Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Deuser lässt's knacken

WITTEN Dass Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser weit mehr als „nur“ der Erfinder und Macher des sonntäglichen „NightWash“ ist, bewies der auf der Studiobühne der WerkStadt. Und zwar eindrucksvoll.

von Von Dietmar Bock

, 05.10.2007

Ob alberne Comedy, anspruchsvolles Kabarett, kreative Jonglage oder Steppen in Birkenstock-Sandalen - Klaus-Jürgen Deuser ist in allen Sparten herausragend komisch. Zudem macht ihm in punkto Improvisation keiner etwas vor. Sein Spiel mit dem Publikum: Extra-Klasse.

Das „Deutsch sein“ an sich hat es dem 39-Jährigen besonders angetan. „In Deutschland muss alles strukturiert sein“, so sein Entré, um dann seine Show-Einteilung zu offerieren: „Nach dem ersten Teil kommt die Pause, dann der zweite Teil und die Zugabe“. Und so geschieht es. Nur anders, als sich dies viele gedacht hatten.

"Wer ist schuld? Und wo kann ich ihn anzeigen?"

Der Wahl-Kölner steht für mehr Fröhlichkeit und das ausgerechnet in Deutschland, wo doch alle nur herum nörgeln und schlecht drauf sind. „Was wollen wir denn eigentlich nur wissen?“, fragt sich der Comedian, und antwortet sodann: „Wer ist schuld und wo kann ich ihn anzeigen“, trifft er den spießigen Deutschen ins Mark.

Ob Klima-Katastrophe (“Früher hatten wir nur schlechtes Wetter, jetzt wissen wir, dass es auch schön sein kann“), Rauchverbot (“Das Ziel nicht zu rauchen ist für Nichtraucher machbar“), Terrorgefahr (“Schäuble will Warnwesten für Terroristen herausgeben“), extreme Modesportarten (“Bungee-Jumping ohne Seil“), Bildungsmisere (“Unsere Kinder schreiben jetzt Pisa mit zwei z“) oder demografischer Wandel (“Ü70-Parties mit Last-Minute-Dancing“), der gelernte Dozent für Motivations- und Moderationstraining teilt kräftig in alle Richtungen aus.

Neben seinen verbalen Angriffen kann der Vater einer Tochter auch anders. Genial seine Interpretation von „Romeo und Julia“, die er mit den drei jonglierenden Bällen gekonnt farbig untermalt. Nicht minder ausgefallen und perfekt die Steppeinlage zu den BAP-Klängen „Verdammt lang her“ in Birkenstock-Sandalen und die Beatles-Zugabe. Den Text von „Yesterday“ singt Deuser zur Melodie von „Yellow Submarine“ - und das alles a capella. Großes Kino.