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Dem Bischof Paroli bieten

BOCHUM Konkrete Erfolge kann die Aktion "Rettet unsere Kirchen" zwar noch nicht vorweisen, doch sie setzt auf Kirchenrecht und Gesetz, um den Kahlschlag im Bistum zu verhindern.

von von Joachim Stöwer

, 05.10.2007
Dem Bischof Paroli bieten

"Wir unterstützen die Gemeinden und Förderverein bei ihren Bemühungen, ihre Kirche zu retten", betonte Dr. Christel Darmstadt  (Foto) gestern. Dafür sei es noch nicht zu spät, weil die zur Entwidmung anstehen den 96 von 349 Kirchen im Bistum Essen noch im Eigentum der Gemeinden stünden und deshalb nur die Kirchenvorstände verfügungsberechtigt sind.

Dass da noch was gegen den Bischofs-Willen etwas zu machen ist, sieht auch Dr. Franz-Josef Jasper. Der Jurist verweist auf den Ca. 1221 des Kirchenkodex: "Eine Kirche darf nur dann profaniert werden, wenn sie in keiner Weise mehr zum Gottesdienst verwendet werden kann und keine Möglichkeit besteht, sie wieder herzustellen".

95 Prozent intakt"

Unter diesen Tatbestand ließen sich im Bistum nur ein paar wenige katholische Gotteshäuser einordnen. Die Kunsthistorikerin Darmstadt ist überzeugt: "95 Prozent der Kirchen sind in absolut gutem bis hervorragendem Zustand. Die Retter-Aktion hat inzwischen auch Gutachten über die rechtlichen Fragen einholen können und ist zuversichtlich, dass die betroffenen Gemeinden mit ihrer Hilfe Bischof Genn doch noch Paroli bieten können.

Briefflut unbeantwortet

Der nämlich zeigt sich bislang unnachgiebig: "No regret" heißt es aus Essen - "moralische Appelle nutzen da nichts", dise Erfahrung hat Christel Darmstadt machen müssen - ebenso wie viele Gemeindemitglieder, deren persönliche Bittbriefe nach Essen in so überwältigender Zahl auf Reise gingen, dass das Bistum inzwischen auf Antwortschreiben verzichtet habe. Stattdessen würden die Gemeindepfarrer unter Druck gesetzt.

 Erkundungsreise

Die Aktion lädt am 20. 10. zu einer Busfahrt zu Kirchen mit "behutsamer Nutzungserweiterung" nach Dortmund ein. 10 Uhr ab Ev. Stadtakademie, Klinikstraße 20. Rückkehr 18 Uhr; Preis 25 Euro. Anmeldungen unter Tel. (0234) 59869 oder Mail an office@stadtakademie.de