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Der Name lebt weiter

MITTE In großen Lettern steht es auf den Schaufenstern: "Wir schließen." Nach 31 Jahren ist zum Jahresende Schluss für das Modehaus Ebel an der Huestraße/Ecke Luisenstraße. "Wir gehen in Rente", sagen die Besitzer Gabie und Helmut Hohaus.

12.10.2007

och richtig Schluss ist eigentlich nicht. Denn Gabie und Helmut Hohaus haben die Nachfolge ihres traditionsreichen Bochumer Modehauses geregelt. "Wir sind glücklich, dass es auch ohne uns weitergeht", erklärt Gabie Hohaus. In das Ladenlokal an der Huestraße/Ecke Luisenstraße wird Peter von Drathen mit seinem Modehaus ziehen. Er hat bereits Filialen u.a. in Dortmund, Essen, Hagen und Düsseldorf. Der Name Ebel verschwindet dennoch nicht ganz aus dem Innenstadt-Bild. Mit Ebel Sport in der Huestraße lebt er weiter - ebenfalls unter neuer Leitung.

Auf Suche in Paris

Das Modehaus Ebel, 1953 von Katharina Ebel am heutigen Standort gegründet, übernahmen die Hohaus im Jahre 1976. Mit Ebel Sport hatten sie zwei Standbeine ihres Unternehmens in der Innenstadt. Ebel beschäftigt 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Verkauf, der Schneiderei und in der Dekoration.

"Unser Kerngeschäft war immer Ebel Moden, unser Konfektionshaus mit einem damenhaften Sortiment", berichtet Gabie Hohaus. "Wir waren noch richtige Trüffelschweine", lacht Helmut Hohaus. "Wir haben noch die neuen Modetrends in London und Paris aufgespürt, damit wir das anbieten können, was der Nachbar nicht hat", blickt er zurück. "Die Individualität geht schon oft verloren", meint Gabie Hohaus, "aber das Quartier bildet da in Bochum eine rühmliche Ausnahme."

Nach nun über 30 Jahren im Geschäftsleben stand bei Ebel der Generationenwechsel an. Die Hohaus gehen Ende des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand. "Wir wollen aufhören, so lange es noch Spaß macht und wir keinem zur Last fallen", erklärt Gabie Hohaus.

Zudem läuft der Mietvertrag bei Ebel Sport aus, er müsste für weitere fünf Jahre verlängert werden. Gabie Hohaus: "Das ist zu lange für uns. Unsere drei Kinder haben alle eine gute Ausbildung, allerdings nicht für den Handel und für das Geschäft." Rechtsanwalt, Diplom-Ingenieur und Soldat waren die Berufswünsche der Kinder. "Wir wollten nicht, dass sie nur aus Pflichtbewusstsein, nur uns zuliebe, das Geschäft übernehmen", erklärt die Inhaberin.

Ex-Azubi übernimmt

Da war es fast schon eine Fügung, dass sich mit Alexandra Mohr ausgerechnet eine ehemalige Auszubildende im Hause Ebel selbstständig machen wollte und sich für die Übernahme von Ebel Sport interessierte. "Sie hat vor zehn Jahren ihre Ausbildung bei uns gemacht und war Jahrgangsbeste", sagt Helmut Hohaus. Nach ihrer Ausbildung studierte Alexandra Mohr an der Lehranstalt des deutschen Textil-Einzelhandels, sammelte anschließend als Betriebswirtin bei einem großen Einkaufsverband Erfahrungen. Seit Juli arbeitet sie sich ein, damit der Wechsel reibungslos funktioniert.

Doch mit der Übernahme von Ebel Sport standen die Hohaus vor der Frage, was sie mit ihrem Stammhaus machen. "Schließlich lässt sich der Name Ebel nur einmal verkaufen", sagt Gabie Hohaus. Doch mit Peter von Drathen haben sie einen Nachfolger gefunden, der zwar mit neuem Namen und einem etwas anderen Konzept auftritt, den Modestandort aber erhalten wird.

Wichtig für Huestraße

Und so wird ein Herzenswunsch der Hohaus wahr: "Wir haben uns sehr bemüht, dass es in der Huestraße weiterhin ein Modegeschäft gibt. Das ist für die Straße sehr wichtig", sagt Helmut Hohaus, selbst 20 Jahre Vorsitzender der Werbegemeinschaft im Quartier.

Und auch an ihre Beschäftigten denken die Inhaber. Bei Ebel Sport werden alle sieben Mitarbeiterinnen von Alexandra Mohr übernommen, mit Peter von Drathen wird gerade darüber verhandelt, dass auch die Ebel Moden-Mitarbeiterinnen übernommen werden. Dann wäre das Feld endgültig bestellt.

Und was machen Helmut und Gabie Hohaus dann? "Wir ziehen uns ins Privatleben zurück", sagt Gabie Hohaus. Michael Zeh