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Deilmann-Haniel erhält 200-Millionen-Euro-Auftrag

Dortmunder Schachtbau-Unternehmen

Eine Dortmunder Traditionsfirma hat einen 200-Millionen-Euro-Auftrag an Land gezogen: Das Schachtbau-Unternehmen Deilmann-Haniel GmbH baut in Weißrussland ein neues Kali-Bergwerk. Damit setzt sich fort, was der Deilmann-Haniel-Chef vor Jahren angekündigt hat: "Die Zukunft des Unternehmens liegt im Ausland."

DORTMUND

, 15.07.2017
Deilmann-Haniel erhält 200-Millionen-Euro-Auftrag

Der Sitz von Deilmann-Haniel ist in Kurl. Geschäfte macht das Unternehmen mehr und mehr aber international.

Vom Bergbau ist hierzulande und im Ruhrgebiet immer seltener die Rede. Im Ausland ist das anders, und dort hat das Dortmunder Schachtbau-Unternehmen Deilmann-Haniel GmbH jetzt einen Großauftrag mit einem Volumen von mehr als 200 Millionen Euro an Land respektive aus der Erde gezogen: Es baut in Weißrussland ein neues Kali-Bergwerk. Für Deilmann-Haniel ist es der zweitgrößte Auftrag in der bald 130-jährigen Firmengeschichte.

Zwei Deilmann-Haniel-Sparten: Der einen geht's gut, die andere schließt

Vor einigen Wochen, Ende Mai, sorgte in der Stadt eine Nachricht für großes Aufsehen: Es wurde bekannt, dass die Deilmann-Haniel Mining Systems GmbH (DHMS) ihren Betrieb zum Jahresende einzustellen gedenkt. DHMS produziert vor allem Bagger, Lader und sonstige Maschinen für die Bergbaubranche.

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Neben DHMS auf dem Firmengelände in Kurl sitzt die Deilmann-Haniel GmbH – beide Sparten des 1888 gegründeten Traditionsunternehmens gehören inzwischen direkt oder indirekt der Beteiligungsgesellschaft Aton GmbH in München.

Anders als bei DHMS laufen die Geschäfte bei der Deilmann-Haniel GmbH aber gut. Das Unternehmen, das in Dortmund 90 Mitarbeiter beschäftigt, ist in Deutschland am Endlager-Bergbau für den radioaktiven Abfall beteiligt: bei den Bergwerken Konrad und Asse in Niedersachsen.

2012 erhielt die Deilmann-Haniel GmbH einen 230-Millionen-Euro-Auftrag

Vor allem aber scheint sich zu bewahrheiten, was Deilmann-Haniel-Geschäftsführer Jochen Greinacher bereits vor einigen Jahren sagte: „Die Zukunft des Unternehmens liegt im Ausland.“ Denn auf den 230-Millionen-Euro-Auftrag für den Bau zweier Schächte für ein Kali-Bergwerk im russischen Kali-Revier 2012 folgt nun eben der Auftrag in Weißrussland.

Vergangene Woche hat die Deilmann-Haniel GmbH den entsprechenden Vertrag mit der weißrussischen Gesellschaft Slavkaliy abgeschlossen. Das neue Kali-Bergwerk mit einer geplanten Jahresproduktion von zwei Millionen Tonnen Kalisalz entsteht im weißrussischen Kali-Revier circa 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Minsk.

„Die wesentliche Komponente des Auftrags ist das Abteufen zweier Schächte“, sagte Jochen Greinacher im Gespräch mit der Redaktion. Mit Hilfe des Gefrierverfahrens werden die zwei 700 Meter tiefen Schächte in die Erde gebohrt, zudem werden unter Tage Tunnel errichtet, die zur Lagerstätte führen. Für den Bau der Schächte werde erstmalig in Europa ein neues mechanisiertes Teufsystem der Herrenknecht AG aus Bochum eingesetzt.

Fünf Jahre Bauzeit, 35 Mitarbeiter aus Dortmund sind beteiligt

Die Bauzeit des neuen Bergwerks dauert knapp fünf Jahre, der Auftrag habe „eine sehr nennenswerte Größenordnung“, sagt Greinacher. Vor Ort werden 250 Mitarbeiter tätig sein, darunter 200 weißrussische Arbeiter, die dafür rekrutiert werden. 50 Deilmann-Haniel-Mitarbeiter werden die Schlüsselfunktionen beim Bau wahrnehmen, etwa

30 bis 35 kommen aus Dortmund, sagt Greinacher. Sie werden, wie bei solchen Projekten im Ausland üblich, jeweils im Wechsel sechs Wochen vor Ort und drei Wochen in Dortmund sein.

Mit dem neuen Großauftrag setze man die „Wachstumsstrategie auf den internationalen Bergbaumärkten weiter fort“, schreibt die Deilmann-Haniel GmbH in einer Pressemitteilung. Derweil stehe der größte Auftrag der Firmengeschichte, das Schachtbauprojekt im russischen Kali-Revier, kurz vor der planmäßigen Fertigstellung.

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