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Die Kirche der Kinder

HÖRDE Nein, ein sakraler Prunkbau ist die Adventkirche am Steinkühler wahrhaftig nicht. Doch das Sonnenlicht, das gestern beim Abschied der Pfarrerin Christel Schürmann durch die Glasbausteine fiel, spendete dem Gotteshaus in ein besonderes Licht.

von Von Peter Bandermann

, 16.12.2007

Mit Beginn des Sonnenuntergangs war das Abschiedsritual vollzogen. Nach fast 90 Minuten und einem herzlichen Applaus verließ Christel Schürmann die Kirche, in der 250 Besucher die beliebte Pfarrerin nach nur acht Jahren schon wieder verabschiedeten. Wie berichtet, übernimmt die 40-Jährige eine neue Aufgabe im Amt für missionarische Dienste ...

... nachdem sie das Aus für den Kindergarten vorbereiten und verkünden und nachdem sie auch den Verkauf des Gemeindehaus der evangelischen Adventgemeinde bewerkstelligen musste. Dass ihr nicht nur der Abschied gestern, sondern auch die von ihr selbst vorgenommenen schmerzhaften Einschnitte der vergangenen Monate schwer fielen, musste nicht gesagt werden. Alle wussten das.

Jeder in der Gemeinde spürte, dass Christel Schürmann nicht mehr allein mit dem Herzen handelte, sondern nur noch vom Verstand gesteuert funktionierte.

Richtig ist, was Superintendent Klaus Wortmann in dem Gottesdienst formulierte: "Christel, Du hast Dich in die Herzen der Menschen eingearbeitet ... Die Dienstanweisung für eine enge Kooperation und ab Januar 2006 die Fusion der beiden evangelischen Gemeinden in Hörde war Hypothek und Perspektive zugleich ... Der Prozess hat Wunden gerissen und viel Kraft gekostet ... Du hast das beste gegeben, um Kirche zu bauen."

"Kirche zu bauen" - das Ende des Kindergarten und für das Gemeindehaus war damit sicher nicht gemeint, sondern die von Christel Schürmann auch gestern verkündete Botschaft, dass der Glaube nicht am Materiellen haftet: "Was wirklich wichtig ist, kann man nicht kaufen ... Der Reichtum auf dem Bankkonto ist Klimpergeld verglichen mit dem Reichtum des gelebten Glaubens."

16 Uhr. Der Gottesdienst ist beendet und die Konfis Robyn Meyer, Patrick Eberhard, Matthias Oppermann und Rico Mauel verlassen das Gemeindehaus. Wie sehen sie den Abschied im Sonnenuntergang? So: "Dass Frau Schürmann geht ist scheiße. Die hat immer als gute Freundin zu uns gesprochen."