Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Djukanovic gewinnt klar Präsidentenwahl in Montenegro

Podgorica. Er war schon seit Jahrzehnten der alles bestimmende Politiker. Jetzt triumphiert Djukanovic auch bei der Präsidentenwahl. Er will seine bröckelnde Macht absichern. Der Ausgang ist offen.

Djukanovic gewinnt klar Präsidentenwahl in Montenegro

Der 56-jährige Djukanovic war mit wenigen Ausnahmen seit 1991 entweder Regierungs- oder Staatschef. Foto: Risto Bozovic/AP

Milo Djukanovic hat die Präsidentenwahl im kleinen Adriastaat Montenegro klar gewonnen. Schon im ersten Wahlgang kam er nach Hochrechnungen auf 53 Prozent der Stimmen - und damit deutlich auf die erforderliche absolute Mehrheit, wie die Wahlforschungsgruppe Cemi in Podgorica mitteilte.

Bei der zersplitterten Opposition, die mit sechs Kandidaten angetreten war, erreichte Mladen Bojanic mit 34 Prozent den zweiten Platz. Drei Oppositionsvertreter erhielten nicht einmal ein Prozent der Stimmen.

Der 56-jährige Djukanovic war mit wenigen Ausnahmen seit 1991 entweder Regierungs- oder Staatschef des Ministaates mit nur 620.000 Einwohnern. Außerdem führt er die sozialistische Regierungspartei. Die Opposition wirft ihm seit langem vor, Montenegro wie seinen Familienbesitz zu führen. Er herrsche autoritär und habe sein Millionenvermögen auf zweifelhafte Weise mit seiner Nähe zur Mafia aufgebaut.

Für die USA und die EU bleibt Djukanovic trotz aller Kritik der wichtigste Ansprechpartner. Er stehe für die Westbindung seines Landes, wird diese Unterstützung begründet. Der politische Übervater hatte Montenegro im letzten Jahr trotz erbitterten Widerstandes des einstigen Verbündeten Russland in die Nato geführt. Brüssel hat einen EU-Beitritt für 2025 in Aussicht gestellt.

In der Vergangenheit hatte Djukanovic mit seinen Sozialisten bei Kommunalwahlen wichtige Städte im Land verloren. Im nächsten Monat stehen die Gemeindewahlen in der Hauptstadt Podgorica an, wo sich die Opposition bessere Chancen ausrechnet. Auch in seiner eigenen Partei ist der bisher starke Mann inzwischen nicht mehr unumstritten. Er werde mit dem Präsidentenamt versuchen, einen weiteren drohenden Machtverfall zu stoppen, erwarteten die meisten Kommentatoren des Landes.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Ausland

Venezuela immer weiter isoliert

Caracas. Staatschef Maduro feiert seinen „historischen“ Wahlsieg. Mit dem gegen allen Widerstand durchgedrückten Triumph manövriert sich die Regierung des südamerikanischen Landes allerdings immer weiter ins Aus. Länder aus der ganzen Welt erkennen das Ergebnis nicht anmehr...

Ausland

Erdogan bittet Türken in Europa um „Rekordzahl an Stimmen“

Sarajevo. In Deutschland durfte Präsident Erdogan nicht auftreten, nun wich der Wahlkämpfer nach Sarajevo aus. Tausende Auslandstürken rief er dort auf, Terrororganisationen und deren Handlangern eine „osmanische Ohrfeige“ zu verpassen - indem sie im Juni Erdogan wählen.mehr...

Ausland

Trump sieht „FBI-Unterwanderung“ seines Wahlkampfs

Washington. Trump gibt keine Ruhe: Im Wahlkampf 2016 habe ihn das FBI ausgeforscht, behauptet er, und das müsse nun endlich offiziell untersucht werden. Für die US-Politik ist das ein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten.mehr...

Ausland

Venezuelas Präsident Maduro sichert sich die Macht bis 2025

Caracas. Venezuela steht am wirtschaftlichen Abgrund. Dennoch feiert Präsident Maduro seinen „historischen“ Wahlsieg. Hunderttausende Venezolaner haben mit ihren Füßen abgestimmt und das Krisenland verlassen.mehr...

Ausland

Umstrittene Präsidentenwahl in Venezuela hat begonnen

Caracas. In dem südamerikanischen Land öffnen die Wahllokale ihre Türen, die Beteiligung an der Abstimmung läuft zunächst schleppend. Amtsinhaber Maduro gibt seine Stimme ab - einige Venezolaner folgen dem Aufruf zum Boykott der Wahl. In anderen Ländern kommt es zu Protesten.mehr...

Ausland

Erdogan bittet Türken in Europa um „Rekordzahl an Stimmen“

Sarajevo. In Deutschland durfte Präsident Erdogan nicht auftreten, nun wich der Wahlkämpfer nach Sarajevo aus. Tausende Auslandstürken rief er dort auf, Terrororganisationen und deren Handlangern eine „osmanische Ohrfeige“ zu verpassen - indem sie im Juni Erdogan wählen.mehr...