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Den Hund Hund sein lassen

WITTEN Bereits zum dritten Mal gastierte Hunde-Pflüsterer Martin Rütter in der zum dritten Mal ausverkauften Wittener WerkStadt und begeisterte zum dritten Mal die Freunde der bellenden Vierbeiner.

von Von Dietmar Bock

, 18.10.2007
Den Hund Hund sein lassen

Martin Rütter: "Der tut nix".

Nach „Der will doch nur spielen“ und „Das hat er noch nie gemacht“ setzt der Erftstädter seine beeindruckende Vortragsreihe nun mit dem aktuellen Programm „Auf den Hund gekommen“, das am Mittwochabend in Witten Premiere feierte, ebenso nahtlos wie erfolgreich fort. Alle seine Ausführungen, zu denen jeweils die seit Februar in Witten und Bochum tätige Hundetrainerin Martina Skiba eingeladen hatte, stehen unter dem Generalmotto „Wie erziehe ich meinen Hund und nicht umgekehrt“. Beim Umgang mit den Tieren, die „einen hohen Verwandtschaftsgrad zum Wolf haben“ (Rütter), gibt es jede Menge zu beachten.  Der aus dem Fernsehen (u. a. „Eine Couch für alle Felle“) bekannte Hundepsychologe gibt nicht nur Schemata mit an die Leine, mit denen man seinen Liebling trainieren kann, sondern gewährt einen überraschenden Einblick in die Gedankenwelt des Vierbeiners. Wie denkt mein Hund? Wie kommt das, was ich mache, bei ihm an und was löst das bei ihm aus?  Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der gebürtig aus dem Ruhrgebiet stammende Hundenarr von Kindesbeinen an („Ich hatte mich schon immer für Hunde interessiert,obwohl meine Eltern mit Tieren absolut nichts am Hut hatten“) drei Stunden lang so intensiv, wie er seine Themen locker, flockig an Frauchen und Herrchen bringt. Die 180 Minuten vergehen bei informativen Folien, einem geschichtlichen Abriss und lehrreichem wie lustigem Video-Studium wie im Flug. Und bei der Fehleraufarbeitung ertappt sich so mancher immer 'mal wieder selbst, wie eine Zuschauerin freimütig eingesteht:  „Da hab´ ich mich ganz schön oft wieder erkannt“. Wie ihr erging es den meisten der 300 Zuschauer, die aus dem Mund eines Experten hörten, dass die sogenannten Wesenstests nicht der Natur des Hundes entsprechen, dass sich der Vierbeiner bestens als Wärmequelle und Zugtier für den Bollerwagen eignet und jede Menge Gemeinsamkeiten mit dem Menschen hat. „Keine andere Tierart ist uns so ähnlich wie der Hund“, weiß Rütter über seine Freunde, die mit „weit mehr als 200 mimischen Ausdrucksweisen“ aufwarten und zudem mit ihrer Stubenreinheit überzeugen. So verwundert es nicht, wenn der Hunde-Pflüsterer sagt: „Wir schaffen es eigentlich nicht, den Hund Hund sein zu lassen“. Dank Martin Rütter versteht man seinen Vierbeiner jetzt besser.