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Deutschland-Reise: Wandern auf dem Schluchtensteig

Waldshut. Wer die Gesamtstrecke des Schluchtensteigs im Südschwarzwald wandern will, braucht Kondition und Trittsicherheit. Knapp 3000 Höhenmeter sind auf den sechs Etappen zu bewältigen. Einige Abschnitte sind so schmal wie in den Alpen. Die sieht man bei gutem Wetter sogar.

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Rast am Räuberschlösslefelsen: Nicht auf allen Etappen gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten. Wanderer sollten deshalb immer ein Vesper dabeihaben. Foto: Klaus Hansen/Schluchtensteig Schwarzwald

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Immer wieder führt der Schluchtensteig an den traditionellen Schwarzwald-Häusern vorbei. Foto: Klaus Hansen/Schluchtensteig Schwarzwald

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Blick ins Muchenland mit seinen uralten Schwarzwaldhöfen: Der Schluchtensteig führt immer wieder auch über Hochebenen und bietet dann schöne Aussichten. Foto: Klaus Hansen/Schluchtensteig Schwarzwald

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Der Schluchtensteig wurde 2016 von der Fachzeitschrift „Wandermagazin“ zum schönsten Weitwanderweg Deutschlands gekürt. Foto: Schluchtensteig Schwarzwald

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Über Stock und Stein: Gutes Schuhwerk ist auf dem Schluchtensteig - wie hier in der Lotenbachklamm - Pflicht. Foto: Klaus Hansen/Schluchtensteig Schwarzwald

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Hohwehraschlucht bei Todtmoos: Der Schluchtensteig führt an einigen Stellen auch über schmale Stege und Steine. Foto: Schluchtensteig Schwarzwald

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Klaus Nieke arbeitet in der Projektstelle Schluchtensteig im Landratsamt Waldshut. Foto: Schluchtensteig Schwarzwald

Ab der Wutachmühle bis zur Schattenmühle nördlich von Bonndorf macht der Schluchtensteig seinem Namen alle Ehre. Immer wieder gehen die Felswände am Rande des Wegs steil in die Höhe.

Die zwölf Kilometer lassen sich als Königsetappe bezeichnen. Mal führt der Weg direkt am Ufer der Wutach entlang, oder es geht auf schmalen Stegen über den Fluss. „Der Südschwarzwald war schon immer reich an schönen Schluchten“, sagt Klaus Nieke von der Projektstelle Schluchtensteig im Landratsamt Waldshut. „Wir haben die Schluchten mit einem Weg verbunden, der den Gästen ein tolles Wandererlebnis bietet.“ Der 2008 eröffnete Fernwanderweg verläuft in einem Bogen von Stühlingen an der Grenze zur Schweiz bis nach Wehr am Hochrhein.

Wer sich auf den Weg macht, ist von den Unterschieden zwischen den einzelnen Etappen und der anspruchsvollen Wegstrecke zwischen 346 und 1148 Höhenmetern beeindruckt. Die ersten 45 Kilometer sind von der Wutach geprägt, beginnend mit den Wutachflühen, dem untersten Teil der Schlucht. Wer weiterwandert, begibt sich auf eine Reise durch mehrere 100 Millionen Jahre Erdgeschichte, denn der Fluss hat sich 180 Meter tief in den Fels eingeschnitten und fließt über die unterschiedlichsten Gesteine wie Gneise und Granite, Buntsandstein und Muschelkalk, Keuper und Jura.

Im Talgrund auf dem Weg zwischen Wutachmühle und Schattenmühle herrscht tiefe Ruhe, nur das Wasser springt gurgelnd und glucksend über die Steine. Fische lassen sich beim Schwimmen beobachten und Wasseramseln, die flink im Fluss nach Nahrung suchen. Entschleunigung pur am Flussufer.

Und irgendwann redet der Fluss. Es ist ein gleichmäßiger Redefluss, ohne Höhen und Tiefen, eher ein beständiges Wispern. An der Haslach, kurz vor Lenzkirch, wird der Schluchtensteig fast mystisch. Der schmale Pfad führt durch dichten Laub- und Nadelwald, über knubbelige Baumwurzeln, an bemoosten Steinen vorbei und durch die kniehohen, ausladenden Blätter der Pestwurz. Und kein Wanderer würde sich wundern, wenn plötzlich Elfen durch diesen Zauberwald streifen und neugierig unter den Farnen hervorlugen würden.

Aber der nächste Aufstieg kommt bestimmt. Und wenn sich der Weg dann wieder direkt an den Felsen entlang schlängelt, begeistern die spektakulären Ausblicke von oben in die nächste Schlucht. Und der Wind, der durch die Bäume rauscht. Knöchelhohe Wanderschuhe und Schwindelfreiheit sind Voraussetzungen, um diese Etappen genießen zu können.

Über Höhen und durch Wiesen verläuft dagegen die Wegstrecke rund um St. Blasien. Schon der Ausblick vom 1134 Meter hohen Bildstein auf den Schluchsee, den größten See des Schwarzwalds, gibt einen Vorgeschmack auf die Ausblicke, die sich später bei Horbach und ein Stück weiter bei Ibach bieten. Große Tafeln nennen die schneebedeckten Gipfel der Alpen, die sich bei gutem Wetter zeigen. Bis zu Eiger, Mönch und Jungfrau sind es nur 130 Kilometer.

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