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Dienst am Nächsten

BRACKEL Gesucht werden: Starke Männer und Frauen, die Krankheit und Leid sehen und damit umgehen können, die einfühlsam, verschwiegen und flexibel sind. Die gut zuhören können.So ähnlich könnte der Aufruf des ehrenamtlichen Besuchsdienstes im Pastoralverbund St. Clemens und St. Nikolaus von Flüe aussehen.

von Von Petra Frommeyer

, 30.10.2007
Dienst am Nächsten

Schwester Marita Benggok.

 Sechs Frauen und zwei Männer - der älteste ist 81 - gehören dieser Gruppe an, und sie brauchen dringend Verstärkung.

"Diese Ehrenamtlichen erfüllen mit viel Engagement einen der christlichen Grunddienste, nämlich den Dienst am Nächsten", sagt Gemeindereferentin Benedetta Michelini. "Und das ganz im Verborgenen."

Linda Thiel ist eine von ihnen. Die 63-Jährige ist regelmäßig unterwegs im Knappschaftskrankenhaus. "Ich komme aus einem sozialen Beruf, war zuletzt Altenpflegerin. Ich suchte eine sinnvolle Aufgabe, die ich hier gefunden habe."

 Die Kranken freuen sich

Linda Thiel ist Ansprechpartnerin in der Gruppe und seit zwei Jahren dabei. "Manchmal dauern die Gespräche mit den Patienten unserer Gemeinden eine halbe Stunde. Die meisten Kranken freuen sich, wenn wir an ihre Zimmertür klopfen, aber wir dürfen natürlich auch nicht gekränkt sein, wenn wir mal abgewiesen werden. Dann sind wir eben schon nach wenigen Minuten wieder draußen", sagt sie und lächelt. Anfangs sei ihr das schwer gefallen, inzwischen weiß sie sehr schnell, wer sich öffnen und ihr nah sein möchte, wer vielleicht nur ein Schwätzchen halten oder wer seine Ruhe haben will.

Nicht mehr auf die Uhr schauen zu müssen, wenn ein Patient von seinen Ängsten, seinen Schmerzen und seinem Leid oder seinem Leben erzählt: Das ist das, was Linda Thiel genießt. "Ich stehe nicht mehr unter Zeitdruck wie im Beruf und kann auf mein Gegenüber eingehen. Das ist auch eine Bereicherung für mich."

Bindeglied zum Krankenhaus

Bindeglied zwischen dem katholischen Pastoralverbund Brackel-Neuasseln und dem Knappschaftskrankenhaus ist die Krankenhausseelsorgerin Schwester Marita Benggok (39). Sie kümmert sich in Einzelfällen auch um die Betreuung der Männer und Frauen, wenn sie aus der Klinik entlassen sind.

Um ein so enges Verhältnis zu kranken Mitmenschen aufzubauen, bedarf es der Schulung und intensiver Gespräche mit den Mitgliedern des Besuchsdienstes. Deshalb findet alle sechs Wochen die kollegiale Beratung durch Gemeindereferentin Benedetta Michelini und ab 2008 eine Supervision statt, die bei der Reflexion des ehrenamtlichen Handelns begleitet.