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Die Geschichte aus der Käsetüte

Abenteuerroman

Eine Beilage in der Käsetüte bekommen Kunden selten. Eine Beilage in Form einer Fortsetzungsgeschichte neben dem Käse in Tüte zu finden, ist eigentlich etwas ganz besonderes. Nicht so für Kunden des Bio-Supermarktes an der Wittener Straße. Seit fünf Wochen bekommen sie dort immer etwas zu lesen in die Käsetüte gepackt.

MITTE

von Von Benjamin Hahn

, 11.12.2013
Die Geschichte aus der Käsetüte

Philipp Niemann (links) macht aus dem Käsehändler Karsten Buhr den Helden einer Abenteuergeschichte.

Wenn Karsten Buhr hinter seiner Käsetheke im Bio-Supermarkt an der Wittener Straße steht, wirkt er auf den ersten Blick ganz gewöhnlich. Doch der gebürtige Hamburger hat in seinem Leben schon viel erlebt. Dadurch ist er zur Inspiration für den Abenteuerroman „Die Käse-Konnektion“ geworden. Der erscheint seit fünf Wochen als Fortsetzungsgeschichte. Nicht in der Zeitung, sondern als Beilage in der Käsetüte. Die Idee zur Geschichte kam dem Autor Philipp Niemann eher zufällig: „Karsten kennt viele Menschen. Zu seinen Kunden gehören auch zahlreiche Bochumer Künstler. Dadurch findet bei ihm ein reger Austausch statt.“ Genau das, dachte Niemann, sei eine gute Grundlage für eine Geschichte: „Durch so ein Netzwerk gibt es viele Verbindungen und Möglichkeiten. Darüber wollte ich gerne schreiben.“

Als er mit dieser Idee auf Karsten Buhr zukam, war der gleich hellauf begeistert. Nach einem ersten Gespräch, das beide lachend als „einen holprigen Start“ beschreiben, stand das Grundgerüst für die Geschichte. Die fußt zwar in der Realität und hat autobiographische Züge, ihr Inhalt ist aber frei erfunden. „Ich wollte keine Originalnamen, um nicht zu nah an der Realität zu sein“, sagt Karsten Buhr. Denn auch wenn seine Käsetheke ein Ort des Austausches ist, setzt der Käsehändler auf Diskretion: „Deshalb wird auch nicht jedes Erlebnis an der Käsetheke in die Geschichten kommen.“ Blamieren möchte Buhr nämlich keinen seiner Kunden. Für Autor Niemann ist das in Ordnung. Zumal ihm Buhr dadurch viel freie Hand für die Entwicklung der Geschichte lässt: „Es ist eine Mischung aus Breaking Bad und Indiana Jones. Schwarzhumoriger Krimi trifft Abenteuergeschichte“, sagt der Autor.

Bei den Kunden kommt das sehr gut an, weiß Karsten Buhr zu berichten: „Ich muss nur manchmal darauf hinweisen, dass ich das nicht alles wirklich erlebt habe“, sagt er. Trotzdem haben die Geschichten inzwischen Einfluss auf die Realität. Denn in den ersten Folgen der „Käse-Konnektion“ dreht sich alles um Yak-Käse aus Russland. „Daran hatte ich bisher kein Interesse“, sagt Buhr. Doch weil inzwischen immer mehr Leser der Geschichte nach dem Yak-Käse fragen, wird ihn Buhr demnächst in sein Sortiment aufnehmen: „Allerdings kommt der dann nicht aus Russland, sondern aus der Schweiz.“ Auf wie viele Teile die Fortsetzungsgeschichte am Ende kommt, ist derzeit noch unklar. Zwar plant Niemann, die Geschichte nach einem Jahr zunächst zu einem Ende zu bringen, doch wenn die Kunden möchten, wird er auch darüber hinaus an der „Käse-Konnektion“ schreiben. Ideen haben er und Karsten Buhr jedenfalls genug.   

Die Fortsetzungsgeschichte
Die Käse-Konnektion startete am 11. November. Erhältlich ist die Fortsetzungsgeschichte nur an der Käsetheke von Karsten Buhr im Bio-Supermarkt an der Wittener Straße 111. Derzeit liegt den Käsetüten Teil fünf bei. Die vorangegangenen Teile werden demnächst auf einer eigens eingerichteten Internetseite abrufbar sein. Am Ende des ersten Jahres wird Niemann die 52 Teile in einem kleinen Sammelband herausgeben.

 

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