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Dieser Dortmunder kennt die geheimnisvollen Bunker in NRW

Bekannte Internetseite

Viele Geheimnisse schlummern noch unter der Dortmunder Erde. Alte Bunker, unterirdische Gänge, verlassene Gebäude: Es gibt viele Menschen, insbesondere jüngere, die sich dafür interessieren. Sie kommunizieren vor allem im Internet. Dass das möglich ist, dafür sorgt ein Dortmunder. Wir haben mit ihm gesprochen.

SCHÜREN

, 17.11.2015
Dieser Dortmunder kennt die geheimnisvollen Bunker in NRW

Ein seltener erlaubter Blick in den Bunker an der Leipziger Straße/Ruhrallee.

Dennis Olbrich aus Dortmund-Schüren ist Betreiber der Seite www.bunker-nrw.de. Neben seinem regulären Job als Handwerker pflegt er die Seite, die sich längst zur Anlaufstelle für alle entwickelt hat, die etwas über den Untergrund von Dortmund und ganz NRW erfahren möchten. 22.664 registrierte Nutzer und 253.000 Beiträge zählt Olbrich in knapp acht Jahren. „Ich habe genau in der richtigen Zeit damit angefangen“, sagt der Schürener. Mittlerweile gibt es Premium-Mitglieder, die sogar jährlich Geld bezahlen. Es ist jedoch nicht das Geschäft, sondern eigene Leidenschaft, die Olbrich antreibt.

"Die Schleicher"

Entdeckt hat er die Faszination verlassener oder lange unbekannter Orte im Jahr 2007. „Ich war damals vor dem Abriss auf dem Phoenix-Gelände. Das war spannend, weil es dort unterirdische Wege gab, die miteinander verbunden waren“, erzählt er. Im Jahr 2008 berichtete diese Redaktion bereits über Olbrich, damals als Teil des beginnenden Phänomens der „Schleicher“. Also jene Leute, die solche Orte aufsuchen, um sie zu dokumentieren. Um sie „zu erhalten“, wie Olbrich es nennt. Einige Jahre später hat das Phänomen viele (englische) Namen wie „Urban Explorer“ („städtische Entdecker“) und viele Formen.

Was alle eint: Sie bewegen sich auf rechtlich schwierigem Terrain. Verfallene Gebäude zu betreten ist verboten und lebensgefährlich. Olbrich wurde als Foren-Betreiber schon mehrfach von der Polizei als Zeuge befragt. Aus seiner Sicht ist es aber nicht der Reiz des Verbotenen, der die meisten antreibt. „Wir machen nichts kaputt. Vandalismus ist nicht gut für alle, die an solchen Orten ein echtes Interesse haben“, sagt Dennis Olbrich. Es sei vielmehr „lebendige Geschichtsschreibung“, was er und die mehr als 22.664 Foren-Nutzer machen. „Es wäre schön, wenn die Leute mehr über diese Orte wüssten“, sagt der 33-Jährige.

Eine andere Sicht

Selbst, wer nur kurz die Foren-Einträge auf bunker-nrw.de überblickt, lernt seine Stadt schon etwas anders kennen. Es gibt dort Diskussionen über Luftschutz-Stollen unter der Innenstadt, die noch existierenden oder gerade verschwindenden Hochbunker, dazu Gerüchte wie über den Untergrund des Hörder Neumarkts. Dazu gibt es Spezialbereiche über Klöster, Burgen oder Kasernen und darüber, was man an solchen Orten alles finden kann. Viele Geheimnisse einer vergleichsweise jungen Vergangenheit – und ein großes Interesse, diese zu lüften.

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