Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Deutliches Rentenplus und sinkende Beiträge

Würzburg. Die brummende Konjunktur bringt den Rentnern 2018 noch einmal ein deutliches Plus. Doch dann kommen Belastungen auf die Rentenkasse zu. Die Debatte über die Reaktionen darauf hat längst begonnen.

Deutliches Rentenplus und sinkende Beiträge

In diesem Jahr rechnet die Rentenversicherung mit einer schwarzen Null. Foto: Julian Stratenschulte

Die rund 21 Millionen Rentner können im kommenden Juli mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Bezüge um rund drei Prozent rechnen.

Voraussetzung sei, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickelten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel, in Würzburg. Letztlich werde es darüber erst Anfang kommenden Jahres Klarheit geben. 

Der Beitragssatz für die gesetzliche Rente sinkt Anfang kommenden Jahres voraussichtlich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Die Bundesregierung dürfte diesen Schritt per Verordnung vollziehen.

Grund für die positiven Rentenfinanzen seien die gute Konjunktur mit gestiegenen Löhnen und die erfreuliche Beschäftigungslage, sagte Gunkel. Doch dann kommen immer mehr starke Babyboomer-Jahrgänge in Rente, was die Rentenkasse belastet. 

Bis zum Jahr 2022 könnten die Rentenbeiträge voraussichtlich stabil bleiben. 2023 dürfte der Beitragssatz wieder auf 18,7 Prozent steigen. 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt. Dann dürfte der Beitragssatz schrittweise weiter steigen, bis er im Jahr 2030 bei 21,6 Prozent liegen dürfte.

In diesem Jahr waren die Renten um 1,9 Prozent im Westen und 3,59 Prozent im Osten gestiegen, im Jahr zuvor um 4,25 beziehungsweise 5,95 Prozent. In den Jahren zuvor hatten es kleinere Erhöhungen der Bezüge gegeben. Im Zeitraum von 2018 bis 2024 werden aufgrund eines im laufenden Jahr verabschiedeten Gesetzes die Ost- an die Westrenten in sieben Schritten komplett angeglichen. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte unter Berufung auf den neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung vorab über die Rentenerhöhung 2018 berichtet.

In den kommenden gut fünf Jahren dürfte das Rentenniveau bei rund 48 Prozent stabil bleiben, sagte Gunkel. Dieses Verhältnis von Einkommen zur Rente liegt derzeit vor Steuern bei 48,2 Prozent und dürfte noch bis 48,3 Prozent steigen und dann absinken. Bis 2030 dürfte das Rentenniveau auf 45 Prozent und bis 2045 auf 42,2 Prozent fallen, wenn die Politik nicht gegensteuert. 

Die Co-Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, rief die Jamaika-Partner deshalb auf, Schritte zur Stabilisierung der Rentenfinanzen zu ergreifen. Eine Entwicklung „höhere Beiträge für sinkendes Rentenniveau“ dürfe nicht Wirklichkeit werden. Sonst drohe die Rentenversicherung ihre Legitimität in der Bevölkerung zu verlieren. „Wichtig ist, dass bereits in dieser Legislatur die Entscheidungen getroffen werden“, sagte Buntenbach.

Gunkel, der die Arbeitgeber vertritt, forderte, sich längerfristig mit dem Renteneintrittsalter auseinanderzusetzen: „Es spricht aus meiner Sicht viel dafür, dass es längerfristig weiter angehoben werden soll.“ Buntenbach, die die Arbeitnehmer vertritt, entgegnete, sie lehne dies „mit Nachdruck“ ab. Gunkel und Buntenbach warnten davor, eine erweiterte Mütterrente aus Beiträgen zu finanzieren.

In diesem Jahr rechnet die Rentenversicherung mit einer schwarzen Null: Einnahmen und Ausgaben dürften sich auf 293,2 Milliarden Euro belaufen. Die Rentenrücklage dürfte 32,9 Milliarden betragen.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Inland

Rüstungsexporte in Milliardenhöhe an Jemen-Kriegsallianz

Berlin. Vor drei Jahren begann die Militärintervention Saudi-Arabiens und weiterer arabischer Staaten im Jemen. Seitdem wurden weiter Rüstungslieferungen in Milliardenhöhe aus Deutschland genehmigt. Das soll sich jetzt ändern.mehr...

Inland

Scharping: Neuwahl wäre „lebensgefährliches Risiko für SPD“

Koblenz. Der frühere SPD-Bundesvorsitzende Rudolf Scharping hat bei den Parteimitgliedern für eine neue Koalition mit der Union geworben. Eine Neuwahl wäre „ein lebensgefährliches Risiko für die SPD“ und „schlecht für Deutschland“.mehr...

Inland

Merkel will EU-Finanzen reformieren

Berlin. Der EU-Gipfel in Brüssel befasst sich am Freitag auch mit der künftigen Finanzplanung. Die Kanzlerin sieht einen Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik - und fordert Achtung vor den gemeinsamen europäischen Werten.mehr...

Inland

BGH urteilt am 19. April über IS-Attacke auf Polizisten

Karlsruhe. Der Bundesgerichtshof (BGH) wird am 19. April sein Urteil im Fall der jugendlichen IS-Sympathisantin Safia S. verkünden. Sie hatte vor zwei Jahren in Hannover einen Polizisten mit einem Messer schwer verletzt.mehr...

Inland

AfD-Chefs nennen Bedingungen für Kooperation mit Pegida

Hamburg/Berlin. Im Mai 2016 entscheidet der AfD-Vorstand: Mit Pegida arbeiten wir nicht zusammen. Mehrere Mitglieder des rechten Parteiflügels bemühen sich jetzt, das Verbot zu kippen. Auch Gauland und Meuthen beharren nicht mehr darauf. Nur die Person Bachmann stört sie.mehr...

Inland

„Titanic“-Aktion: „Bild“ wegen SPD-Story unter Druck

Berlin. Russische Hilfe für die Juso-Kampagne gegen die große Koalition? Die „Bild“-Zeitung berichtet über eine „Schmutzkampagne bei der SPD“. Doch jetzt beansprucht ein Satire-Magazin, die angeblichen Mails der Redaktion zugespielt zu haben. Der „Bild“-Chef verteidigt sich.mehr...