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Die Campus-Idee wächst

Gesundheitscampus

Mai 2009: Bochum bekommt den Zuschlag für den Gesundheitscampus NRW. 17. August 2009: Andreas Meyer-Falcke übernimmt die Leitung des Strategiezentrums. Ein Jahr später: Auf dem Gelände des Gesundheitscampus ist noch kein einziger Kran zu sehen. Was haben Sie das ganze Jahr gemacht, Herr Meyer-Falcke?

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 17.08.2010

Dr. Meyer-Falcke muss kurz schlucken. Dann lacht er. Wird wieder ernst und sagt: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir in einem Jahr so weit sind." Er spricht vom Architekturwettbewerb, von europaweiter Ausschreibung, von einer Jury, die 20 Arbeiten geprüft hat. "Wir haben ein Raumprogramm erstellt", sagt Meyer-Falcke. Welches Institut, welche Einrichtung braucht wie viel Platz? Gibt es spezielle Anforderungen an die Räume? "Das muss alles geplant werden." Die Oesterendestraße ist in "Am Gesundheitscampus" umbenannt - auch wenn die Beschilderung noch fehlt. Der Bau der U-Bahn-Station ist vom Landesministerium und dem Verkehrsverbund abgesegnet. Kurze Pause. Als wolle der 52-Jährige Luft holen. Dann: "Wir haben die Weltöffentlichkeit davon informiert, dass es uns gibt."Was ist der Campus? Dieser Satz scheint ihm wichtiger als alle Baumaßnahmen zusammen. "Wir haben überall erzählt: Was ist der Gesundheitscampus", sagt Meyer-Falcke. Er weiß, dass er damit eine Frage provoziert. Was ist dieser Campus eigentlich? Eine weitere Uni? Ein Gewerbegebiet? "Dieser Gesundheitscampus als solcher ist eine Idee", sagt Meyer-Falcke. "Die Idee, an einem Thema, an einem gesunden NRW zu arbeiten und dabei alle Facetten zu berücksichtigen." Die Initialzündung gehe von Bochum aus. Er nennt beispielhaft die Pflegewissenschaften. Dabei gehe es um die Gesundheit der älteren Menschen und die Gesundheit der Pflegenden. "Für beide gibt es wissenschaftlich Ansätze", sagt Meyer-Falcke, "nur ist mir keine Veranstaltung bekannt, bei der sich beide mal hinsetzen und austauschen."Campus-Idee ist Vernetzung Diese Vernetzung ist der Gesundheitscampus und Meyer-Falcke schaut weniger auf Bochum als auf das ganze NRW. Verteilt über das Land sollen Gesundheits-Inseln entstehen. In Bielefeld beispielsweise zum Thema Ernährung. In Aachen zur Medizintechnik. Koordiniert wird in Bochum. In einer Vielzahl von Vorträgen steht Andreas Meyer-Falcke für diese Idee ein. Europaweit. Nicht selten stößt er zunächst auf Vorbehalte, später auf Einsicht. Im Ausland tauscht er sich mit Machern ähnlicher Projekt aus. Auf Immobilienmessen wird er angesprochen. "Ich kann leider noch nicht sagen, kommen Sie vorbei, hier drehen sich die Kräne", bedauert Meyer-Falcke. Für den zündenen Impuls, gerade in Richtung Gesundheitswirtschaft, muss es endlich ein sichtbares Zeichen geben.