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Zahlen und Hintergründe

Diese Kriminellen nimmt die NRW-Justiz ins Visier

DÜSSELDORF Ob Taschendiebstähle, Wohnungseinbrüche oder Drogenhandel - immer mehr Straftaten werden bandenmäßig verübt. Auf die Spezialisierung der Täter antwortet die NRW-Justiz jetzt mit einem breiten Aufgebot an Spezialisten aufseiten der Staatsanwälte. Wir zeigen, welche Formen der Kriminalität besonders bekämpft werden sollen.

Diese Kriminellen nimmt die NRW-Justiz ins Visier

Die NRW-Justiz spezialisiert sich jetzt auf Rocker, Clans und Einbrecher.

Mit einem Konzept für neue Formen der Kriminalitätsbekämpfung will NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) auf die drängenden Probleme von Polizei und Justiz in NRW reagieren. Es sieht vor, vier zentrale Felder der Kriminalität besonders in den Blick zu nehmen:

  • Kriminalität in Großstädten - vor allem in sozialen Brennpunkten
  • Verbrechen reisender Straftäter
  • Aufbrechen von Clan-Strukturen 
  • Gefährdung des Rechtsstaats durch Radikalisierung der Massen

Um die wachsenden Aufgaben zu bewältigen, sollen allein in diesem Jahr 100 zusätzliche Stellen für Richter, Staatsanwälte und Servicekräfte in der Justiz geschaffen werden.

Zahlen aus der NRW-Kriminalitätsstatistik 2015

Die Kriminalitätsstatistik für NRW für das Jahr 2015 zeigt, dass insgesamt rund 1,5 Millionen Straftaten registriert wurden - das entspricht einem Anstieg um etwa ein Prozent. Aufgeklärt wurde wie im Jahr zuvor fast jeder zweite Fall.

WOHNUNGSEINBRÜCHE: Die Zahl der Einbrüche ist allein im vorigen Jahr drastisch um 18,1 Prozent auf insgesamt 62.262 Fälle gestiegen. Nur etwa jeder siebte Wohnungseinbruch oder versuchte Einbruch ist im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen aufgeklärt worden. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) macht für den Anstieg der Zahlen vor allem mobile Einbrecherbanden aus Südosteuropa verantwortlich - sie gehören zur Zielgruppe von Kriminellen, die Kutschaty mit seinem neuen Konzept jetzt ins Visier nimmt.  In zahlreichen Staatsanwaltschaften sollen die Abteilungen für organisierte Kriminalität verstärkt oder Sonderdezernate für Wohnungseinbrüche gebildet werden: in Aachen, Arnsberg, Bielefeld,  Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Hagen, Kleve und Köln. 

TASCHENDIEBE waren 2015 so fleißig wie seit zehn Jahren nicht mehr: Landesweit wurden im vergangenen Jahr 54.604 Fälle registriert (plus 1,6 Prozent), nur 6,5 Prozent von ihnen wird auch aufgeklärt. "60 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen stammen aus Rumänien, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Marokko oder Algerien", teilte das Innenministerium mit. Meistens griffen die Diebe ihren Opfern in belebten Fußgängerzonen in die Taschen. Kriminelle aus den Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien machen Polizei und Justiz arg zu schaffen. Auch sie rücken nun in den Fokus der NRW-Justiz.

CLAN-STRUKTUREN: Sonderdezernate sollen sich in einschlägig bekannten Stadtteilen um Clan-Kriminalität kümmern. In Dortmund wird ein Dezernat „Brennpunkt Nordstadt“ geschaffen. Dort sollen Staatsanwälte arbeiten, die in diesem Milieu bestens vertraut sind. Dezernate gegen Clan-Strukturen wird es auch bei den Staatsanwaltschaften in Bielefeld und Essen geben. Um die schwersten Jungs aus der Rocker-Szene kümmern sich künftig Sonderdezernate in Aachen und Duisburg. 

HETZE: Mit dem Flüchtlingszuzug hat die Zahl der Straftaten mit ausländerfeindlichem Hintergrund enorm zugenommen. Im vergangenen Jahr führten die Staatsanwaltschaften in NRW allein 207 Verfahren wegen Volksverhetzung - fast viermal so viele wie 2014 (54). Gegen Hasskommentare im Netz geht seit Jahresbeginn eine Zentralstelle gegen Cyberkriminalität in Köln vor. 

 

 

 

von dpa

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