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Diego im Dauerstress und in der Kritik

Bremen (dpa) Die Genugtuung war Tim Wiese anzusehen. «Er hat es seinen Kritikern gezeigt», sagte Werder Bremens Torwart nach der jüngsten 5:1-Gala der Bremer über seinen Teamkameraden Diego und schwärmte über den brasilianischen Ballzauberer: «Das war klasse.»

Diego im Dauerstress und in der Kritik

Diego spielt bei Werder Bremen eine zentrale Rolle.

Wiese nahm den Spielmacher besonders in Schutz, der wie die gesamte Mannschaft zuletzt in der Kritik stand. Erst nach den Olympischen Spielen zur Mannschaft gestoßen und dann schon wieder mit der brasilianischen Mannschaft in Südamerika unterwegs - der Reisestress wurde sogar von Clubchef Jürgen Born als möglicher Grund für Diegos Probleme in der laufenden Saison angesehen. Und dann gab es noch Wirbel in Bremen, weil der Star zu spät zum Training gekommen war und nicht mit dem Auto des Sponsors gefahren sein soll.

Geht es Diego gut, geht es auch Werder Bremen gut. Mit der Form des Regisseurs steht und fällt das Spiel des deutschen Vize-Meisters, auch wenn nicht alle Werder-Verantwortlichen das gerne hören. Auch der Spieler wehrt sich gegen diese Sichtweise, sagte nach dem jüngsten Bundesliga-Sieg gegen Hertha BSC, der die Wende gewesen sein soll: «Wir sind elf Mann auf dem Platz, jeder muss Verantwortung übernehmen. Dann sind wir stark.»

Schon aufgrund seiner Position im Zentrum des Spiels schauen alle auf Diego, der mit dem Ball umgehen kann wie kein zweiter Spieler in der Mannschaft. Gerade bei ihm wurde die Krise der Bremer sichtbar. Müde wirkte er in einigen Partien und unkonzentriert. «Ich sehe das anders. Ich kann bei mir keine Formschwäche erkennen», widersprach der Nationalspieler und verwies auf die Statistik: «Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, sie sprechen für mich: Ich habe sieben Spiele bestritten, dabei fünf Tore erzielt und drei Assists verbucht.» Das sei eine bessere Bilanz als zum gleichen Zeitpunkt der zurückliegenden Saison.

Es hatte dennoch den Anschein, als wenn Diego die zwei Spiele Pause wegen einer Muskelverletzung gut getan haben. Der kleine Wirbelwind wirkte gegen Berlin so frisch wie lange nicht mehr. «Natürlich ist es belastend und in gewisser Weise ermüdend», sagte der Brasilianer zum andauernden Reisestress: «Doch es ist für mich normal.» Zu den Strapazen mit den Spielen in China sagte er dem Fachmagazin «kicker»: «Wenn ich die Chance hätte, an zehn Olympischen Spielen teilzunehmen, ich würde es tun.»

In der Krise werden auch Kleinigkeiten wichtig, und so gab es in Bremen zuletzt auch wegen Diegos Unpünktlichkeit beim Training Wirbel. «So etwas kann jedem Profi passieren», sagte Diego dazu: «Ich war nicht der Erste, und ich werde nicht der Letzte sein, der sich mal verspätet.» Auch Trainer Thomas Schaaf nahm ihn in Schutz. «Das ist Blödsinn», sagte Schaaf in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung»: «Diego war nur einmal nicht pünktlich.» Bei dem Star der Mannschaft «kam es nur auf, weil er immer für eine Schlagzeile gut ist».

Diego steht unter besonderer Beobachtung, bei den Spähern der großen Clubs und bei den Kritikern, die ihm das Fehlen internationaler Reife vorwerfen. Vergessen wird dabei leicht, dass der Brasilianer erst 23 Jahre alt ist. Klar ist aber auch, dass Diego ein anderer Spielertyp ist als sein Vorgänger Johan Micoud. Der Franzose demonstrierte mit seiner Gestik und Mimik wilde Entschlossenheit. Micoud erschreckte damit manchen Gegner - aber zuweilen auch Mitspieler.

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