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Dem Apfelgeschmack auf der Spur: Neue Kooperation

Osnabrück (dpa) Heiß ist es in dem Gewächshaus im Osnabrücker Norden. In Reih und Glied stehen die jungen Apfelbäumchen, die für die «Züchtungsinitiative Niederelbe» (ZIN) bestimmt sind.

Dem Apfelgeschmack auf der Spur: Neue Kooperation

Die FH Osnabrück führt derzeit ein Forschungsprojekt zur «Identifikation von Geschmackspräferenzen bei Apfelkonsumenten» durch. (Bild: dpa)

«So 5000 bis 6000 Sorten züchten wir in diesem Jahr», sagt Agrarwissenschaftler Prof. Werner Dierend. Welche Sorten davon tatsächlich eine Zukunft haben, wollen die Forscher der Fachhochschule Osnabrück und die Obstbauern aus dem Alten Land vor den Toren Hamburgs genauer wissen. Erstmals testen sie dazu frühzeitig auch den Geschmack der Äpfel.

«Man braucht eine Orientierung, was zukunftsfähige Apfelsorten sind», sagt Prof. Ulrich Enneking. Bislang seien Züchter und Obstbauern fast nur vom Ertrag ausgegangen oder Dingen, die Wissenschaftler Enneking «angebotsrelevante Parameter» nennt: Lagerung zum Beispiel oder die Verarbeitung, Gewicht oder Schädlingsresistenz. Ob ein Apfel schmeckt, war zweitrangig. «Vor allem ist dieser Aspekt noch nie zu einem so frühen Zeitpunkt in den Züchtungsprozess eingeflossen», ergänzt Dierend.

Im Herbst beginnen die Vorarbeiten für das Projekt. In Zusammenarbeit mit einem auf Geschmacksforschung spezialisierten Partnerinstitut wird zunächst eine Art «Geschmackslandkarte» zur Beschreibung für den Apfelgeschmack erarbeitet. Geschulte Laien sollen anhand von 50 Apfelsorten die Geschmacksdimensionen der Frucht beschreiben. Am Ende stehe eine Systematik, mit der man die Breite und die Unterschiede im Apfelgeschmack wissenschaftlich genau beschreiben könne, erklärt Enneking.

Die Landwirte von der Niederelbe arbeiten seit etwa sechs Jahren mit den Osnabrücker Forschern zusammen. Sie hoffen, den Jahrzehnte dauernden Züchtungsprozess abzukürzen. Für die Bauern sei es wichtig zu wissen, was der Verbraucher eigentlich will, erklärt der Sprecher der Züchtungsinitiative, Ulrich Buchterkirch. 170 Bauern beteiligen sich an dem Projekt.

Wenn die «Geschmackslandkarte» steht, sollen die Vorlieben der Verbraucher mit Hilfe einer Gruppe von 300 bis 400 Konsumenten erforscht werden. Wahrscheinlich gibt es sehr unterschiedliche Vorlieben, die sich nach Alter, Geschlecht oder anderen Merkmalen einordnen lassen. Ziel sei es, Geschmacksmerkmale und bestimmte Verbrauchergruppen einander zuordnen zu können, erklärt Enneking: «Das ist eine Art Grundlagenarbeit für die weitere Züchtung, aber auch für die Vermarktung.» Man könnte mit diesem Wissen mit dem Lebensmitteleinzelhandel bestimmte Apfelsorten gezielt vermarkten - etwa Äpfel, die vor allem ältere Damen mögen, oder die ganz besonders Kindern gut schmecken.

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