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Deutsche Turner weit von Weltspitze entfernt

Stuttgart. Die Mehrkampf-Comebacks gelangen Marcel Nguyen und Andreas Bretschneider nur zum Teil. Die deutschen Turner mussten sich gegen die Weltklasse-Konkurrenz mit hinteren Rängen zufrieden geben.

Deutsche Turner weit von Weltspitze entfernt

Marcel Nguyen bei seiner Übung am Reck. Foto: Marijan Murat

Für Marcel Nguyen war es „cool“, mal wieder an sechs Geräten zu turnen. Andreas Bretschneider verzog schmerzverzerrt das Gesicht.

Die beiden früheren deutschen Turn-Weltcupsieger haben nach langen Mehrkampf-Pausen nicht in die Entscheidung beim DTB-Pokal in Stuttgart eingreifen können.

Der Olympia-Zweite Nguyen kam am Samstag in seiner Wahlheimat bei seinem ersten Sechskampf seit den Spielen in Rio 2016 mit 81,966 Punkten auf den sechsten Platz. Der Chemnitzer Bretschneider belegte bei seinem Wiedereinstieg nach zwei Schulteroperationen mit 81,065 Zählern den siebten Rang. Erneut waren bei ihm die Schmerzen in der Schulter im Wettkampf zurückgekehrt.

Rund 5000 Zuschauer hatten ihre Idole angefeuert. „Diese Atmosphäre steigert die Vorfreude auf die Heim-WM 2019“, meinte Nguyen. Er kam ohne Abstürze durch den Sechskampf, doch kennt er seine Schwächen. „Einige kleinere Fehler waren nicht zu übersehen. Und klar ist, dass ich am Pferd unbedingt besser werden muss“, meinte er, nachdem er an diesem Gerät gegen die Top-Turner mehr als einen Punkt verlor. Dafür spielte er an Barren (14,633) und Ringen (13,700) seine Stärken aus.

Bretschneider überzeugte am Reck auch ohne das von ihm kreierte Flugelement mit der zweithöchsten Wertung von 14,533 Punkten. „Ich wollte das heute durchziehen und auch an meinem Spezialgerät nicht rauslassen, obwohl die Schulter wieder wehtat“, gab er zu. „Ich hoffe nur, dass es nicht ein neuer Riss ist, sondern nur die Muskulatur reagiert hat“, meinte er zu seiner Ringe-Übung, als ihm der Schmerz im Gesicht anzusehen war. Doch der Sachse kämpfte sich durch und war nach sechs Geräten nur froh, dass der Wettkampf zu Ende war.

Noch einmal unterstrich er die Notwendigkeit, für die Olympia-Qualifikation unbedingt den Mehrkampf anbieten zu wollen. „Nur vier Leute gehören dann zu einer Riege, da gibt es zum Sechskampf keine Alternative. Aber eine Medaillenchance sehe ich natürlich nur am Reck“, meinte der Chemnitzer.

Das Top-Niveau demonstrierte eindrucksvoll der dreimalige Europameister David Beljawski aus Russland. Mit 85,732 Punkten turnte er rund vier Punkte mehr als die Deutschen und sicherte sich überlegen die 12 000 Schweizer Franken Siegerpreisgeld. Er verwies den US-Amerikaner Akash Modi (84,098) auf Platz zwei. Mitfavorit Yusuke Tanaka, der Team-Olympiasieger aus Japan, stürzte am Pferd und an den Ringen und musste mit Rang drei (83,998) vorliebnehmen.

Für die deutsche Turnerinnen reichte es aufgrund einer Sturzserie am Schwebebalken nur zum vierten Platz im Finale der Team Challenge. Der Sieg ging an Belgien (156,463). Die Stuttgarterin Bui sorgte mit 14,40 Zählern am Stufenbarren für die beste Leistung der Deutschen. Es war der zweithöchste Wert nach Europameisterin Nina Derwael aus Belgien (15,033). Eine bessere Team-Platzierung vergaben die Deutschen vor allem durch drei Stürze vom Balken.

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