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Die Schulferien gehen zu Ende, der politische Streit kommt zurück

DÜSSELDORF Kurz vor Ende der Sommerferien ist der schulpolitische Streit in Nordrhein-Westfalen wieder aufgeflammt.

Die Schulferien gehen zu Ende, der politische Streit kommt zurück

NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) und der Pressesprecher des Schulministeriums, Andrej Priboschek.

Die SPD warf der Landesregierung am Mittwoch vor, wichtige Schülerdaten zu verheimlichen. SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer forderte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) erneut zum Rücktritt auf. „Wer so ein Chaos beim Zentralabitur und bei den Kopfnoten angerichtet hat, muss die politische Verantwortung übernehmen“, sagte sie.

CDU-Fraktionschef Helmut Stahl verteidigte die Ministerin.„Sie hat der Fülle der Reformen, die notwendig waren, ein Gesicht gegeben.“ Er wies auch Kritik an der Entscheidung Sommers zurück, die bislang übliche Pressekonferenz vor Beginn des Schuljahres zu verschieben.„Warum sollte sich die Ministerin ihren Terminplan von der Opposition diktieren lassen?“, sagte er. Schäfer vermutet, dass die Regierung die Schuldaten zurückhält, um unliebsame Wahrheiten zu verschweigen. Die Statistik könne offenbar die Behauptung der Koalition nicht belegen, dass die Durchlässigkeit des Schulsystems von unten nach oben zunimmt. Nach ihren Informationen hätten im vergangenen Jahr deutlich weniger Kinder als bisher den Aufstieg von der Hauptschule auf die Realschule oder das Gymnasium geschafft. Gleichzeitig seien mehr Kinder vom Gymnasium auf andere Schulen zurückgeschickt worden. Die SPD-Politikerin berief sich auf Hinweise aus Schulen. Konkrete Zahlen nannte sie nicht.

Das Schulministerium wies die Kritik zurück und kündigte an, die amtlichen Schuldaten am Donnerstag im Internet zu veröffentlichen. Erstmals seien Daten zum Migrationshintergrund der Schüler erhoben worden. „Das ist sehr arbeitsaufwendig und kostet Zeit“, sagte ein Sprecher. Die Veröffentlichung sei bereits vor der Kritik Schäfers geplant gewesen. Von Verschweigen der Daten könne keine Rede sein. Das Ministerium nannte eine erste Zahl. Danach sind im vergangenen Jahr 0,29 aller Hauptschüler auf die Realschule gewechselt. Das sei der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2000.

Die CDU veröffentlichte eine Umfrage, nach der das Ansehen der Lehrer besser ist als oft vermutet. Nur eine Minderheit der Befragten sei der Ansicht, Lehrer zeigten zu wenig Einsatz und hätten zu viel freie Zeit, berichtete Stahl. Eine deutliche Mehrheit halte die Lehrer vielmehr durch zu hohe Erwartungen der Eltern und der Gesellschaft für überfordert. Viele Bürger meinten zudem, dass Lehrer für ihre Arbeit nicht gut genug ausgebildet seien.

Der Philologenverband warnte unterdessen vor einem wachsenden Lehrermangel in bestimmten Fächern. Weil ihnen in benachbarten Bundesländern bessere Einstellungsbedingungen geboten würden, wanderten junge Lehrer aus Nordrhein-Westfalen ab. Der Verband Bildung und Erziehung forderte die CDU auf, aus der Umfrage Konsequenzen zu ziehen und die Arbeitsbedingungen für Lehrer zu verbessern. Die Grünen schlossen sich dieser Forderung an.

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