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100 Hobby-Archäologen auf Spurensuche

"Zum kleinen Aap"

HOLSTERHAUSEN Sensationelle Funde und Befunde konnte Grabungsleiter Jan Markus am Samstag über die Geschichte des Gebiets Kreskenhof verkünden: Dort sind nun eindeutig kurz- oder langzeitige menschliche Siedlungen von der Jungsteinzeit bis zur Neuzeit nachzuweisen.

von Von Kristoff Gött

, 09.08.2010
100 Hobby-Archäologen auf Spurensuche

Projektleiter Jan Markus führte rund 100 Neugierige durch das bis zu drei Meter tief ausgeschachtete Grabungsareal "Zum kleinen Aap".

Die CDU Dorsten hatte im Rahmen ihres Familienfestes zur Begehung des Grabungsabschnitts „Zum kleinen Aap“ geladen und knapp 100 junge und alte Archäologiebegeisterte kamen. Jan Markus und sein Team präsentierten am Samstag etliche Fundstücke aus den verschiedenen Epochen, vornehmlich aus der Römerzeit. Die Funde und Befunde verpackten sie in sehr anschauliche Geschichten und ergänzten sie mit allerlei Erkenntnissen. So konnte sich im bis zu drei Meter tief ausgeschachteten Areal jeder beim Anschauen der Reste von Festungsgräben und Feldbacköfen das Leben im römischen Marschlager gut vorstellen.

Neben der erstaunlich plastischen, aber theoretischen Vorstellung der unglaublich perfekten Logistik des römischen Heeres, das sogar vielleicht für die Schiffbarkeit der Lippe verantwortlich gewesen sein könnte, gab es auch tatsächlich greifbare Funde zu bewundern. Scherben und Werkzeuge aus der Jungsteinzeit, Waffenteile, Sandalennägel, Geschirr und Münzen der Römer, Wetzsteinfragmente der Germanen, Keramik aus dem 17. Jahrhundert oder ein Stück eines Bierhumpens aus dem 18. Jahrhundert.

Sensationell seien, neben den Erkenntnissen zur Steinzeit, zudem die Funde von bronzenen Zeltheringen der Römer oder der Fund zweier Schmuckglasperlen aus dem frühen Mittelalter. Diese waren aber ebenso wie eine merowingische Goldmünze französischer Prägung aus dem 7. Jahrhundert am Samstag nicht mehr ausgestellt. Grabungsleiter Markus räumte auch mit dem „Märchen“ auf, dass Germanien in grauer Vorzeit wie ein Urwald bewachsen gewesen wäre: Die Waldgebiete in Holsterhausen und vielen anderen Ecken Deutschlands stammten von Aufforstungsaktivitäten aus der Zeit zwischen dem späten Mittelalter und dem 18 Jahrhundert.  

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