-WM aus finanziellen Erwägungen vom Spielbetrieb abmeldet. «Es ist eine unbegreifliche und nicht nachvollziehbare Entscheidung des HSV», kritisiert Dietrich, sieht darin aber einen «Einzelfall gegen den allgemeinen Trend», der keinen Vorbildcharakter habe. «Im Gegenteil. Ich bin sicher, dass sich künftig noch mehr Männer-Clubs im Sinn der Gesamtentwicklung ihres Vereins dem Frauenfußball öffnen.»

Dem DFB für den HSV-Rückzug die Mitschuld zu geben wie Schröder («Das ist eine Schande für den deutschen Frauenfußball. Da sieht man, welchen Stellenwert er beim DFB hat»), hält Dietrich für völlig abwegig. «Der Kollege Schröder schätzt die Position des DFB falsch ein, der den Frauenfußball und seine höchste Liga wie kaum ein anderer Verband der Welt fördert. Und das vor und nach der WM gleichermaßen!»

Dietrich ist eine der treibenden Kräfte in der Kommission Frauenfußball. Darin mühen sich Bundesliga- und DFB-Vertreter seit Jahren, Ideen für eine Verbesserung der Strukturen in den Vereinen und eine Professionalisierung der Liga zu entwickeln und umzusetzen. Statt zu meckern und zu kritisieren, lud Dietrich den 69 Jahre alten Widersacher zum wiederholten Mal ein, Liga und Clubs von seinen Erfahrungen aus 40 Jahren Trainertätigkeit profitieren zu lassen.

«Ich erwarte, dass sich alle noch stärker einbringen und fände es auch gut, wenn ein so erfahrener und erfolgreicher Macher wie Schröder seinen Teil dazu beitragen würde», betonte Dietrich. Sein Bestreben ist, das «Zusammenspiel zwischen Clubs und DFB weiterzuentwickeln und die Marke Bundesliga zu verbessern». Man sei «auf gutem Weg», weiter die stärkste Liga der Welt zu bleiben.

Für Schröders geäußerte Häme gegenüber der Konkurrenz aus Duisburg, Frankfurt oder Wolfsburg, die im Titelkampf gegen Potsdam schon zum vierten Mal hintereinander das Nachsehen hatte, zeigte Dietrich wenig Verständnis: «Dass Potsdam wieder Meister geworden ist, sollte aus seiner Sicht kein Armutszeugnis für die anderen sein, sondern das Ergebnis von konstant guten Leistungen seiner Mannschaft. Mit solchen Aussagen schmälert er die Qualität des eigenen Teams.»

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