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Der Bagger ist schon da

HERBEDE Und es wird doch gebaut. Obwohl die Normenkontrollklage von Anwohnern gegen den Bebauungsplan „Im Röhrken/Magnolienweg“ erfolgreich war, haben die Arbeiten für den Bau hochwertiger Einfamilienhäuser begonnen.

von Von Susanne Linka

, 22.10.2007
Der Bagger ist schon da

Die Erschließung des Talgeländes am Magnolienweg hat begonnen. Hier sollen 21 Einfamilienhäuser mit Grundstücksgrößen zwischen 600 und 1600 Quadratmetern angeboten werden.

„Von dem Urteil war nur der Lärmschutz betroffen. Das Gericht hat nicht etwa das Bauvorhaben in Frage gestellt“, bekräftigte Stadtbaurat Markus Bradtke in der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung.

Das Urteil habe bemängelt, dass in die Untersuchung der Lärmbelastung nur die Autobahn sowie die Straßen Im Hammertal und Buchholzer Straße eingeflossen sei. Auch die Straße Im Röhrken müsse in diese Betrachtung aber mit eingeschlossen werden. Dann ergebe sich allerdings eine geringfügige Überschreitung der Werte.

Vor vollendete Tatsachen gestellt

„Die Stadt ist mit dem Ziel, einen rechtsfreien Raum zu schaffen in Revision gegangen. Die Bebauung läuft, und es werden vollendete Tatsachen geschaffen“, kritisierte Klaus Riepe von der WBG die Vorgehensweise der Verwaltung.

Seine Fraktion habe die Bedenken der Anwohner immer geteilt: „Was ist nun mit ihren Bürgerrechten?“ Riepe signalisierte, er wolle dem Vorgehen der Verwaltung nicht zustimmen, nach dem nun ein dem Urteil entsprechend korrigierter Bebauungsplanentwurf auf den Weg gebracht werden sollte.

Abgesehen davon, dass das Gericht die Baumaßnahme als solche nicht kritisiert hat, habe die Stadt ein Interesse an dieser Bebauung, rechtfertigte Markus Bradtke sein Vorgehen. Auch habe der Grundstückseigentümer schon viel investiert.

Aus ökologischen Gründen abgelehnt

Dazu äußerte sich der Fraktionslose Helmut Dannert allerdings eher ablehnend: „Mit der Maßnahme wird nur Privatleuten in die Tasche gewirtschaftet.“ Das Parteimitglied der Grünen verwies noch einmal darauf, dass es die Planung ohnehin aus ökologischen Gründen abgelehnt habe.

Arnulf Rybicki (CDU) wusste sich diesmal allerdings im Einvernehmen mit den Plänen der Stadt: „In Witten sind die Flächen zum Bauen knapp. Doch die Stadt muss sich geordnet entwickeln können.“ Das gelte auch, wenn der Vorgang dem Bürger kaum zu erklären sei: „Da verliert die Stadt ein Verfahren, und es wird trotzdem gebaut“. Mit den Gegenstimmen der Grünen, der WBG und von Helmut Dannert wurde der neue Bebauungsplan auf den Weg gebracht.