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«Der Raub des Domschatzes» begeistert Zuschauer

Verden (dpa) ­ Die Dämmerung ist längst hereingebrochen, Nebel wabert, und zwei tote Bischöfe erheben sich am Fuße des altehrwürdigen Doms im niedersächsischen Verden aus ihren Sarkophagen.

«Der Raub des Domschatzes» begeistert Zuschauer

Christian Aumer spielt in Verden den Dombaumeister Leo Bergemann.

Sie lassen Dombaumeister Leo Bergmann erschaudern, hat er doch aus Geldnot wertvollen Altar- und Grabschmuck gestohlen, um ihn in England zu versilbern. Eine Szene, bei der auch das Premieren-Publikum Gänsehaut bekommt. Rund 800 Zuschauer haben am Freitagabend die Uraufführung der historischen Krimikomödie «Der Raub des Domschatzes» unter freiem Himmel gesehen. Die Domfestspiele feiern in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag.

«Der Raub des Domschatzes» spielt in der Biedermeierzeit. Dabei rankt sich die Geschichte des Leipziger Autors und Regisseurs Ralph Oehme frei erfunden um geschichtliche Fakten. Belegt ist, dass die Regierung in Hannover 1828 beschließt, den maroden Dom in Verden wiederherzustellen und damit den Baumeister Leo Bergmann beauftragt. So steht der Dom dieses Mal selbst im Mittelpunkt des Sommertheaters. Zugleich bietet er die Kulisse für das Spektakel aus romantischen Liebeleien, bunten Volksfestszenen, einem dramatischen Duell sowie dem Tanz der Hexen.

«Hier zu spielen, dass ist wie Sekt, es ist prickelnd und macht aufgeregt», sagt Bernd Maas. Maas spielt den Brandstifter Donald Donnerbart und mag die Vielschichtigkeit seiner Figur. «Donnerbart brennt einerseits einfach mal so eine Fabrik ab», sagt Maas. «Andererseits bereitet er seiner Liebsten ein Bett aus Rosenblättern.» Der Sozialarbeiter ist Domfestspieler der ersten Stunde. Christian Aumer steht dagegen in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Freilichtbühne in Verden. Der in Bremen lebende Theater- und Fernsehschauspieler stellt den Dombaumeister Leo Bergmann dar. «Draußen zu spielen, macht riesigen Spaß, man kann in den Himmel spielen», sagt der 44-Jährige.

Aumer und Maas gehören zu der Handvoll professioneller beziehungsweise semiprofessioneller Darsteller des rund 60-köpfigen Ensembles. Die meisten sind Laien, ebenso wie der Großteil der Mitarbeiter hinter den Kulissen. Claudia Rippe mimt mit blonder Lockenperücke und rosa Tüllkleid die Fabrikantentochter Adele Franke. Sie freut sich nach monatelangen Proben über die Belohnung: den Applaus. «Ich bin überhaupt nicht aufgeregt», sagt die 21 Jahre alte Praktikantin in einem Kindergarten in der Pause. Sie hat die Stunden vor der Premiere im Schwimmbad verbracht.

Bis zum 16. August sind insgesamt zehn Vorstellungen geplant. Wer allerdings jetzt noch keine Karten hat, muss auf die nächste Festspielsaison hoffen, «denn», sagt Organisatorin Gabriele Müller, «wir sind komplett ausverkauft.»

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