Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

17-Jähriger muss sich für Anschlag auf Sikh-Tempel verantworten

"Versuchter Mord"

Der 17-jährige Schermbecker, der Anfang Mai wegen eines Anschlags auf ein Gebetshaus der Essener Sikh-Gemeinde verhaftet wurde, muss sich dafür mit zwei weiteren Jugendlichen ab dem 7. Dezember in nicht-öffentlicher Verhandlung vor dem Landgericht Essen verantworten.

Schermbeck

, 20.10.2016

Laut Mitteilung des Landgerichts sind 21 Fortsetzungstermine für die Verhandlung bis zum 22. Februar 2017 angesetzt. Die beiden Angeklagten aus Gelsenkirchen und Essen werden angeklagt, am Nachmittag des 16. April einen mit Sprengstoff gefüllten Feuerlöscher am Eingang des Gebetshauses gezündet haben. Der Schermbecker soll bei der Planung und Vorbereitung beteiligt gewesen sein. Ein Priester der Gemeinde erlitt bei der Explosion Brandverletzungen und einen offenen Knochenbruch am Fuß, zwei weitere Gemeindemitglieder kamen mit Schnittwunden davon.

Heimtücke

Die Anklage stuft die Tat als versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Herbeiführen einer Explosion und gemeinschädlicher Sachbeschädigung ein. Heimtücke, niedrige Beweggründe und die Begehung mit gemeingefährlichen Mitteln werden als Mordmerkmale genannt. Der Essener und der Schermbecker müssen sich zudem wegen einer „Probesprengung“ am 2. Januar im Skater-Park in Gelsenkirchen verantworten, alle Angeklagten wegen einer weiteren „Probesprengung“ am 8. Januar am selben Ort. Die Anklage stuft diese Taten als unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen nach dem Sprengstoffgesetz ein.

Mitschüler bedroht

Der Gelsenkirchener Jugendliche soll bereits am 18. November auf dem Hof seiner Schule mit dem Besitz von Waffen geprahlt und Mitschülern verkündet haben, diese würden bald sterben. Die Anklage nennt dies Bedrohung in Tateinheit mit Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Die Angeklagten sollen sich 2015 über Soziale Netzwerke kennengelernt und sich als - nach ihrem Verständnis - gläubige Muslime im Laufe der Zeit radikalisiert haben. Mit anderen Jugendlichen sollen sie eine Gruppe gebildet haben, die über WhatsApp chattete und plante, „Ungläubige“ zu töten. Dies soll in den An-schlag vom 16. Arpil gemündet sein. Alle Angeklagten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.