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Die neue Sparsamkeit: Wie Fernseher effizienter werden

Berlin (dpa/tmn) Sie sind imposant, fressen aber oft viel Strom: Große LCD- und Plasma-Fernseher haben zumindest in Hinblick auf ihren Energieverbrauch einen schlechten Ruf - oft zurecht.

Die neue Sparsamkeit: Wie Fernseher effizienter werden

Flach, groß und bitte sparsam: Wegen der steigenden Energiekosten arbeiten viele Hersteller an der Energieeffizienz ihrer Modelle. (Bild: dpa)

In Zeiten stetig steigender Energiekosten reagieren viele Hersteller darauf und arbeiten an der Sparsamkeit ihrer Modelle. Bei der Vorstellung neuer Fernseher auf der Funkausstellung IFA (29. August bis 3. September) in Berlin vergessen die Hersteller daher auch nicht, auf die Energieeffizienz der neuen TV-Flundern hinzuweisen.

Auch die diesjährige Funkausstellung zeigt einen ungebrochenen Trend zu immer größeren Fernsehern. «Dabei gilt grundsätzlich: Je größer der Fernseher, desto höher ist der Stromverbrauch im Betrieb», so die Deutsche Energie-Agentur (dena) in Berlin. Es lohne sich daher, den Stromverbrauch der verschiedenen Produkte beim Gerätekauf zu vergleichen: Auch der Stromverbrauch gleich großer Fernseher unterscheidet sich im Betrieb um bis zu 60 Prozent.

Dem Branchenverband ZVEI zufolge lag der durchschnittliche Stromverbrauch von 32-Zoll-LCDs im Jahr 2007 bei 145 Watt. Ein 42 Zoll Plasma verbrauchte immerhin 260 Watt. Als gedankenlose Energieverschwender wollen sich die Hersteller jedoch nicht hinstellen lassen: «Der Energieverbrauch im Betrieb und Stand-by ist in den vergangenen zehn Jahren beispielhaft gesunken», sagt Roland M. Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Im Vergleich zu 2005 verbrauchen LCD- und Plasma-Fernseher 25 bis 30 Prozent weniger Energie. «Dieser Trend wird sich auch weiterhin fortsetzen.»

Dafür könnte zum Beispiel der Einsatz sogenannter LED-Backlights sorgen. Im Vergleich zu den für die LCD-Hintergrundbeleuchtung bisher meist verwendeten Leuchtstoffröhren seien LEDs deutlich sparsamer, erklärt Hannes Rügheimer von der Zeitschrift «video».

Philips zeigt mit dem LED Lux einen neuen LCD-Fernseher mit LED Backlight. Zu sehen ist auf der Messe ein 42-Zoll-Modell mit 100-Hertz-Technologie. Durch den Einsatz von LED-Backlight ließen sich bis zu 45 Prozent Strom sparen, so Pressesprecher Georg Wilde. «Das hängt auch von den Filmen ab, die man sich ansieht.» Zur Erklärung: Das Backlight ist in dutzende Parzellen aufgeteilt, die einzeln angesteuert werden, so dass sie abhängig vom dargestellten Bild leuchten - bei schwarzen Flächen etwa, strahlen sie wenig oder gar nicht.

Auch Sharp zeigt auf der IFA Fernseher mit LED-Backlight: Die neuen Modelle der XS1-Serie mit 52 und 65 Zoll Bilddiagonale kommen im Oktober auf den Markt. Das LED-Backlight spart aber nicht nur Strom, sondern bietet auch ein kontrastreicheres Bild. Die Spanne in der Darstellung ganz heller bis ganz dunkler Bildpartien ist größer als bei herkömmlichen LCD-TVs.

Bei einigen Herstellern hat sich bereits der sogenannte Eco-Mode durchgesetzt. Die Hinterleuchtung wird etwas heruntergefahren. Dafür muss der Nutzer etwas weniger Helligkeit und weniger Kontrast in Kauf nehmen - «was etwa bei Nachrichtensendungen ja nicht weiter schlimm ist», so Georg Wilde von Philips.

Außerdem setzt Sharp auf eine Technologie namens Optical Picture Control - dabei misst ein Sensor laut Sebastian Lindemann die Helligkeit in der Umgebung und reguliert entsprechend die Hintergrundbeleuchtung: Ist es dunkel, kommt der Fernseher mit weniger Helligkeit aus, ohne dass darunter der Fernsehgenuss leiden muss. Eine ähnliche Technologie verwendet Toshiba in zwei neuen LCD-Fernsehern. Der Bildschirm des 42XV515D verfügt über einen weiterentwickelten Helligkeitsregler, der die Hintergrundbeleuchtung automatisch anpasst.

Mit LED-Backlight lässt sich zur Zeit wohl am meisten Strom sparen. Doch die Technologie ist noch relativ teuer. Der auf der IFA gezeigte LED LUX etwa schlägt mit 3000 Euro zu Buche. Sharp nannte noch keine Preise - im Niedrigpreissegment werden die neuen Fernseher aber nicht zu finden sein. Da stellt sich die Frage, ob die Mehrkosten beim Kauf des Fernsehers die Ersparnis bei den Stromkosten nicht auffressen.

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