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Die Provence mit dem Schiff erkunden

Lyon (dpa/tmn) Lavendelfelder und Flamingos, schneebedeckte Berge und Palmen - passt das zusammen? Die Antwort ist ein klares Ja, denn auf einer Rhônefahrt in die Provence gibt es all das zu sehen.

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Die so oft besungene Brücke und der Papstpalast gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. (Bild: A-Rosa/dpa/tmn)

Erst sich satt sehen, anschließend auch mit dem Gaumen genießen: Ein Bummel durch Lyon wird schnell zu einer Schlemmertour. (Bild: Schormann/dpa/tmn)

Ausflug zu den wilden Pferden: Bei Flussreisen in die Provence stehen auch zahlreiche Landausflüge an. (Bild: Schormann/dpa/tmn)

Früher Amphitheater, heute eine Stierkampfarena: Arles ist für viele Kreuzfahrtschiffe der Wendepunkt auf ihren Rhône-Touren. (Bild: A-Rosa/dpa/tmn)

Der Papstpalast in Avignon darf bei keiner Stadtbesichtigung fehlen. (Bild: Schormann/dpa/tmn)

Unterwegs auf dem zweitlängsten Fluss Frankreichs: Die Rhône wird als Ziel einer Flusskreuzfahrt bei den Deutschen immer beliebter. (Bild: A-Rosa/dpa/tmn)

Vom Schiff aus lassen sich die Besichtigungen stressfrei angehen. Wenn etwa die oft besungene Brücke von Avignon in Sicht kommt, können Passagiere sie bequem vom Sonnendeck aus betrachten. «Eine Flussreise in die Provence ist einfach etwas für Genussmenschen», sagt Katharina Bahlcke von der Reederei Peter Deilmann in Neustadt/Holstein. «Die Franzosen wissen eben, wie man es sich gutgehen lässt. Das ist das berühmte Savoir-vivre, das fängt schon mit dem guten Essen an.»

Die kulinarischen Genüsse waren auch für Gisela Hoppe aus Köln ein Grund für ihre Rhônefahrt: «Man kann hier so viel anschauen und zwischendurch immer wieder tollen Wein probieren.» Sie feiert auf der «A-Rosa Luna» gerade mit Ehemann Guido dessen 68. Geburtstag - vor zwei Jahren waren sie an ihrem Geburtstag auf der Donau unterwegs.

So wie den Hoppes geht es vielen Urlaubern auf der Rhône: «Die meisten Passagiere haben Klassiker wie eine Donaufahrt schon hinter sich und wollen jetzt etwas Neues sehen», sagt A-Rosa-Sprecherin Julia Kolanghis in Rostock. Im Vergleich zu Rhein und Donau sei das Besondere an der Rhône ihr mediterranes Flair, sagt Bahlcke und nennt dabei «die milde Luft, das Licht und die farbenfrohen Landschaften».

Zudem sei die Region sehr abwechslungsreich, sagt Ralph Schetter vom Tourismusamt Maison de la France in Frankfurt/Main: Auf einer Reise flussabwärts böten sich Ausflüge zu den Schluchten der Ardèche an. Dort können die Reisenden Kanufahrern beim Paddeln zusehen sowie Tropfsteinhöhlen und Lavendelfelder besichtigen.

Im Süden der Rhône haben Urlauber dagegen die Chance, bei einem Abstecher mit dem Bus den mondänen Charme der Cote d'Azur kennenzulernen. Auch der Wechsel der Landschaft beeindruckt viele Touristen: Während im Norden bei Lyon noch die weiß bedeckten Gipfel der Alpen am Horizont leuchten, gibt es an der Promenade von Nizza subtropische Palmen zu sehen.

Unterwegs steht jede Menge Kultur auf dem Programm. Dazu gehört in Avignon neben dem obligatorischen Gang zur «Pont d'Avignon» auch ein Besuch des gotischen Papstpalastes mit seinen Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Beim Stopp in Arles lohnt sich ein Spaziergang zum antiken Amphitheater, in dem heute noch Stierkämpfe ausgefochten werden. Bei einem Rundgang können Besucher auch den Spuren Vincent van Goghs folgen, der viele Motive von Arles verewigte, als er im wenige Kilometer entfernten St. Rèmy eine Weile in der Psychiatrie verbrachte. In der Nähe lassen sich zudem das römische Aquädukt Pont du Gard und das Bergdorf Les Baux mit seinen Burgruinen ansehen.

Nicht fehlen darf auf einer Rhônereise auch ein Ausflug per Jeep oder Fahrrad in die Carmargue. Dort sind drei besondere Tierarten auf einmal versammelt: weiße Pferde, schwarze Stiere und rosa Flamingos. Zum Abschluss in Lyon steht wieder das leibliche Wohl im Mittelpunkt: In der dank Starkoch Paul Bocuse zur Feinschmecker-Metropole avancierten Stadt gibt es unzählige Käse- und Wurstkreationen in den Markthallen zu bestaunen. Daneben warten sündhaft süße Schokoladenkuchen und saftige Apfeltorten darauf, probiert zu werden.

Schade ist am Ende nur, dass solche authentischen Frankreich-Eindrücke auf einer Rhônereise etwas kurz kommen. Eine solche Tour ist in erster Linie doch mehr eine Schifffahrt durch die Provence als eine Provencereise mit dem Schiff. «Das Schiff ist das Ziel» - so drückt es Julia Kolanghis von A-Rosa aus. Die Fahrten eignen sich daher eher als Schnuppertour, bei der Land und Leute oft nur von Ferne zu sehen sind. Wer tiefer in die Kultur der Region eintauchen will, sollte hinterher am besten noch eine Woche an Land dranhängen.

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