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„Der andere Verein“: Dörner blickt auf 65 Jahre Dynamo

Dresden. 51 Jahre seines Lebens ist Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner mit Dynamo Dresden verbunden. Der Club feiert am 12. April seinen 65. Gründungstag. Dörner kennt dessen bewegte Geschichte wie kein anderer aus vielen Positionen: Spieler, Trainer, Aufsichtsrat.

„Der andere Verein“: Dörner blickt auf 65 Jahre Dynamo

51 Jahre seines Lebens ist Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner mit Dynamo Dresden verbunden. Foto: Sebastian Kahnert

„Dynamo Dresden ist anders.“ Dem Mann, der das sagt, muss man es glauben: Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner. 100-facher DDR-Nationalspieler, Dynamo-Legende, „Beckenbauer des Ostens“.

Nur wenige frühere DDR-Kicker haben sich deutschlandweit einen derartigen Ruf erspielt wie der heute 67-Jährige. Mit 16 Jahren wechselte er aus seiner Geburtsstadt Görlitz an die Elbe und blieb Dynamo bis heute treu. Am 12. April feiert er mit seinem Herzensclub dessen 65. Gründungstag. Ein halbes Jahrhundert der bewegten Dynamo-Geschichte hat er unmittelbar miterlebt.

Den ersten Meistertitel aber noch nicht. Den gab es 1953, nur knapp drei Monate nach der Gründung. Dynamo war aus der SG Volkspolizei Dresden entstanden. 1954 wurde praktisch über Nacht die Mannschaft zum SC Dynamo Berlin delegiert. Der Abstieg der übrig gebliebenen Reservespieler folgte und eine Zeit als Fahrstuhl-Mannschaft.

„Mitte der 1960er Jahre löste Dynamo mehr und mehr den SC Einheit Dresden als führender Nachwuchsverein ab. Und so bekam ich 1967 das Angebot, zu Dynamo zu wechseln“, berichtet Dörner. Ab 1969 wirkte er an dessen rasanter Entwicklung mit.

Ausschlaggebend war der neue Trainer Walter Fritzsch. Dynamo wurde im ersten Jahr unter ihm Dritter in der Oberliga und qualifizierte sich für den Messecup. „Die Euphorie war riesig. Wir hatten daraufhin einen riesigen Zulauf von jungen, talentierten Spielern“, berichtet Dörner. Bis Ende des Jahrzehnts holte Dynamo fünf Meisterschaften, zweimal den Pokal, duellierte sich mit Juventus Turin, Benfica Lissabon und dem FC Liverpool. Gegen Bayern München gab es 1973 das erste deutsch-deutsche Duell im Europacup.

Als Fritzsch 1978 aufhörte, gab es einen sportlichen Knick. „Wir hatten nicht mehr diese große Zahl an Nachrückern. Dazu kam, dass uns 1980 mit Gerd Weber, Matthias Müller und Peter Kotte drei Nationalspieler wegen der vereitelten Republikflucht von Weber weggenommen wurden“, erzählt der langjährige Dynamo-Kapitän.

Im März 1985 stand Dörner zusammen mit den Jungstars Ulf Kirsten und Matthias Sammer in der Dynamo-Mannschaft, die im Europacup-Viertelfinale an Bayer Uerdingen scheiterte. Die Rheinländer lagen nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel zur Pause des Rückspiels scheinbar aussichtslos mit 1:3 hinten, gewannen aber noch mit 7:3 und schufen damit das „Wunder von der Grotenburg“. Nach dieser Saison beendet Dörner seine Laufbahn und wurde im Verein A-Jugend-Trainer.

Die weitere Entwicklung beobachtete Dörner aus der Ferne. „In den fünf Jahren Bundesliga war Dynamo sportlich gesehen unter den gegebenen Voraussetzungen gut“, sagt Dörner. Wirtschaftlich dagegen konnten die Dresdner nicht mithalten. „Keiner wusste im Osten, wie nun Fußball gemacht wird. Das man dann in verschiedene Messer läuft, ist auch klar“, sagt der Dynamo-Ehrenspielführer im Rückblick auf die Zeit, in der windige Unternehmer wie der schwergewichtige Hesse Rolf-Jürgen Otto Dynamo nutzten, um sich selbst zu sanieren.

Nach dem Zwangsabstieg ging es in die Viertklassigkeit. Beim Neuaufbau brachte man die Geduld auf und holte für die Stellschrauben die richtigen Leute. Dynamos größtes Plus zu jener Zeit waren und sind die Fans. „Bei allem Mist, der passiert ist, sind sie dem Verein treu geblieben. Die Fankultur ist sensationell. Welcher Verein hat sich auch über die Hilfe der Mitglieder und Fans entschuldet? Dieser Zusammenhalt gibt Stärke nach außen“, lobt Dörner die Anhängerschaft, auch wenn sie nicht immer nur positiv auffällt und dem Verein schon hunderttausende Euro Strafe gekostet hat.

Aufsichtsratsmitglied Dörner achtet nun darauf, dass alle im Verein kontinuierlich und verantwortungsbewusst arbeiten. „Für mich ist es wichtig, dass wir uns in der 2. Bundesliga stabilisieren. Wenn das gelingt, kann man dann irgendwann mal sagen: 'Jetzt sind wir soweit, jetzt versuchen wir den Schritt Richtung Bundesliga zu gehen'“.

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