Doppelmörder Marcel H. akzeptiert Urteil per Fax

Verzicht auf Revision

Jetzt haben es die Richter schriftlich: Doppelmörder Marcel H. will seine Verurteilung zu lebenslanger Haft akzeptieren. Das hat er selbst aufgeschrieben – in Krakelschrift.

BOCHUM

, 05.02.2018, 17:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Foto zeigt Marcel H. (r.) an der Seite seines Bochumer Verteidigers Michael Emde kurz vor der Urteilsverkündung am 31. Januar 2018.

Das Foto zeigt Marcel H. (r.) an der Seite seines Bochumer Verteidigers Michael Emde kurz vor der Urteilsverkündung am 31. Januar 2018.

Das Schreiben des 20-Jährigen kam per Fax aus dem Gefängnis und ging direkt zur 8. Strafkammer. Der Inhalt war kurz, aber eindeutig: „Sehr geehrtes Landgericht Bochum, hiermit verzichte ich, Marcel H. (Name abgekürzt), geboren am 09.10.97, auf das Rechtsmittel der Revision.“

Die hingekritzelten Zeilen nahmen gerade einmal ein Viertel einer DIN-A4-Seite ein. Es gibt weder eine Anschrift noch einen Absender.

JVA Wuppertal hat Begleitschreiben mitgefaxt

Dass der Zettel überhaupt an der richtigen Stelle ankam, ist der JVA Wuppertal zu verdanken, in der Marcel H. zurzeit einsitzt. Dort hatte man ein Begleitschreiben formuliert, das gleich mitgefaxt wurde. An der Echtheit gibt es daher wohl keine Zweifel.

Verteidiger Michael Emde hatte schon kurz nach der Urteilsverkündung erklärt, dass der 20-Jährige das Urteil „nach Stand der Dinge“ wohl akzeptieren wolle. Was vor allem deshalb überraschte, weil es die absolute Höchststrafe war.

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Neben lebenslanger Haft hatten die Richter auch noch auf die besondere Schwere der Schuld erkannt und wegen der großen Gefährlichkeit des Angeklagten außerdem auch noch den Weg für die spätere Anordnung der Sicherungsverwahrung freigemacht. Damit ist eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.

Marcel H. hatte über seinen Verteidiger gestanden, im März vergangenen Jahres zunächst den neunjährigen Nachbarjungen Jaden und anschließend seinen 22-jährigen Schulfreund Christopher umgebracht zu haben. Dabei hatte er Bilder der schrecklich zugerichteten Leichen gemacht, die noch während seiner Flucht im Internet aufgetaucht waren.