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Die Milch macht's wieder

BENNINGHOFEN Die höheren Milchpreise schaden kleinen Hofläden wie dem Steffenhof in Benninghofen nicht. Die Kunden bleiben dem landwirtschaftlichen Lebensmittel-Nahversorger trotz höherer Kosten treu.

von Von Peter Bandermann

, 24.10.2007

 "Wir locken nicht mit Sonderangeboten - wir locken mit Qualität", begründet Matthias Erve den unerwartet großen Erfolg des Hofladens am "Steffenhof", dem wegen der großen Nachfrage gestern die Milch ausgegangen ist - ja, die Milch. Die Milch, die 1,10 Euro pro Liter kostet und bis zu 40 Cent über dem Supermarktpreis liegt.

Haus- und Hoflieferant Norbert Wellie erklärt, warum die Kunden für die Flasche tiefer in die Tasche greifen: "Naturbelassene Milch ist eine Geschmacksfrage." Der Fröndenberger hält 150 Kühe auf seinem Hof in Warmen, wo er mit seinen zwei Söhnen für 15 regionale Hofläden sowie für Metzgereien und Gastronomen im gesamten Bundesgebiet produziert. Sind die im September durchgesetzten Preiserhöhungen in seinem Betrieb angekommen oder im Markt versunken?

Gestiegene Kosten

Norbert Wellie spricht von rasant gestiegenen Energie- und Vertriebskosten, von Produktionsausfällen in den USA, in Neuseeland und in Australien und einer deutlich gestiegenen Milchpulver-Nachfrage in Asien, so dass die marktwirtschaftliche Preisbildung aus Angebot und Nachfrage Folgen auch für die lokale Wirtschaft habe. Ja, sagt er, die Milch macht's wieder: Mit bis zu 44 Cent pro Liter inklusive Mehrwertsteuer könne ein Landwirt wieder rechnen. Anders als beim Getreide: "Wir liegen 20 Prozent unter den Preis von 1980", beklagt Matthias Erve vom Steffenhof, der die angekündigten Fleischpreiserhöhungen skeptisch sieht.

Discounter

Dennoch sieht er Konsequenzen auf die Verbraucher zukommen, vornehmlich in den Discounter: "Die großen Ketten werden das eine oder andere Sonderangebot nicht mehr halten können", lautet seine Prognose. Doch der Halter von aktuell 120 Schweinen, die er in Lichtendorf kauft, will ohnehin keine Sonderangebote, sondern ausschließlich Qualität verkaufen.

Das Geschäft läuft. Vor fünf Jahren, als der Hofladen gegründet wurde, sollte eine Schelle seine Ehefrau aus der Wohnung in den Laden rufen, wenn dort ein Kunde die Tür öffnete. Gestern schellt es es ständig. Und die Milch war schon alle ...

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