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Die Quellenbrauerei in Schüren verschwand 1923 von der Bildfläche

Biergeschichte gesucht

Der Bär ist nicht nur das Wappentier unserer Bundeshauptstadt, auch einer längst vergessenen Brauerei an der Schüruferstraße hat der pelzige Geselle Portrait gestanden - die Quellenbrauerei. Der Geschichtsverein sucht jetzt nach Erinnerungsstücken.

SCHÜREN

von Von Jörg Bauerfeld

, 20.05.2011
Die Quellenbrauerei in Schüren verschwand 1923 von der Bildfläche

Günter Ehlers mit einem alten Bierkrug der Quellenbrauerei vor den Resten des Brauhauses an der Schürufer Straße.

Selbst Bierkenner werden ins Grübeln geraten, wenn sie diesen Namen hören. Dabei muss der Gerstensafthersteller mal eine große Nummer im Dortmunder Süden gewesen sein. An der Schüruferstraße / Ecke Adelenstraße lag das Brauhaus. Heute ist dort eine Tanzschule zuhause. Geblieben ist lediglich das Brauereiwappen an einer alten Wand. Im Jahr 1923 verschwand die Brauerei von der Bildfläche. Die Ritterbrauerei kaufte den Familienbetrieb, der 1817 gegründet wurde, auf.

Im Laufe der Jahrzehnte geriet die Quellenbrauerei in Vergessenheit. Kaum jemand erinnert sich noch an das Bier mit dem Bären, das es in hell und dunkel im Ausschank gab. Selbst Erinnerungsstücke wie Flaschen, Gläser oder Krüge sind kaum noch vorhanden.„Zumindest wissen wir nicht, wer noch welche in Besitz hat“, so Günter Ehlers vom Aplerbecker Geschichtsverein. Er kann sich jedoch seit kurzem rühmen, stolzer Besitzer eines der wohl ganz seltenen Glaskrüge der vergessenen Brauerei zu sein.

„Mein Vater hat diesen Krug aus der Gaststätte Sauerwein mitgebracht. Heute ist dort Haus Waldesruh“, so Magda Götz. Bei Bauarbeiten um das Jahr 1950 herum hatte Götz-Senior den Krug gefunden. „Seitdem ist er in Familienbesitz. Ich konnte ihn einfach nicht wegwerfen.“ Auch als der Vater starb, der Haushalt aufgelöst wurde, blieb der Krug. Jetzt soll er beim Geschichtsverein einen Ehrenplatz erhalten. Firma aus dem Westerwald „Der Krug hat schon einen gewissen Wert“, so Ehlers. Der Eichstrich ist per Hand graviert, der Name Quellenbräu von Hand aufgemalt.

Auch auf der Suche nach dem Hersteller wurden die Mitglieder des Geschichtsvereins fündig. Eine Firma Sahm aus dem Westerwald hat um das Jahr 1900 dieses Biergefäß hergestellt. Rätsel hingegen gibt das Eichmaß auf. 0,35 Liter gingen rein. „Ungewöhnlich“, so Ehlers trockener Kommentar. Ehlers war es auch, der aus dem Matsch der Emscherrenaturierung Teile einer zerbrochenen Bierflasche gezogen und wieder zusammengefügt hat. Dreimal dürfen Sie raten von welcher Marke. Natürlich „Quellenbräu“. Jetzt sucht der Aplerbecker Geschichtsverein nach weiteren Überbleibseln der Schürener Brauerei. Vielleicht findet sich ja auf irgendeinem Boden, hinter einem verstaubten Regal noch ein Glas oder ein Foto mit dem Schürener Bären. Wer noch über irgendwelche Aufzeichnungen der Quellenbrauerei in Schüren verfügt, über alte Gläser, Krüge oder vielleicht sogar Fotos (Bierkutsche, Gebäude), der soll sich bitte mit dem Aplerbecker Geschichtsverein in Verbindung setzen. Tel. 456 488 (Gerhart Rohr).

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