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Diskussion um «Überraschungsei»-Risiken

Berlin (dpa) Die Bundestags-Kinderkommission fordert den Verzicht auf Spielzeug in Süßigkeiten, will das beliebte «Überraschungsei» aber nicht verbieten. «Wir sollten Essen und Spielzeug trennen», sagte die FDP-Jugendpolitikerin Miriam Gruß, die Mitglied der Kommission ist.

Diskussion um «Überraschungsei»-Risiken

Die Kinderkommission des Bundestags hat ein Verbot von Überraschungseiern vorgeschlagen. (Symbolbild)

Es gehe nicht um ein Verbot. «Wir wollen nur vermeiden, dass ein Kind vielleicht an einem Spielzeug aus einem solchen Kombinationsprodukt ersticken könnte.» Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder warnte vor Gefahren durch kleines Spielzeug in Nahrungsmitteln. Die Süßwarenindustrie wies die Kritik zurück.

Die Kinderkommission setzt sich dafür ein, dass Nahrungsmittel und Spielzeug getrennt angeboten werden. «Das würde auch das Verbot von Überraschungs-Eiern zur Folge haben - so traurig es ist», sagte Gruß der «Bild»-Zeitung. Später sagte sie: «Es war nicht von einem Verbot die Rede.» Vielmehr handele es sich um einen Appell an Industrie und Eltern. Der Chef der Jungen Union Bayern, Stefan Müller (CSU), nannte ein Verbot «kompletten Unsinn». Die CDU-Verbraucherpolitikerin Julia Klöckner hält eine solche Forderung für überzogen, die CSU- Abgeordnete Dorothee Bär für «grotesk». Kleines Spielzeug gibt es nicht nur in Überraschungseiern aus Schokolade, sondern auch in Cornflakes und anderen Produkten für Kinder.

Der Süßwarenhersteller Ferrero, der das «Überraschungsei» seit 1974 produziert, hält die Kritik für ungerechtfertigt. «Es gibt keinerlei wissenschaftlichen Beweise dafür, dass durch die Kombination von Spielzeug und Lebensmittel eine Gefahr ausgeht, wenn das Lebensmittel vom Spielzeug getrennt ist», sagte Sprecherin Elise Glaab. Ein Warnhinweis werde von Ferrero «seit Jahrzehnten in Einklang mit nationalen und europäischen Gesetzen bereits verwendet». Das Schokoladenei mit Spielzeuginhalt sei für unter Dreijährige tabu.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder verwies auf europaweite Studien zu Risiken von Spielzeug in Lebensmitteln. «Die Gefahr liegt im Einatmen von kleinen Teilen», sagte BAG-Präsidentin und Kinderchirurgin Stefanie Märzheuser der Deutschen Presse-Agentur dpa. Möglich seien schwere Lungenentzündungen. Es habe aber auch Todesfälle gegeben. Das Verschlucken kleiner Teile sei dann nicht gefährlich, wenn sie wieder ausgeschieden würden.

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