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Der Sommer wird kurz: Männer genießen endlich Beinfreiheit

Berlin (dpa/tmn) Lange waren kurze Hosen außen vor. Sie galten als infantil und geschmacklos. Damit ist jetzt Schluss: Diesen Sommer emanzipieren sich die Shorts von ihrem schlechten Ruf und werden in vielen Kombinationen zum Must-Have der warmen Jahreszeit.

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Kurze Karohosen kann man heute tragen, sagen die Modeexperten - aber bitte kombiniert zu schlichten Hemden, wie hier Bugatti zeigt. Foto: Bugatti

Oben das Sakko mit Einstecktuch, unten kurzes Bein: Eine eher ungewöhnlich klingende Kombination - hier von Manuel Ritz - ist in den Modemetropolen längst angekommen. Foto: Manuel Ritz

Schick, schick - und doch so sportlich: s.Oliver zeigt eine lässige kurze Hose zu einem feinen Sakko. Foto: s.Oliver

Man schließe die Augen und stelle ihn sich vor: Ein blasser Bauch blitzt unterm T-Shirt hervor, dünne Beinchen in labbrigen Shorts, die Füße stecken in Badelatschen. Das Stereotyp des deutschen Sommerurlaubers ist der Alptraum jeden Modedesigners. Männer mit Sinn für Mode mussten deshalb immer schwitzen, sobald das Thermometer stieg. Shorts waren modisches Sperrgebiet - Kleidung für die Kleinen.

«Kinder konnten kurze Hosen tragen. Mit dem Übergang ins Erwachsenenalter änderte sich das. Die lange Hose war früher immer auch ein Ausdruck von Erwachsenensein. Das war geradezu eine Ehre», erklärt Stilberater Bernhard Roetzel aus Berlin. Auch heute noch stehe die lange Hose für Seriosität. Und doch ist 2012 vieles anders.

Die Herrenmode gibt sich einerseits lässig, orientiert sich jedoch auf der anderen Seite an klassischen Looks und wirkt konservativer. «Diese Attitüde kommt in die Mode zurück. Wir vermerken eine sehr bourgeoise Kleidung, einen Hang zur Bürgerlichkeit im jugendlichen Umfeld«, sagt Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut. Kein Kleidungsstück verkörpert den Spagat zwischen Lässigkeit und Eleganz so gut wie die Shorts. Sie stehe vor allem für Jugendlichkeit, erklärt Müller-Thomkins. In der Kombination mit einem Blazer wird sie aber zum Mittler von männlicher Freiheit und Eleganz.

Oben das Sakko zusammen mit T-Shirt oder Hemd und Krawatte, unten kurzes Bein. Was zunächst eher ungewöhnlich klingt, ist in den Modemetropolen längst angekommen - s.Oliver zeigt etwa eine Kombination mit schicken Streifenhemd, dunklem Sakko und nackten Bein ab dem Knie, Manuel Ritz eine Kombi von Streifensakko und karierter Kurzhose. Der Look erinnere an Schul- und Militäruniformen oder den College-Look der amerikanischen Elite-Universitäten, erklärt Roetzel.

Wer es besonders elegant mag, greift zur Bermuda: Diese kurze Hose ist so etwas wie der elegante Klassiker unter den Shorts und wird auf den Shows in Mailand und New York vor allem in edlen Outfits kombiniert - etwa zusammen mit Hemd, Krawatte und Sakko. Die Designer-Shorts haben hier kaum etwas mit den legeren Surfershorts der Strände zu tun, sondern erinnern eher an gekürzte Anzughosen.

Ermenegildo Zegna setzt auf besondere Eleganz. Hier trägt man die Bermuda bis knapp übers Knie und etwas weiter im Schnitt. Sie trifft auf Sakko, Hemd und Römersandalen aus Leder. Zu dieser Variante rät auch Personal Shopperin Martina Korte aus Köln: «Die Shorts sollte mindestens bis zum Knie gehen. Es sollte eine schlank geschnittene Short sein, die eher an eine normale Herrenhose oder Chino erinnert.«

Kombinieren lassen sich die kurzen Hosen besonders gut mit einem anderen Trend des Sommers: dem bedruckten Hemd im Stil der 50er Jahre, etwa im Hawaii-Look oder mit blumigen Paisley-Mustern. Wer jedoch beim Hemd zu starken Farben oder bunten Drucken greift, sollte bei der Wahl des Beinkleides ein schlichtes Modell favorisieren, rät Martina Korte. So wie bei Dolce und Gabbana: Das Label zeigt ein klassisches Hawaiihemd zu hellen, unifarbenen Shorts mit aufgerolltem Saum, dazu ein sportliches Sakko und legere Espadrilles. Die Marke Suit zeigt eng geschnittene Chinos in kräftigem Gelb.

Nicht nur auf den Hemden beweisen die Designer Mut zu Farben und Mustern. Auch die Shorts werden mutig mit Motiven bedruckt: Bei Tommy Hilfiger sieht man khakifarbene Bermudas mit Blütenmuster, bei Scotch & Soda rankt Hibiskus und Co. gleich über die gesamte Fläche der Chino-Shorts. Eine weitere Spielart der Prints sind Karos. Auf Hemden längst etabliert, erobern sie jetzt auch unsere Beine und passen besonders gut zu schlichten Hemden, wie etwa Bugatti vormacht.

Doch jeder modische Trend hat seine Grenzen und Tücken: Wer besonders blasse Beine hat, sollte die Finger von allzu kräftigen Farbtönen lassen, rät Bernhard Roetzel. «Generell sollte man einfach beachten, dass sich die Farben der Shorts an den langen Hosen orientieren und gucken, dass es zum Hauttyp passt. Dunkle Hauttypen können starke Farbe tragen.»

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