Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Deutschland und Frankreich dringen auf Rettung des Atomdeals

Berlin. Alle Augen auf Donald Trump: In wenigen Tagen will der US-Präsident über den Atomdeal mit dem Iran entscheiden. Deutschland und Frankreich richten einen deutlichen Appell Richtung Washington.

Deutschland und Frankreich dringen auf Rettung des Atomdeals

Außenminister Heiko Maas (l) und sein französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian im Park der Villa Borsig in Berlin. Foto: Ralf Hirschberger

Deutschland und Frankreich haben US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran gewarnt.

„Wir befürchten, dass ein Scheitern dazu führt, dass es Eskalationen gibt und wir in die Zeit von vor 2013 zurückfallen werden“, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian in Berlin. Mit dem Abkommen sei die Welt sicherer als ohne. Man habe im europäischen Verbund gute Vorschläge erarbeitet für die „amerikanischen Partner“. In unruhigen Zeiten sei die deutsch-französische Freundschaft ein wichtiger Pfeiler.

Beide Chefdiplomaten betonten, dass sie unabhängig von der Entscheidung Washingtons an dem Abkommen festhalten wollen. „Wir sehen keine wirkliche Alternative zu den Kontrollmechamismen und den Beschränkungen des iranischen Atomprogrammes“, sagte Maas. Deutschland werde sich nach der Entscheidung mit Großbritannien und Frankreich abstimmen, wie es weitergehe. Auch nach dem 12. Mai werde man alles daran setzen, dass das Abkommen eingehalten werde.

„Wir sind absolut entschlossen, dieses Abkommen zu retten“, betonte der französische Außenminister Le Drian. Es sei das richtige Mittel, um dafür zu sorgen, dass der Iran keine Nuklearwaffen bekomme. Berlin, Paris und London befänden sich in ständigem Austausch.

Der Atomdeal mit dem Iran wurde im Juli 2015 von den USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ausgehandelt. Teheran verpflichtet sich darin, für mindestens ein Jahrzehnt wesentliche Teile seines Atomprogramms drastisch zu beschränken, um keine Atomwaffen bauen zu können. Im Gegenzug wurden die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben und eine Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen in Aussicht gestellt.

Nach Abschluss des Abkommens hatten die USA unter Präsident Barack Obama ihre Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt. Bis zum 12. Mai muss Trump entscheiden, ob es vorerst dabei bleibt. Dies wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im Atomabkommen mit dem Iran angesehen. Die Europäer dringen darauf, an dem Abkommen festzuhalten.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Ausland

Nomaden greifen Dorfbewohner an: Blutbad in Nigeria

Abuja. Immer wieder kommt es in Nigeria zu Konflikten zwischen nomadischen Volksgruppen und Bauerngemeinden. Klimaveränderungen und Instabilität schüren die Spannungen. Nun haben Angreifer in Dörfern im Zentrum des Landes ein Blutbad angerichtet.mehr...

Ausland

Asylstreit: Merkel muss weiter zittern

Brüssel. Für die Kanzlerin beginnt eine entscheidende Woche: Mit der CSU im Nacken will sie in Windeseile eine europäische Lösung in der Flüchtlingspolitik erreichen. Doch ist das so schnell überhaupt möglich?mehr...

Ausland

EU-Minister beraten über Verteidigungsunion

Brüssel. Die Außen- und Verteidigungsminister der EU-Staaten wollen am Vormittag in Luxemburg über weitere Schritte zum Aufbau einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion beraten.mehr...

Ausland

Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen

Washington. Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, ist wegen ihres Jobs aus einem Restaurant geflogen. Sie sei von der Eigentümerin des Red Hen-Restaurants in Lexington zum Gehen aufgefordert worden, weil sie für US-Präsident Donald Trump arbeite, schrieb Sanders auf Twitter.mehr...

Ausland

Mehr als 520 Einwandererkinder in den USA wieder bei Eltern

Washington. Nach der Trennung von ihren Eltern im Zuge der sogenannten Null-Toleranz-Politik sind in den USA 522 Flüchtlingskinder wieder mit ihren Familien vereint worden. Das teilte das US-Heimatschutzministerium mit.mehr...