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Der Pilz kam wieder

Siedlung Lanstrop

"Da ist von Anfang an der Schlendrian drin", schimpft der Mieterbeiratsvorsitzende Peter Wiederstein über die schleppende Sanierung der Großsiedlung aus den 60er Jahren.

LANSTROP

von Von Uwe Brodersen

, 26.08.2010
Der Pilz kam wieder

Die bisherige Renovierung der Lanstroper Großsiedlung stellt die Mieter in keiner Weise zufrieden.

Rainer Stücker, Geschäftsführer des Dortmunder Mietervereins, pflichtet ihm bei: „Die bisherige Bilanz ist niederschmetternd.“ Lang ist die Liste der Mängel und Kritikpunkte bei der Instandsetzung und Modernisierung der 1100 Wohnungen, die der neue Eigentümer, die Hanseatic-Gruppe, vor einem Jahr vollmundig angekündigt hatte. Wiederstein berichtet von zahlreichen Mieterbeschwerden: Die monatelang hinausgezögerte Renovierung sei weiter vertagt worden mit dem Hinweis darauf, dass in NRW Gerüstmangel herrsche.

Vor den Arbeiten sollten die Mieter die Fenster geschlossen halten. „Das taten sie, als 40 Grad herrschten, und es passierte nichts“, so Wiederstein. Vier Häuserblocks sind bisher eingerüstet. Der Zugang zu den Balkonen erfolge nicht durch die Wohnungen, hieß es zunächst, dann kam die Kehrtwende. In einem Keller sei das Schloss ausgetauscht worden, ohne den Mietern Bescheid zu sagen. Unfreundlich seien die Hausmeister und die Hausverwaltung. Die Renovierung falle kleiner aus als ursprünglich geplant: Es gebe weder neue Fenster, noch neue Eingänge.   Erneuert wurden laut Wiederstein nur die Elektroleitungen, teilweise die Bäder und die Fußböden (Laminat). Auch sei tapeziert bzw. gestrichen worden. Doch sei in den bisher 28 renovierten Wohnungen teilweise schon wieder Schimmelpilz festgestellt worden.

Peter Wiederstein vermutet, dass die Leerstände mittlerweile über die 210 aus 2009 hinausgehen. Zehn Mieter hätten zum 31.10. gekündigt. Für Rainer Stücker ist die „Hängepartie“ der Hanseatic Ausdruck der hinter ihr stehenden Banken, die womöglich auf den Tag X warteten, an dem die Immobilienpreise wieder steigen. „Bis dahin halten sie das Objekt in der Schwebe.“ Es werde nicht genug Geld investiert. SPD-Ratsvertreter Bruno Schreurs empfiehlt den Mietern, der Hanseatic zu schreiben: Und wenn die Mängel nicht abgestellt würden, müssten sie über eine Mietminderung Druck ausüben. Schreurs, Wiederstein und Stücker betonten, dass die neue Ladenzeile und das Einkaufszentrum hingegen auf einem guten Weg seien. Thomas Maletzki von der Hanseatic wollte zu den Vorwürfen noch keine Stellung nehmen. Er plant in der nächsten Woche einen Ortstermin, bei dem er dann im Detail antworten werde.