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Die Glocken der Stadtkirche Unna schlagen wieder

Fünf Monate nach Sturm „Friederike“

Unna

, 01.07.2018
Die Glocken der Stadtkirche Unna schlagen wieder

Präses Annette Kurschus (3. von links) wohnte der Inbetriebnahme des Glockengeläuts bei. Foto: Hennes © UDO HENNES

Um einige Sekunden waren die Katholiken dann doch schneller: Als der Zeiger der Turmuhr an der Evangelischen Stadtkirche am Sonntagmittag auf kurz vor 12 Uhr stand, waren plötzlich Glockenschläge zu hören. Die Gottesdienstbesucher auf dem Kirchplatz sahen sich verwundert an: Schlugen die Glocken „ihrer“ Kirche nach fast einem halben Jahr Zwangspause etwa zu früh? Taten sie nicht: „Das sind die Katholischen, die sind vor der Zeit“, rief Kirchenkreis-Pressesprecher Dietrich Schneider. Doch dann war es auch an der Stadtkirche soweit: Über fünf Monate, nachdem Sturm „Friederike“ die Kirchturmuhr und damit auch das Glockengeläut zum Stillstand brachte, erklangen die Glocken wieder.

„Wenn heute über den Dächern von Unna wieder die Glocken zu hören sind, dann ist das ein Zeichen, dass es weiter geht“, hatte Pfarrerin Inga Schönfeld zuvor im Gottesdienst auf dem Kirchenplatz vor dem Bauzaun gesagt. Die Bauarbeiten an der Stadtkirche gehen nach dem Sturmschaden, bei dem Mitte Januar eine der vier Fialen auf ein Gewölbe stürzte, gehen gut voran.

Doch Schönfeld wies auch daraufhin, dass noch immer etwas fehle: „Das volle Geläut können wir noch nicht wieder hören. Die Erschütterungen wären vermutlich zu stark.“

Dank an die Spender

Die nach dem Sturm festgestellten starken Schäden an der Fassade bereiten der Kirchengemeinde Kopfschmerzen. Doch die Hilfsbereitschaft der Unnaer sei enorm, berichtete Pfarrerin Barbara Dietrich. „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist viel passiert“, sagte sie, „wir haben sehr viel Unterstützung erfahren. Wir haben kleine und große Spenden erhalten und das schon, bevor wir selbst die ersten Spendenaktionen gestartet hatten.“

Sie dankte daher nicht nur den Mitgliedern der Kirchengemeinde, die die Wiederaufnahme des Glockenbetriebs ermöglicht hatten, sondern auch allen Spendern, die die Stadtkirche unterstützten. Präses Annette Kurschus, die sich zur Zeit auf Kirchenvisitationsreise im Kirchenkreis Unna befindet, traf um kurz vor 12 Uhr an der Stadtkirche ein – pünktlich zum Gruß der Turmbläser vom Turmbalkon. „Es ist eine besondere Stunde, in der wir jetzt hier sind“, sagte Kurschus.

Geschenkte Zeit

Sie erinnerte daran, dass es im Griechischen zwei Bedeutungen von Zeit gibt. „Wir denken meist nur an die Zeit, die abläuft, die Alltag ist. Aber es gibt auch die geschenkte Zeit“, so Kurschus.

Diese Zeit hat die Stadtkirche nun zurückbekommen: Unter großem Applaus der Gottesdienstbesucher, die vom Kirchplatz gespannt gen Turm starrten, erklang um 12 Uhr das kleine Glockengeläut. Die Zeit steht nicht länger still für Unnas Stadtkirche.

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