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Der steinige Weg der «Golden Girls» zum Hattrick

Boston (dpa) Sie gelten als «Golden Girls» und wollen in London den Olympia-Hattrick. Doch der Weg zu den Sommerspielen ist für die Frauen der US-Fußball-Nationalmannschaft steiniger, als für die Konkurrenz.

Der steinige Weg der «Golden Girls» zum Hattrick

US-Keeperin Hope Solo will mit ihrem Team in London Olympiasieger werden. Foto: Arne Dedert

Form und Fitness holen sich Hope Solo, Abby Wambach und Co. nicht in der nationalen Liga, sondern ausschließlich in der Nationalmannschaft.

Der Spielbetrieb der heimischen Profi-Liga WPS wurde nach nur drei Jahren wieder eingestellt - ein Soccer-Schocker. Denn der Hype um Frauen-Fußball war in Amerika nach WM-Silber im vergangenen Sommer so groß, wie zuletzt beim Titelgewinn daheim 1999. «Unsere Mission ist immer noch die selbe. Wir wollen Gold gewinnen», betont Wambach dennoch. Natürlich sei man traurig, über die WPS-Nachrichten, so die Torjägerin. «Aber wir wollen alles tun, um eine künftige Profi-Liga zu unterstützen. Und das bedeutet, dass wir uns so gut wie möglich auf London vorbereiten.»

Wenn es um das Olympiaturnier geht, sind die USA das Maß aller Dinge. Seit 1996 gehört Frauen-Fußball zum olympischen Programm - und seitdem standen die US-Girls immer im Endspiel. Lediglich 2000 in Sydney gab es kein Gold. Die Weltrangliste führen die Schützlinge von Trainerin Pia Sundhage an, doch die letzten Partien unter Wettkampfbedingungen gab es Anfang März beim bestens besetzten Algarve-Cup in Portugal. Zuvor wurden Ende Januar in Vancouver durch fünf Siege und ein beeindruckendes Torverhältnis von 38:0 Treffern souverän die Olympiatickets gebucht. Beide Turniere waren die einzige Abwechslung in einem Alltag, der für die Spielerinnen oft so monoton ist wie eine Autofahrt entlang der Weizen- und Maisfelder der Prärie.

Die Nationalspielerinnen hätten zwar in dieser WPS-Saison aufgrund von Trainingslagern nur acht Partien mit ihren Clubs absolviert. Doch diese Spiele, betont Ex-Nationaltrainer Tony DiCicco, hätten großen Einfluss gehabt. «Die Liga-Partien waren oftmals auf höherem Niveau als die Länderspiele. Es wird schwer, genug aussagekräftige Spiele zu bekommen», sagt DiCicco. Seit November hat Sundhage jeden Monat das Team für mindestens eine Woche um sich versammelt. Die Schwedin spricht von «sehr guten Trainingscamps», physisch und psychisch sei den Spielerinnen alles abverlangt worden.

Und die Form scheint zu stimmen. Von 13 Spielen in diesem Jahr, nicht nur gegen Fußball-Zwerge wie Guatemala oder die Dominikanische Republik, sondern auch Norwegen, Schweden und Brasilien, wurden elf gewonnen. Lediglich gegen Japan gab es eine 0:1-Niederlage und ein 1:1-Unentschieden. Mitte Juni stehen sich der Weltmeister und der WM-Zweite erneut gegenüber. Es ist das dritte Mal in dreieinhalb Monaten - bei den Männern undenkbar.

Sundhage hat mittlerweile ihren 18er Olympia-Kader gefunden und noch elf Spielerinnen dabei, die in Peking Gold gewannen. Die Trainerin spricht von «einem Mix aus erfahrenen Spielerinnen und neuen Gesichtern.» Sie alle haben eins gemeinsam: viel Training, viele Tests, wenig Abwechslung. Höchste Zeit für den Ernstfall, das erste Vorrundenspiel am 25. Juli gegen Frankreich.

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