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Nach Razzien

Die Hells Angels in Hannover lösen sich auf

HANNOVER Jahrelang hatten die Hells Angels in Hannovers Amüsierviertel das Sagen. Einen Monat nach einer Razzia bei ihrem Anführer hat sich die Rockergruppe in der niedersächsischen Landeshauptstadt nun aufgelöst. "Das ist kein Trick", versichert Hannovers Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth.

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Lederweste des Präsidenten der hannoverschen Hells Angels: Die Rockergruppe in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat sich aufgelöst. Foto: Jochen Lübke

Hannovers Hells Angels Chef Frank Hanebuth.

Der Druck der Polizei und das von der Politik diskutierte Verbot zeigen Wirkung: Einen Monat nach einer spektakulären Razzia bei Hannovers Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth hat sich die Rockergruppe in der niedersächsischen Landeshauptstadt aufgelöst. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Das Charter Hannover der Hells Angels mit Hanebuth an der Spitze galt als tonangebend innerhalb der Gruppierung in Deutschland. Erst in der vergangenen Woche hatte die Landesregierung angekündigt, ein Verbotsverfahren gegen die Hells Angels prüfen zu wollen.  Nun schließt die Polizei die Gründung einer Nachfolgeorganisation nicht aus. Auch könnten sich die hannoverschen Hells Angels zu anderen Unterorganisationen hin orientieren. Hells Angels-Chef Hanebuth sagte hingegen: „Wir haben den Charter geschlossen. Der bleibt auch zu, das ist kein Trick, der wird nicht wieder eröffnet in ein paar Monaten.“Zeugenaussage belastet Hanebuth Hanebuth hatte sich bereits Ende vergangenen Jahr aus Hannovers Rotlichtviertel zurückgezogen. Zuletzt war er durch die Aussagen eines Ex-Rockers vor dem Kieler Landgericht belastet worden. Dieser hatte gesagt, Hanebuth habe eine zentrale Rolle im Norden gespielt und auch die Ermordung eines Türken in Kiel in Auftrag gegeben.Hanebuths Anwalt wies die Äußerungen als unwahr zurück. Bei der Durchsuchung von Hanebuths Anwesen nahe Hannover waren Spezialkräfte der Antiterror-Einheit GSG9 per Hubschrauber angerückt. Hinweise auf kriminelle Machenschaften konnte die Polizei nach der Aktion aber zunächst nicht präsentieren. Die Polizei werde die weitere Entwicklung in der Rockerszene und im Rotlichtmilieu Hannovers genau beobachten, kündigte Polizeipräsident Axel Brockmann an.Polizei: "Keine Machtkämpfe im Milieu" „Wir werden auch in Zukunft jeder Form von Kriminaliät entschlossen entgegentreten.“ Es habe in den vergangenen Monaten nach dem Ende der offensichtlichen Hells Angels-Präsenz im Rotlicht- und Ausgehviertel von Hannover keinerlei „Machtkämpfe im Milieu“ oder ähnliches gegeben. Dafür gebe es auch aktuell keine Anzeichen. Als die Rockergruppe vor Jahren das Türstehergeschäft im Steintorviertel an sich zog, endete damit ein oftmals blutiger Machtkampf rivalisierender Banden.  Die Auflösung des Charters Hannover folgt auf einen auch bundesweit stark erhöhten Druck auf die Hells Angels. Seit 2010 wurden Ortsclubs der Rocker in Flensburg, Frankfurt, Kiel, Köln und Berlin verboten.  

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