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Der Lissabon-Krimi: Der Tote in der Brandung

Berlin. Noch ein Krimi: Diesmal spielt er in Lissabon und ist etwas anders. Coole Kommissare gibt es nicht. Im Mittelpunkt stehen ein Anwalt und seine junge Assistentin. Und die machen ihren Job recht gut.

Der Lissabon-Krimi: Der Tote in der Brandung

Anwalt Eduardo Silva (Jürgen Tarrach) und seine Assistentin Marcia Amaya (Vidina Popov). Foto: Armando Claro

Der Donnerstag ist Krimitag. Das ist bei der ARD Gesetz. Und es sieht nicht so aus, als würde sich das ändern, ganz im Gegenteil. Gerade Kriminalfälle, die in attraktiven Großstädten im Ausland wie Tel Aviv oder Barcelona spielen, gibt es immer mehr.

Ein neuer „Amsterdam“-Krimi mit Hannes Jaenicke soll im Herbst starten. Der neue „Lissabon-Krimi“ hat schon an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) Premiere. Jürgen Tarrach (57) hat darin eine starke Rolle: Er spielt den ehemaligen Staatsanwalt Eduardo Silva, der nach dem Tod seiner Frau etwas aus der Spur geraten ist und nun als Rechtsanwalt auf bescheidenem Niveau sein Geld verdient.

Eine eigene Kanzlei hat Silva nicht, er wohnt in Lissabon in einer Pension, in der er auch arbeitet. Allein, wie er mehr als einmal betont. Bis die junge Juristin Marcia Amaya (Vidina Popow) ihn dann doch dazu bringt, sie als seine Assistentin zu engagieren.

Krimi-Erfahrung hat Tarrach schon einige: Für seine Rolle als „Norbert“ in dem gleichnamigen Münchener „Tatort“ bekam er den Deutschen Fernsehpreis. Als bester Hauptdarsteller war er für seine Rolle als Kommissar Docker in der Krimireihe „Die Musterknaben“ für den Bundesfilmpreis nominiert. Docker war eine Figur, die so sympathisch war, weil sie nicht glänzen wollte. Und genau das gilt für Eduardo Silva auch.

Tarrach ist die Idealbesetzung dafür. Er spielt den ehemaligen Staatsanwalt, der im Zweifel auch mal Gesetze bricht, als Einzelgänger, für den Konventionen nicht zählen und dem völlig egal ist, ob die Krawatte und die Frisur perfekt sitzen. Meistens ist das nicht so. Karriere ist ihm sowas von unwichtig - die hatte er schon. „Er hat scheinbar mit allem abgeschlossen“, sagt Tarrach. Gerade das reize ihn an der Figur, dass Silva keine Rücksicht auf Verluste nehme, jedenfalls, was ihn selber angehe. „Das Einzige, bei dem er sein Leben noch spürt, sind fast aussichtslose Rechtsfälle, in die er sich reinschmeißt“, sagt Tarrach.

So ist es auch im ersten Fall, „Der Tote in der Brandung“ (Regie: Sibylle Tafel, Buch: Kai-Uwe Hasenheit und Patrick Brunken), in dem die junge Mutter Joana Cordeiro Soares (Alexandra Gottschlich) verdächtigt wird, ihren Mann Elias ermordet zu haben. Alle Indizien sprechen gegen sie. Aber Elias handelte auch illegal mit teuren Krebsmedikamenten, wie Silva bald herausfindet. Und Joanas Schwester Tereza (Nicole Gerdon) wusste davon. Die Mafia auch. Und Silva lässt nicht locker, bis er weiß, wer Elias tatsächlich umgebracht hat.

Der „Lissabon-Krimi“ ist angenehm anders als die meisten Donnerstagskrimis, was auch daran liegt, dass er ohne Kommissare auskommt, die die Knarre ziehen und den Helden markieren. Eduardo Silva spielt in einer anderen Liga - und Jürgen Tarrach auch. „Als 57-Jähriger kann man nicht so einen ewig lachenden, smarten charmanten Typen spielen“, sagt der Schauspieler über seine Rolle. „Gerade, dass er so kantig ist, das mag ich total gern.“

Aber auch Marcia Amaya ist eine ungewöhnliche Figur: eine junge Juristin mit glänzenden Zeugnissen, aber miserablen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, weil sie aus einer Roma-Familie kommt. Silva hat am Anfang keine große Lust, sie einzustellen. Aber das ändert sich nicht erst, als sie ihm das Leben rettet. Und man weiß schon jetzt: Das Duo wird noch für viele Mandanten kämpfen. Der zweite Fall lässt nicht auf sich warten: „Alte Rechnungen“ ist bereits am Donnerstag darauf (12. April) zu sehen.

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