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Interview mit Demografie-Beauftragter

„Der Blick auf Stadt und Stadtgesellschaft wurde geschärft“

BIELEFELD Susanne Tatje war 2004 die erste Demografie-Beauftragte Deutschlands. In Bielefeld sollte sie dafür sorgen, dass die Stadt sinnvoll auf die Bevölkerungsentwicklung reagiert. Im Interview erklärt sie, was sich seitdem getan hat und welche Chancen sie im demografischen Wandel sieht.

„Der Blick auf Stadt und Stadtgesellschaft wurde geschärft“

Susanne Tatje ist die erste Demografie-Beauftragte Deutschlands.

Auf welche Widerstände sind Sie als erste Demografie-Beauftragte gestoßen?

Als die Stadt Bielefeld 2004 die Stelle im Dezernat des Oberbürgermeisters einrichtete, war die Demografie für alle absolutes Neuland. Einige fanden das Thema spannend, andere waren skeptisch und befürchteten, ich wolle ihnen in ihre Zuständigkeiten „reinreden“. Und es stimmte ja auch – ein „Weiter wie bisher“ sollte vermieden werden, die Folgen der demografischen Veränderungen lagen auf der Hand, Planungen mussten sich dieser Entwicklung anpassen.

Hat sich das Problembewusstsein inzwischen verändert?

Das Thema kann in Bielefeld eine beeindruckende Erfolgsgeschichte vorweisen. Auch durch die positive Unterstützung der Medien, die der innovativen Bielefelder Idee und meiner Arbeit zu öffentlicher Aufmerksamkeit und damit politischer Bedeutung verhalfen: der Blick auf Stadt und Stadtgesellschaft wurde geschärft. Auch durch die Diskussion um das Demografiekonzept von 2006 mit den demografiepolitischen Zielen zu Integration, Wirtschaft und Arbeit, Gesundheit, Familie, Bildung und Stadtentwicklung. Nachdem das Konzept im Rat beschlossen war und sogar den Innovationspreis des Landes NRW erhielt, gab es viele Anfragen aus Städten und Gemeinden.

Beim Thema Demografie ist fast immer von Überalterung, Städte-Schrumpfungen, Vereinsamung die Rede – gibt es auch Chancen des Wandels?

Von Beginn meiner Tätigkeit habe ich mich den Horrorszenarien einer aussterbenden Gesellschaft entgegen gestellt. Die Diskussion über Bielefelds Zukunft sollte sachlich geführt werden. Es ist kein Nachteil, darüber nachzudenken, wie wir unsere Städte und Quartiere gestalten wollen, um ein Zusammenleben aller Generationen zu ermöglichen. Dann können wir auch gleich mit bedenken, wie wir die städtischen Finanzmittel sinnvoll einsetzen können.

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