Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Deftig und selten für Kalorienzähler: Die polnische Küche

Warschau (dpa/tmn) Fleischliebhaber unter den Fußballfans kommen während der EM im Co-Gastgeberland Polen ganz auf ihre Kosten. Kalorienbewusste dürften bei typisch polnischen Gerichten hingegen Probleme haben.

/
Die Polen mögen es deftig: Fleisch oder Wurst, Kartoffeln und Kohl stehen häufig auf dem Speisezettel - hier die schlesische Wurst «Slaska» vom Grill mit Beilagen. Foto: Andrea Warnecke

Leuchtende Farbe und kräftiges Aroma: «Barszcz», die Suppe aus Roter Bete, ist ein typisch polnisches Gericht. Foto: Andrea Warnecke

Preiswerter Sattmacher: In vielerlei Variationen beliebt sind in Polen «Pierogi», hier zum Beispiel mit Hackfleisch gefüllt und mit Speck und Zwiebeln angebraten. Foto: Andrea Warnecke

Das Nationalgericht schlechthin: «Bigos» ist ein deftiger Eintopf aus Weißkohl, Fleisch, Wurst und getrockneten Pilzen. Fast jede Hausfrau dafür hat ein eigenes Familienrezept. Foto: Andrea Warnecke

Das Essen in Polen muss kraftvoll sein und einheizen können. Denn viele der deftigen und bodenständigen Gerichte des Landes wurden schon serviert, als die Mehrheit der Polen Bauern waren und die schwere körperliche Arbeit kräftigende Nahrung zum Muss machte. Und auch der lange polnische Winter, in dem Temperaturen von bis zu minus 25 Grad nicht selten sind, fördert nicht gerade die leichte Küche. Die Polen wollen dann lieber «cos konkretnego», etwas Ordentliches, auf dem Speiseplan - und das nicht in kleinen Mengen.

Wer etwa bei polnischen Familien zu Gast ist oder in einer kleinen Landpension urlaubt, muss sich daher nicht wundern, wenn schon beim Frühstück heiße «kielbasa» (Wurst) serviert wird. Gerade in den vergangenen Jahren entstanden eine Reihe neuer Geschäfte, die regionale Wurst- oder Schinkensorten nach traditionellen Gerichten anbieten. Und diese beinhalten, auf die Schnelle beschrieben, viel Fleisch, Kartoffeln und Kohl.

Vegetarier müssen trotzdem nicht hungern: Es gibt ja die in vielerlei Variationen beliebten «Pierogi», die einst ein italienischer Dominikaner-Mönch als Ravioli-Variante zur Speisung der Armen nach Polen gebracht haben soll. Pierogi sind in der Tat sättigend und preiswert, mit deftiger Füllung als Hauptgericht oder mit Frischkäse oder Beeren gefüllt als Dessert.

In Krakau ist den beliebten Teigtaschen mittlerweile sogar ein Festival gewidmet, bei dem im August die raffinierteste Füllung gekürt wird. Klassiker der polnischen Küche sind russische Pierogi mit einer Füllung aus Frischkäse, Kartoffeln und Zwiebeln, sowie Pierogi mit Hackfleischfüllung oder mit Kohl und Pilzen. Die Teigtaschen können wahlweise gebraten oder gekocht bestellt werden, mit saurer Sahne oder Speckwürfeln.

Als polnisches Nationalgericht gilt «Bigos», ein deftiger Eintopf aus Kohl, Fleisch, Wurst und getrockneten Pilzen. Veredelt wird Bigos in manchen Restaurants mit Wild. Fast jede polnische Hausfrau schwört auf das eigene Familienrezept, das seit Generationen weitergereicht wird - deshalb schmeckt Bigos überall wieder ein bisschen anders. Diese Eigenschaft hat Bigos mit «Barszcz» gemeinsam, der Suppe aus roten Rüben, die auch in anderen osteuropäischen Ländern Tradition hat.

Eine regionale Spezialität aus der polnischen Tatra ist «Oscypek», ein geräucherter Schafskäse, der vor allem gegrillt als Vorspeise oder Snack sehr beliebt ist. Ein typischer Straßensnack sind die trockenen Teigkringel «Owczaranki», die an vielen Straßenecken erhältlich sind und als eine Urform der Bagel gelten. Denn Bagel sind keineswegs ein typisch amerikanisches Gericht, sondern wurden von polnisch-jüdischen Auswanderern in die Neue Welt gebracht. Als Geburtsstätte des Bagels gilt das südpolnische Krakau.

Bei all dem deftigen Essen ist es kein Wunder, dass Wein erst in der jüngsten Vergangenheit Einzug in Polen gehalten hat. Traditionell gibt es zu den deftigen polnischen Gerichten «Piwo» (Bier) - und als Digestif einen Wodka. Wer den Fußballabend dagegen gleich promillehaltig beginnen will, begleitet das «Wässerchen» in Polen in der Regel mit süßsauren oder salzigen Gerichten, etwa mit marinierten Pilzen oder mit eingelegtem Hering und Roggenbrot.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Leben : Essen und Trinken

Getrocknete Kräuter müssen beim Anfassen rascheln

Bonn (dpa/tmn) Wer frische Kräuter auf dem Fensterbrett oder Balkon züchtet, kann nicht immer alle frisch verbrauchen. Dann kann man sie trocknen - am besten in Bündeln. Tipps dazu gibt der Verbraucherinformationsdienst aid.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Zu Milcheis oder im Chutney: Fünf Tipps für Stachelbeeren

Bonn (dpa/tmn) Einige sind saurer als andere, wirklich süß werden sie aber nie. Deshalb sind Stachelbeeren in der Küche eine Herausforderung. Für Köche gibt es hier fünf Tipps, wie sie die sauren Früchtchen verarbeiten können.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Selbst angebaute Kartoffeln trotz schwarzer Pünktchen essbar

Bad Kreuznach (dpa/tmn) So mancher Hobbygärtner hat sich schon über die schwarzen Pünktchen auf seinen Kartoffeln gewundert. Aussortiert werden müssen die Knollen mit Makel jedoch nicht - sie können mitgegessen werden.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Junge Brennnesselblätter schmecken als Pesto

Bonn (dpa/tmn) In Ziergärten sind Brennnesseln den Besitzern meist ein Ärgernis, in Nutzgärten dagegen gern gesehen. Denn das als Unkraut verschriene Gewächs lässt sich gut für einen Wildkräutersalat, für ein Pesto oder als Gemüsebeilage verwenden.mehr...

Leben : Essen und Trinken

Brokkoli-Aroma mit Weißwein oder Zitronensaft intensivieren

Bonn (dpa/tmn) Brokkoli ist gesund und vielseitig einsetzbar. Mit dem Gemüse lässt sich eine Suppe zubereiten, man kann es als Wok-Gemüse oder für Salat nutzen. Besonders aromatisch schmeckt Brokkoli, wenn man ihn mit Weißwein oder Zitronensaft beträufelt.mehr...