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Die amerikanische Indy500 - „Größtes Rennen der Welt“

Indianapolis. Mehr als 300 000 Motorsportfans kommen am Sonntag zum traditionsreichen Rennen ans Oval von Indiana. Es gibt einige Berührungspunkte zur Formel 1. Und der Sieger - oder die Siegerin - erhält eine ganz besondere Belohnung.

Die amerikanische Indy500 - „Größtes Rennen der Welt“

Der Japaner Takuma Sato fuhr 2017 als Indy500-Sieger über die Ziegelstein-Ziellinie. Foto: Rob Baker/AP

Wenn Hollywood-Schauspieler Chris Hemsworth die grüne Flagge schwenkt, beginnt die wilde Jagd im Oval. Knapp 40 Sekunden rasen die Boliden durch zwei lange Geraden und die Kurven, 200 Mal vier Kilometer, ohrenbetäubender Lärm – die Indy500 ist eines der traditionsreichsten Rundstrecken-Autorennen der Welt.

Am Sonntag werden 33 Fahrer mit Höchstgeschwindigkeiten von fast 380 km/h gut drei Stunden um die Krone der US-amerikanischen IndyCar-
Serie fahren, gut 300 000 Fans schauen dem Motorsportspektakel in Indianapolis im Bundesstaat Indiana zu. „Die Indy500 sind das größte Rennen auf der ganzen Welt und das größte Einzelsportevent auf dem Planeten“, erklärte Indianapolis-Motor-Speedway-Präsident Douglas Boles im Rahmen einer Pressekonferenz. Aus deutscher Sicht steht sie jedoch im Schatten der Formel 1.

Doch es gibt Berührungspunkte zur Motorsport-Königsklasse. Im vergangenen Jahr zog der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) dem Start in Monaco einen bei den Indy500 vor. Sein Motor streikte allerdings nach 179 von 200 Runden. Dieses Jahr tritt mit Marco Andretti im Andretti-Honda der Enkel des Formel-1-Weltmeisters von 1978 und Indy-Siegers von 1969, Mario Andretti, an. Vater Michael Andretti war erfolgreicher Indy-Pilot, 2006 wurde Marco vor seinem Vater Zweiter in Indianapolis.

Die Indy500 ist der Klassiker der amerikanischen IndyCar-Serie. Die Wagen sind etwas kleiner als Formel 1-Boliden, mit weniger Technik ausgestattet, dafür etwas schneller, und es gibt mehr Überholmanöver und teils spektakuläre Unfälle. Rennen pur heißt das Motto, das Preisgeld beträgt insgesamt über 13 Millionen Dollar (rund 11 Millionen Euro), der Sieger erhält etwa 2,5 Millionen Dollar (2,1 Mio. Euro).

Nach 2001, 2002 und 2009 will dieses Jahr der 43 Jahre alte Brasilianer Hélio Castroneves (Penske-Chevrolet) seinen vierten Indy500-Titel gewinnen. Konkurrenz hat er im eigenen Team durch Josef Newgarden (USA). Der ist ein harter „Indy-Hund“ - so wie ihn die Amerikaner lieben. 2016 fuhr er nach einem schweren Unfall in der IndyCar-Serie mit gebrochenem Schlüsselbein und 13 Schrauben in der Schulter erfolgreich mehrere Rennen. Aber vielleicht sorgt ja auch Danica Patrick bei ihrem achten und vorläufig letzten Indy-Start für den ersten Sieg einer Frau, 2009 wurde sie Dritte.

Seit der amerikanische Konzern Liberty Media die Formel 1 übernommen hat, gehen die Gerüchte über eine Wiederbelebung der Indy500 als Formel 1-Rennen um: Schon 1950 bis 1960 zählte die Indy500 zur Formel 1, aber kaum ein Europäer startete. 2000 bis 2007 wurde ein US-Grand- Prix auf einem Teil des Indy-Ovals gefahren - und der Sieger hieß fünf Mal Michael Schumacher.

„Die Formel 1 ist sehr groß, und die Indy500 die epische Heimat des Motorsports, daher würden wir eine Rückkehr sehr begrüßen Wir bieten Entertainment auf höchstem Niveau“, sagte IndyCar-Boss Mark Miles im vergangenen Jahr dem Magazin „Autoweek“. Auch McLaren-
Geschäftsführer Zak Brown nährte im Fachmagazin „motorsporttotal.com“ Spekulationen über ein Doppel-Event aus Indy500 und Formel 1 an einem Wochenende: „Es hat Sinn für die Formel 1, auf einer der großartigsten Rennstrecken der Welt zu sein.“

Indy500 öffnet einen Blick tief in die amerikanische Sportseele: Viel mehr an Show, Party und Nationalstolz geht nicht. Kampfjets düsen zu Beginn über das Oval, das offiziell in dem eigens dafür gegründeten Städtchen Speedway liegt, eingeschlossen von der Millionen-Metropole Indianapolis. Von der ursprünglich komplett gepflasterten Strecke ist nur der ein Yard breite Start-Ziel-Strich übrig, trotzdem wird das Oval noch immer liebevoll Brickyard genannt.

Das Pace-Car wird in diesem Jahr NBA-Allstar Victor Oladipo von den Indiana Pacers fahren, US-Popstar Kelly Clarkson singt die Nationalhymne, dazu wird von den Fans die inoffizielle Hymne „Back Home Again in Indiana“ intoniert. Und der Sieger verspritzt nicht etwa Champagner - sondern nimmt traditionell einen großen Schluck aus einer Milchflasche.

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