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Deutsche Pokémon-Meisterschaft lockte Kartenspieler in den RuhrCongress

Kleine Taschenmonster

Zwei Spieler sitzen sich gegenüber, die Mienen ernst und konzentriert, die Handgriffe geübt und routiniert. Vor ihnen liegen allerlei bunte Karten, geziert von kleinen Monstern in Bonbonfarben. Am Wochenende war der RuhrCongress Austragungsort der achten deutschen Pokémon-Meisterschaft.

BOCHUM

von Von Tim Stobbe

, 10.06.2012
Deutsche Pokémon-Meisterschaft lockte Kartenspieler in den RuhrCongress

In der Altersklasse Masters trafen Generationen aufeinander. Pokémon ist wohl zeitlos.

Drei Tage lang beherrschten die Freunde der kleinen Taschenmonster das Treiben in den Veranstaltungsräumen. Der gemeinsame Spaß an dem Spiel stand dabei zwar im Vordergrund, im Wettbewerb wurde aber hochkonzentriert gespielt. Denn für die ersten vier Sieger der jeweiligen Altersklasse ging es nicht bloß um Pokale und Sachpreise. Sie dürfen sich ebenfalls über die Qualifikation zur Weltmeisterschaft auf Hawaii freuen - inklusive Flug und Unterbringung für die beiden Besten.

Bereits am Freitag konnten die Pokémon-Spieler anreisen und sich schon einmal aufwärmen, Strategien weiterentwickeln und das Feld der Mitstreiter in Augenschein nehmen. Ernst wurde es erst am Samstag. Teilnehmen konnte an dem offenen Turnier aber jeder – vom Neuling bis zum Profi. In den drei Altersklassen Junior, Senior und Master meldeten sich 269 Spieler an. Die Bezeichnungen der Klassen sind etwas irreführend. Denn Junioren sind die Spieler bis zwölf Jahre, Senioren von zwölf bis 15 Jahre und Master alle Älteren. Letztere stellten mit rund 160 Teilnehmern auch die größte Gruppe. Das Sammelkartenspiel Pokémon ist nämlich mitnichten ein Spiel nur für Kinder.

„Wer in den Finalen am Sonntag bestehen will, muss es schon taktisch und strategisch drauf haben“, erklärte Thorsten Wanek vom Veranstalter Amigo Spiele. „Wir haben hier teilweise drei Generationen an den Spieltischen sitzen.“ Bei jeder Runde durfte eine Paarung auch auf der Bühne Platz nehmen – sogar mit Übertragung des Live-Matches via Videoleinwand und als Live-Stream im Internet. In der Vorrunde trafen dort bereits zwei alte Kontrahenten aufeinander. Aaron Schittenhelm (13) aus Ludwigsburg trat gegegen Merlin Quittek (15) aus Heidelberg an, derzeitiger Deutscher Meister der Seniors. Bereits bei der letzten Meisterschaft trafen die beiden im Viertelfinale aufeinander. Damals konnte sich Merlin durchsetzen. „Aber deshalb habe ich keine offene Rechnung mit Merlin“, sagte Aaron. „Wir sehen das hier alles sehr sportlich.“ Große Ambitionen hatten aber beide. „Ich will nach Hawaii, ganz einfach“, hielt Merlin fest.

Für das Finale hat es dann aber bei beiden doch nicht gereicht. Bei den Seniors setzten sich Nils Probst und Philip Schulz durch, das Finale der Jüngsten spielten Sebastian Häder und Thoralf Ringel. Die beiden Besten der Ältesten, den Masters, wurden Dennis Seebürger und Steven Mao. Alle sechs dürfen sich nun auf die Reise nach Hawaii freuen, um Deutschland bei der Pokémon-Weltmeisterschaft zu vertreten.